Virtuelle Ausstellungen

Bücher ins Netz – Das Kooperationsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek mit Google zur Digitalisierung ihrer urheberrechtsfreien Bibliotheksbestände (2007 – 2017)

Bücher ins Netz 2007 – 2017: virtuelle Ausstellung zum Kooperationsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek mit Google zur Digitalisierung ihrer urheberrechtsfreien Bibliotheksbestände | © BSB
Bücher ins Netz 2007 – 2017: virtuelle Ausstellung zum Kooperationsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek mit Google zur Digitalisierung ihrer urheberrechtsfreien Bibliotheksbestände | © BSB

Am 6. März 2007 gaben die Bayerische Staatsbibliothek in München, der damalige bayerische Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel und Google bekannt, dass sich die Bibliothek Googles Buchsuche-Projekt anschließt. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Internetkonzern sollten die urheberrechtsfreien Bestände der Bibliothek schwerpunktmäßig vom 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts digitalisiert werden – ein entscheidender Meilenstein im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Bayerischen Staatsbibliothek. 

 

Nach der Erarbeitung und Einrichtung eines komplexen Workflows begannen Anfang 2008 schließlich die Digitalisierungsarbeiten. Über eine Million urheberrechtsfreier Bücher fanden seither auf diese Weise ihren Weg ins Netz. 2014 war der Löwenanteil der Arbeit geschafft – die Bände standen jedermann rund um die Uhr, kostenfrei und von jedem Ort der Welt aus zur Verfügung.
Heute, nach zehn Jahren, bietet die Bayerische Staatsbibliothek über zwei Millionen Bände online an. Sie besitzt damit den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Das Projekt wurde zwischenzeitlich erweitert und auch Bestände der Staatlichen Bibliotheken in Regensburg, Passau und Augsburg, die der Bayerischen Staatsbibliothek nachgeordnet sind, mit einbezogen.

 

Eine virtuelle Ausstellung zeigt anlässlich des 10-jährigen Kooperationsjubiläums einen kleinen und abwechslungsreichen – wenngleich sicherlich nicht repräsentativen – Einblick in die von Google digitalisierten Bestände. Wir wünschen viel Spaß beim Erkunden und Entdecken der Welt des alten Buches.

 

Virtuelle Ausstellung
Bücher ins Netz

SHOWCASE – Künstlerbücher aus der Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek

Ausstellungsplakat | © BSB
Ausstellungsplakat | © BSB

Unter dem Titel SHOWCASE zeigt die Bayerische Staatsbibliothek ausgewählte Exponate ihrer seit 1915 gezielt aufgebauten, thematisch vielfältigen und international hochrangigen Sammlung von Künstlerbüchern. SHOWCASE verweist auf die für eine Ausstellung in dieser Bibliothek charakteristische Präsentation der Bücher in Vitrinen. Der Titel lässt auch anklingen, dass diese zeitgenössischen Kunstwerke zum Zeigen und zum Blättern, somit als „Show“, gesammelt werden, aber auch als „Case“, exemplarisch im Sinn des gezielten Ausbaus einer für eine wissenschaftliche Universalbibliothek besonderen Sammlung.

 

SHOWCASE setzt sich zum Ziel, die Dynamik und vielfältige Aussagekraft dieser Bücher, die Künstler bewusst als ihre Ausdrucksform wählen, wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Sie zeigt, wie unterschiedlich Künstler das Medium Buch einsetzen, wie verschieden Künstlerbücher aussehen, wie sie in Aufmachung, Materialität und Wert differieren. Kostengünstige Herstellung und Massenware können ebenso ein Künstlerbuch sein wie kostspielige, bibliophil anmutende Bücher. Die Künstler verfolgen mit ihren Ideen und neuen Lösungen nicht nur ästhetische Ansprüche. Sie wenden sich in neuer Sprache und neuen Darstellungsformen an die Gesellschaft, auch mit politischen Zielsetzungen. Ihr Drang zum Ändern drückt sich auch in der Subkultur der Comics und Zines aus.

 

In drei Ausstellungsräumen sind über 70 Exponate zu sehen. Die virtuelle Vorschau gibt einen ersten Einblick in die Ausstellung und Exponate. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Virtuelle Vorschau
SHOWCASE – Künstlerbücher aus der Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek

„Dich, mein Rossini! nenne ich zuerst“ – Rossinis Eroberung von München 1816

Gioachino Rossini 1819. Stahlstich nach einer Zeichnung von Louis Dupré (nach 1820) | © Sammlung Reto Müller
Gioachino Rossini 1819. Stahlstich nach einer Zeichnung von Louis Dupré (nach 1820) | © Sammlung Reto Müller

Am 18. Juni 1816 ging im Münchner Hoftheater Gioachino Rossinis Opera buffa „L‘italiana in Algeri“ über die Bühne. Ein denkwürdiges Ereignis, denn hier handelte es sich nicht nur um die erste Aufführung einer Rossini-Oper in München, sondern in ganz Deutschland! Auf der Bühne stand die italienische Truppe des Impresario Antonio Cera, der dem jungen Rossini eng verbunden war. Rossinis Musik eroberte München im Sturm.

