Neukatalogisierung der griechischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek, Teilprojekt Cod.graec. 425 – 500

FörderungDeutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektdauer01.05.2016 – 30.04.2020
KontaktadressenProjektleitung:
Dr. Carolin Schreiber
carolin.schreiber@bsb-muenchen.de

Projektmitarbeiterin:
Dr. Marina Molin Pradel
molinpradel@bsb-muenchen.de


Weltweit existieren schätzungsweise 50 000 bis 60 000 griechische Handschriften, davon nur rund 30 000 aus der Zeit vor der Eroberung Konstantinopels und dem Untergang des Byzantinischen Reiches im Jahr 1453. Die wichtigsten Sammlungen befinden sich heute in Westeuropa (die größten in Paris und Rom (Vatikan) mit je circa 5 000 Handschriften; weitere bedeutende Bestände: Venedig mit 1 200 Handschriften, Wien mit 1 100 Handschriften, El Escorial mit 650 Handschriften) und sind seit Jahrhunderten Gegenstand intensiver Forschung. In den letzten Jahrzehnten sind international bahnbrechende Fortschritte auf dem Gebiet griechischer Philologie, Paläographie, Kodikologie und Filigranologie (Wasserzeichenkunde) erzielt worden. Sie wurden nicht zuletzt durch das Vorhandensein moderner Kataloge ermöglicht. Vollständig erschlossen in modernen Katalogen sind beispielsweise die Bestände in Venedig, Wien und im Escorial, dazu kommen ein nicht unerheblicher Teil der Vatikanischen Sammlung und einige Fonds in Paris.

Der griechische Handschriftenfonds der Bayerischen Staatsbibliothek München umfasst rund 650 Codices und ist damit, nach dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien, die zweitgrößte Sammlung im deutschsprachigen Raum. Der Münchner Fonds ist seit Jahrhunderten in der internationalen Gelehrtenwelt bekannt und wegen seiner Qualität immer rege benutzt worden. Seine Bedeutung im Rahmen der deutschen Kulturgeschichte ist anerkannt und in der Literatur vielfach belegt.

Der Münchner Bestand an griechischen Handschriften ist bisher nur im heute veralteten, von Ignaz Hardt in den Jahren 1806 bis 1812 erstellten fünfbändigen Katalog vollständig erschlossen. Da der Gesamtbestand griechischer Handschriften weltweit überschaubar und die Forschung auf dem Gebiet griechischer Paläographie, Kodikologie und Filigranologie seit ihren Anfängen landesübergreifend ist, ist eine vollständige Neukatalogisierung des Münchner Fonds national und international ein dringendes Desiderat. Die Neukatalogisierung soll dies erfüllen und so eine Einordnung der Münchner Sammlung in den durchaus überschaubaren „Weltgesamtbestand“ an griechischen Codices ermöglichen.

Im laufenden Projekt wird der siebte Katalogband mit Beschreibungen der Codices graeci 425 – 500 erstellt. In Eigenleistung der Bayerischen Staatsbibliothek werden parallel die Handschriften Cod.graec. 348 – 424 durch Dr. Kerstin Hajdù erschlossen. Die bereits vorliegenden Handschriftenbeschreibungen aus dem ersten und dritten Katalogband (erschienen 2003 und 2004) wurden im Volltext in der Handschriftendatenbank „Manuscripta mediaevalia” zur Verfügung gestellt. Der fünfte Katalogband mit den Beschreibungen der Codices graeci 266 – 347 ist abgeschlossen und erscheint voraussichtlich 2019 im Verlag Harrassowitz.

Übersicht der bereits digitalisierten griechischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek

Top