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Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit

13. April 2016 – 24. Februar 2017
Bayerische Staatsbibliothek, Schatzkammern, 1. OG

Die einzige reich mit Deckfarbenminiaturen ausgestattete deutsche Belial-Handschrift auf Pergament (Bilderwelten, Teil 1 – Luxusbücher) | © BSB/Cgm 84

Das Gebetbuch ist ein charakteristisches Erzeugnis der im 15. Jahrhundert blühenden niederrheinischen Buchmalerei (Bilderwelten, Teil 1 – Luxusbücher) | © BSB/Cgm 84

Etymachie (Kampf der Tugenden und der Laster): Die Personifikation des Neids reitet auf einem Drachen. Kurpfalz um 1430 (Bilderwelten, Teil 2 – Ewiges und Irdisches) | © BSB/Cgm 3003

Bilderwelten, Teil 3 – Aufbruch zu neuen Ufern (Plakat) | © BSB

Zur Ausstellung

In einem dreiteiligen Ausstellungszyklus zeigt die Bayerische Staatsbibliothek 2016/2017 einen repräsentativen Querschnitt ihrer reichen Schätze deutscher Buchmalerei des Spätmittelalters und der frühen Renaissance. Hochkarätige Exponate, die zum Teil erstmals öffentlich zu sehen sind, geben faszinierende Einblicke in vergangene Welten.
Auf die Eröffnungsausstellung mit prachtvollen „Luxusbüchern“ folgt im zweiten Teil „Ewiges und Irdisches“ mit prächtigen bunten Turnierbüchern, intimen Andachts-, reich illustrierten Rechtsbüchern und Chroniken.
Der dritte Teil „Aufbruch zu neuen Ufern“ widmet sich dem Aufbruch in die Neuzeit sowie – aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 – der Bibel von Karl dem Großen bis Martin Luther (weitere Informationen zu Teil 3 in der Pressemitteilung vom 3. November 2016: Dürer, Cranach, Altdorfer und Furtmeyr – Krönender Abschluss der Ausstellungstrilogie „Bilderwelten“ in der Bayerischen Staatsbibliothek).
Pressemitteilung vom 3. November 2016

Das 15. und frühe 16. Jahrhundert ist mit seinen weitreichenden Umbrüchen eine der spannendsten Zeiten der europäischen Geschichte. Nahezu alle Lebensbereiche werden hinterfragt: die Rolle von König und Kaiser, Kirche und Papst, die politischen Strukturen, die Formen von Gebet und Andacht, der Text der Bibel, ja selbst die Aufgabe und der Nutzen der Bilder. Durch die Entdeckung Amerikas und des Seewegs nach Indien wird die bekannte Welt größer, alte Weltbilder und Ordnungen geraten ins Wanken, neue Erfindungen verändern den Alltag.

Wie kaum ein anderes Medium liefern Miniaturen, Zeichnungen und Holzschnitte in Büchern ein ganz eigenes, ursprüngliches Selbstzeugnis ihrer Zeit. Häufig haben sie die Jahrhunderte gut geschützt zwischen Buchdeckeln überdauert und präsentieren sich – anders als andere Kunstgattungen – noch heute in leuchtenden Farben. In der Illustrationstechnik wird durch das Aufkommen des Papiers ein grundlegender Wandel eingeleitet. Neben exquisite Deckfarbenmalerei in kaum zu überbietender Qualität treten nun auch einfache, mit wenigen Farben lavierte Textillustrationen, die in ihrer Lebendigkeit den Betrachter verzaubern. Die hinter den Werken stehenden Künstler bleiben lange Zeit anonym. Erst im Spätmittelalter erfahren wir häufiger die Namen der Buchmaler, etwa Meister Martin und Berthold Furtmeyr aus Regensburg. Später kommen berühmte Namen wie Hans Holbein d. Ä., Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach und Albrecht Dürer hinzu, die man aus der Tafel- und Wandmalerei kennt.

Virtuelle Ausstellung

Die Bayerische Staatsbibliothek präsentiert ihre großen Jahresausstellungen bei Google Arts & Culture, einem Kunst- und Kulturangebot im Internet und als App.

Virtuelle Ausstellung Bilderwelten

Katalog

Ein reich illustrierter Katalog mit 256 Seiten ist beim Quaternio Verlag Luzern erschienen. Dank einer großzügigen Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung konnte dieser Band realisiert werden.

Katalog kostenlos zum Download  (PDF, 40 MB)
(Buchhandelsausgabe vergriffen)

Begleitvorträge zur Ausstellung

  • 21. April 2016
    Dr. Stefan Jakob Wimmer
    Die Tegernseer Haggadah: jüdisch – christlich - einzigartig
  • 07. Juni 2016
    Prof. Birgit Studt
    „Herbst des Mittelalters“ oder Aufbruch in neue Zeiten? Entwürfe von Kirche und Welt im 15. Jahrhundert
  • 26. Juli 2016
    Dr. Thorsten Allscher
    Digitale Bilderwelten – Neue Zugänge durch instrumentelle Analytik
  • 06. Oktober 2016
    Dr. Bettina Wagner
    Vom Medienwandel und Buchhandel. Die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert und ihre Folgen
  • 24. November 2016
    Dr. Karl Georg Pfändtner
    Des Kaisers neue Bilder. Dürer & Co. im Gebetbuch Maximilians I.
  • 23. Februar 2017
    Prof. Thomas Kaufmann
    Gedanken zum Reformationsjubiläum

Beginn:  jeweils um 19:00 Uhr
Veranstaltungsort:  Bayerische Staatsbibliothek, Friedrich-Gärtner-Saal (1.OG)
Anmeldung erforderlich unter:  veranstaltungen@bsb-muenchen.de oder telefonisch +49 89 28638-2115

Kontakt

Fachliche Fragen
Dr. Claudia Fabian
Telefon:  +49 89 28638-2255
claudia.fabian@bsb-muenchen.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Sabine Gottstein
Telefon:  +49 89 28638-2980
sabine.gottstein@bsb-muenchen.de

Informationen im Überblick

Ort Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstraße 16, 80539 München
Schatzkammern, 1. OG
Öffnungszeiten Luxusbücher (Teil I):    13. April – 15. Juli 2016
Ewiges und Irdisches (Teil II):     25. Juli – 6. November 2016
Aufbruch zu neuen Ufern (Teil III):    14. November 2016 – 24. Februar 2017

Montag – Freitag    10:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag    10:00 – 20:00 Uhr
1. Sonntag im Monat    13:00 – 17:00 Uhr
An Feiertagen geschlossen
Eintritt Der Eintritt ist frei.
Verkehrsverbindung U3/U6, Bus 150/153/154, Haltestelle Universität
Bus 100/153, Haltestelle Von-der-Tann-Straße
Führungen Kostenlose öffentliche Führungen
Jeden Donnerstag um 16:30 Uhr
Jeden 1. Sonntag im Monat um 14:00 Uhr
Treffpunkt: Schatzkammern der Bayerischen Staatsbibliothek, 1. OG
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Audioguide Ein Audioguide in deutscher Sprache steht kostenlos zur Verfügung.
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