 

Nach dem bis zum Spätherbst 1816 immer wieder verlängerten Gastspiel, bei dem wenige Tage nach „L‘italiana in Algeri“ auch „Tancredi“ und „L’inganno felice“ Premiere hatten, im Oktober zusätzlich „Ciro in Babilonia“, wurden Gastspiele von Ceras Truppe in München institutionalisiert. In nur acht Jahren, zwischen 1816 und 1824, präsentierte die italienische Operntruppe 17 verschiedene Rossini-Opern.

 

Ab 1821 konnte sich auch das deutsche Ensemble der Hofoper der Rossini-Begeisterung nicht mehr verschließen. Nun gab es zusätzlich Aufführungen von Rossini-Opern in deutscher Sprache im Nationaltheater.

 

Die virtuelle Ausstellung zeigt Quellen der Bayerischen Staatsbibliothek und einige Leihgaben, die sich fast sämtlich auf die vier im Jahr 1816 aufgeführten Rossini-Opern beziehen: Aufführungsmaterial (handschriftliche Partituren und Stimmen), Libretti, Theaterzettel und Rezensionen. Darüber hinaus wird der unglaubliche Erfolg, den Rossinis Opern in München hatten, auch durch die Bearbeitungen populärer Opern-Nummern für die verschiedensten Besetzungen belegt: So brachte der Münchner Musikverlag Falter eine Fülle von Einzelausgaben der beliebtesten Arien und Duette aus den Münchner Rossini-Aufführungen für private Hausmusik-Besetzungen heraus und die Münchner Hofmusiker Wilhelm Legrand, Peter Streck und Johann Baptist Widder arrangierten zahlreiche Nummern für Harmoniemusik.

 

Virtuelle Ausstellung
„Dich, mein Rossini! nenne ich zuerst“ – Rossinis Eroberung von München 1816

Ludwik Lejzer Zamenhof – Begründer der Plansprache „Esperanto“

Zamenhof an seinem Schreibtisch | © BSB/Plansprachensammlung Haupenthal
Zamenhof an seinem Schreibtisch | © BSB/Plansprachensammlung Haupenthal

Vor 100 Jahren starb Ludwik Lejzer Zamenhof in Warschau. Der jüdische Augenarzt ist der Erfinder der Plansprache „Esperanto“. Zeitlebens verfolgte er das Ziel, mittels einer neutralen Sprache die Völkerverständigung und den Frieden zu fördern.

 

Zamenhof führte ein bewegtes Leben: Am 15. Dezember 1859 in Białystok im heutigen Polen geboren, bekam der Sohn jüdischer Eltern früh den Konflikt der verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit, die aufgrund unterschiedlicher Sprachen und der daraus resultierenden Verständigungsschwierigkeiten kein friedvolles Zusammenleben führten. Angetrieben vom Wunsch, diesen Missständen ein Ende zu bereiten, entwickelte er bereits in seiner Schulzeit bzw. während seines Medizinstudiums eine bewusst konstruierte Sprache, die er im Jahr 1887 veröffentlichte und die schnell unter dem von ihm gebrauchten Pseudonym, Dr. Esperanto, bekannt wurde.

 

Die Bayerische Staatsbibliothek verfügt über einen reichen Bestand an Literatur über und in Esperanto sowie zu anderen Plansprachen. Besonders hervorzuheben ist hierbei die umfangreiche Plansprachensammlung, die das Ehepaar Haupenthal bereits vor Jahren der Bayerischen Staatsbibliothek überlassen hat.

 

Weitere Einblicke in das Leben und Wirken Zamenhofs gibt die virtuelle Ausstellung „Ludwik Lejzer Zamenhof“.

 

Virtuelle Ausstellung
Ludwik Lejzer Zamenhof – Begründer der Plansprache „Esperanto“

Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern – Anhänger, Gegner, Sympathisanten

Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern. Plakat zur virtuellen Ausstellung | © BSB/bavarikon
Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern. Plakat zur virtuellen Ausstellung | © BSB/bavarikon

Unter dem Titel „Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern. Anhänger, Gegner, Sympathisanten“ präsentiert das Kulturportal bavarikon im Luther-Jahr 2017 seine erste virtuelle Ausstellung. Sie ist nicht nur vom Umfang her, sondern auch im Ansatz einzigartig: 21 Kultureinrichtungen beteiligen sich an der digitalen Schau, die 123 hochkarätige Exponate zeigt. bavarikon zeichnet so ein spannendes Bild der Reformation in Bayern und macht es gleichzeitig möglich, die reformatorischen Bewegungen und ihre Gegenströmungen regional in den Landesteilen Altbayern, Franken und Schwaben zu erleben.

