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Papierklänge – Musik, Kunst, Avantgarde im 20. Jahrhundert

7. Januar – 20. März 2015
In der Reihe „Musikschätze“

Plakat zur Kabinettpräsentation „Papierklänge“ | © BSB

Die Kabinettpräsentation zeigt musikalische Künstlerbücher und graphische Partituren aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart hinein. Die aus Deutschland, Österreich, Frankreich und den USA stammenden Partituren repräsentieren das Grenzgebiet zwischen Kunst und Musik aus verschiedenen Perspektiven heraus: Kompositionen, die entweder aus einer wechselseitigen Beeinflussung zwischen Künstler und Komponisten entstanden, ein Gemälde zur Vorlage haben, oder als graphische Partitur selbst ein Kunstwerk darstellen. Die Exponate stammen alle aus dem Bestand der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek.

Der Ausgangspunkt der Präsentation beruht auf Werken von Arnold Schönberg und Wassily Kandinsky, die im Umfeld der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ entstanden. Kandinsky nahm nach einem Schönberg-Konzert 1911 in München Kontakt zu dem österreichischen Komponisten auf, woraus ein intensiver Austausch ihrer künstlerischen und ästhetischen Positionen entstand.

Im gleichen Jahrzehnt wirkten in Paris avantgardistische Komponisten, die unter dem Namen „Les Six“ in die Musikgeschichte eingingen. Ihr musikalischer Mentor war der zwischen E- und U-Musik schwankende Komponist Erik Satie, dessen kalligraphische Partitur zu „Sports et divertissements“ (Paris 1914) in direkter Zusammenarbeit zwischen Satie und dem französischen Zeichner Charles Martin entstand.

Von Satie führt der Weg direkt in die 1950er- und 1960er-Jahre zu John Cage und den Komponisten der sogenannten New York School, zu denen neben Cage auch Earle Brown, Morton Feldman und Christian Wolff zählen. Cage hat Satie in vielen Bereichen wieder entdeckt und durch ihn große Anregungen für seine eigenen Werke erhalten. Die Komponisten der New York School arbeiteten im Umkreis der Künstler des sogenannten „Abstrakten Expressionismus“ (z. B. Jackson Pollock und Willem de Kooning) oder der Pop Art (Andy Warhol und Robert Rauschenberg). Deren Kunstwerke beeinflussten maßgeblich die graphisch gestalteten Partituren dieser Komponisten.

Aus Deutschland werden aus der zweiten Jahrhunderthälfte exemplarisch musikhistorische Meilensteine von Stockhausen, Lachenmann oder Hespos präsentiert, bei denen die Graphik neuartigen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, dem Einbezug improvisatorischer Elemente oder erweiterten Spieltechniken gilt.

Liste der ausgestellten Exponate  (PDF, 87 KB)

Kontakt
Dr. Diemut Boehm
Bayerische Staatsbibliothek
Bestandsentwicklung und Erschließung 1
Telefon:  +49 89 28638-2138
diemut.boehm@bsb-muenchen.de

 

Ort Bayerische Staatsbibliothek
Flurbereich zum Lesesaal Musik, Karten und Bilder  (1. OG)
Öffnungszeiten 7. Januar – 20. März 2015
Montag – Freitag   9:00 – 17:00 Uhr   (an Feiertagen geschlossen)
Eintritt Der Eintritt ist frei.
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