Verhandlung von überregionalen Lizenzen im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft

FörderungDeutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
ProjektdauerMehrere laufende Projekte
Kontaktadressezem@bsb-muenchen.de


Die Bayerische Staatsbibliothek ist im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen als verhandlungsführende Einrichtung sogenannter „Allianz-Lizenzen“ tätig und als solche seit Jahren regelmäßig Projektnehmerin des LIS-Förderprogramms „Überregionale Lizenzierung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Fokus dieser Allianz-Lizenzen liegt auf dem Erwerb und der Bereitstellung forschungsrelevanter Ressourcen (laufende Zeitschriften, Datenbanken und E-Books) für die Wissenschaft auf nationaler Ebene. Neben der Verbesserung der Informationsversorgung geht es dabei auch um die Weiterentwicklung von Lizenzierungsstandards, wie sie sich in den für das Förderprogramm definierten Erwerbungsgrundsätzen und in der Entwicklung von innovativen Lizenzierungsmodellen niederschlagen. In diesem Kontext ist auch die Modellentwicklung und Umsetzung sogenannter „Open-Access-Transformationsverträge“ anzusiedeln, die zum Ziel haben, allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einer am Vertrag beteiligten Einrichtung zu ermöglichen, ohne eigene Aufwände im Open Access publizieren zu können, und die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit 2017 in einer eigenen Ausschreibung gefördert werden.

Die Allianz-Lizenzen und Open-Access-Transformationsverträge stehen in der Tradition der Nationallizenzen, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den Jahren 2005 bis 2011 vollumfänglich finanziert wurden. Sie zeichnen sich jedoch durch ein grundsätzlich anderes Lizenz- und Finanzierungsmodell aus. Allianz-Lizenzen und Open-Access-Transformationsverträge werden in der Regel im Rahmen einer mehrjährigen Vertragslaufzeit als nationale Konsortien mit Beteiligungsoption angeboten. Im Gegensatz zu den Nationallizenzen werden sie nicht komplett durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert, sondern erfordern eine Eigenleistung der Konsortialteilnehmer von mindestens 75% der Gesamtkosten.

Die Verhandlung dieser Lizenzen erfolgt durch ausgewählte Bibliotheken, die im Umgang mit großvolumigen Lizenzierungen erfahren sind, darunter auch durch die Bayerische Staatsbibliothek. Dabei zeichnet die Bayerische Staatsbibliothek für die von ihr verhandelten Produkte verantwortlich für die Einrichtung und Verwaltung der zugehörigen nationalen Konsortien. Die DFG-geförderten Abschlüsse unterliegen einem jährlichen Turnus von Verhandlung, DFG-Antragstellung, DFG-Begutachtung und DFG-Bewilligung, Vertragsabschluss und Bereitstellung. Seit 2011 hat die Bayerische Staatsbibliothek zahlreiche Allianz-Lizenzen und ab 2018 auch Open-Access-Transformationsverträge verhandelt und betreut. Eine Übersicht der in Deutschland verhandelten National- und Allianz-Lizenzen findet sich auf den Webseiten www.nationallizenzen.de.

LIS-Förderprogramm „Überregionale Lizenzierung“
DFG-Ausschreibung „Open-Access-Transformationsverträge“
Übersicht der in Deutschland verhandelten National- und Allianz-Lizenzen

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