 

Die virtuelle Luther-Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek, des Hauses der Bayerischen Geschichte und der Staatlichen Archive Bayerns. Unter ihrer Federführung wurden 123 kostbare Exponate aus ganz Bayern zusammengeführt und erstmals zu einer Ausstellung vereint. Das Besondere ist: Alle Exponate werden in herausragender digitaler Qualität präsentiert. Die darunter gezeigten Drucke und Handschriften können darüber hinaus von der ersten bis zur letzten Seite durchgeblättert werden. Die Besucher der virtuellen Ausstellung können damit Schriftstücke genau unter die Lupe nehmen, die sonst in Archiven verwahrt oder mit Vitrinen geschützt werden.

 

Zu sehen sind u. a. 26 Original-Autographen Luthers, handkolorierte Lutherbibeln, die wichtigsten Reformationsschriften, die Luther-Gemälde von Lucas Cranach d. Ä., der Coburger Hedwigsbecher aus dem Besitz Luthers oder der Regensburger Reformationsaltar. Eindrucksvoll ist eine 3D-Präsentation des Luther-Zimmers auf der Veste Coburg, das bis heute ein wichtiger Gedenkort der Reformationsgeschichte ist.

 

Weitere Informationen in der Pressemitteilung vom 15. März 2017
Pressemitteilung  (PDF, 113 KB)

 

Virtuelle Ausstellung
Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern

Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit

„Bilderwelten – Ewiges und Irdisches“ virtuell präsentiert bei Google Arts & Culture | © BSB
„Bilderwelten – Ewiges und Irdisches“ virtuell präsentiert bei Google Arts & Culture | © BSB

Die Bayerische Staatsbibliothek präsentiert künftig ihre großen Jahresausstellungen bei Google Arts & Culture, einem Kunst- und Kulturangebot im Internet und als App. Mit dem digitalen Angebot eröffnen sich dem Ausstellungsinteressierten ganz neue Optionen. Ob als Audioguide vor Ort, zur Vorbereitung des Besuches oder um im Nachgang das ein oder andere noch einmal Revue passieren zu lassen: Mit dem Auftritt bei Google Arts & Culture ist das nun ansprechend gestaltet, einfach und kostenlos möglich.

 

Die Teile zwei „Ewiges und Irdisches“ und drei „Aufbruch zu neuen Ufern“ der Ausstellungstrilogie „Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“ sind bereits als virtuelle Ausstellung bei Google Arts & Culture zu sehen.

 

Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor: „Die Ausweitung unserer großen und vielbesuchten Jahresausstellungen in den virtuellen Raum hinein maximiert ihre Sichtbarkeit, letztlich in einem globalen Maßstab. Wir freuen uns, als eine der ersten deutschen Kulturinstitutionen hierfür mit Google Arts & Culture zu kooperieren.“

 

Virtuelle Ausstellung
Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit

Für Auge und Ohr – Die Chorbücher der Bayerischen Staatsbibliothek

Heinrich Isaac (ca. 1450 – 1517), vierstimmige Credovertonung. München (Hofkapelle), um 1525 | © BSB/Mus.ms. 53
Heinrich Isaac (ca. 1450 – 1517), vierstimmige Credovertonung. München (Hofkapelle), um 1525 | © BSB/Mus.ms. 53

Die Chorbuchsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek mit ihren rund 170 Handschriften bildet einen Bestand von weltweitem Rang. Der Großteil der Werke stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert und wird vor allem durch das Repertoire der Münchner Hofkapellmeister und Hofkomponisten der Epoche geprägt. Die prominentesten Namen sind dabei Ludwig Senfl und Orlando di Lasso.

 

Ebenso beinhalten die Chorbücher aber auch zeitgenössische Abschriften einer Vielzahl weiterer Renaissancekomponisten, wie Josquin Des Prez, Cipriano de Rore oder Heinrich Isaac, die zwar nicht im Dienste der Wittelsbacher standen, deren Kunst am Münchner Hof jedoch hoch geschätzt wurde. Teil des Bestandes sind überdies auch wertvolle Fragmente mit mehrstimmiger Musik, die bis in die Notre-Dame-Epoche (12. und 13. Jahrhundert) zurückreichen. Einige Exemplare der Sammlung wurden noch bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts angefertigt und markieren damit zugleich auch einen Schlusspunkt der Ära dieser speziellen Handschriftengattung.

 

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus dem Bestand und gibt einen Überblick über die Geschichte, die Funktion und den Gebrauch der Chorbücher. Am Ende des Rundgangs präsentieren wir Ihnen zusätzlich eine Auswahl an Filmen zu den Chorbüchern der Bayerischen Staatsbibliothek.

 

Virtuelle Ausstellung
Für Auge und Ohr – Die Chorbücher der Bayerischen Staatsbibliothek

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