NatHosting – Nationales Hosting elektronischer Ressourcen

FörderungDeutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Erste Projektphase01.02.2014 – 31.01.2016
Zweite Projektphase01.04.2018 – 31.03.2021
ProjektpartnerBayerische Staatsbibliothek
FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur
Universitätsbibliothek Johann C. Senckenberg Frankfurt am Main
Karlsruher Institut für Technologie / KIT-Bibliothek sowie Steinbuch Centre for Computing (SCC)
Humboldt-Universität zu Berlin / Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg
Kontaktadressezem@bsb-muenchen.de

Dauerhafter Zugriff auf digitale Publikationen – das DFG-Projekt NatHosting

Der Zugriff auf Online-Publikationen, die von Verlagen lizenziert werden, erfolgt zumeist im Fernzugriff auf die Server der Anbieter. Dabei besteht einerseits die Notwendigkeit, sich gegen Störungsfälle abzusichern, aber auch sicherzustellen, dass in Verträgen vereinbarte dauerhafte Zugangsrechte tatsächlich gewährleistet sind. Ziel des DFG-geförderten Projektes „Nationales Hosting elektronischer Ressourcen (NatHosting)“, das in der Abteilung Bestandsentwicklung und Erschließung 2 betreut wird, ist die Sicherstellung des dauerhaften Zugriffs auf digitale Publikationen, die von wissenschaftlichen Verlagen vertrieben werden. Sichergestellt werden soll dies durch die Schaffung eines doppelten Bodens („Hosting“), der es ermöglicht, lizenzierte Inhalte im Störungsfall weiter anbieten zu können.

Folgende Störungsfälle lassen sich typologisieren:

  1. post-cancellation:  Absicherung gekaufter Inhalte bei Vertragskündigung
  2. transfer:  Absicherung gekaufter Inhalte, wenn eine Zeitschrift den Verlag wechselt
  3. ceased operation:  Der Anbieter stellt ohne Nachfolgeregelung den Betrieb ein.
  4. publisher cannot host appropriately:  unzureichende Qualität des Hostings durch den Anbieter; instabile Zugriffsmechanismen, insbesondere im „long tail“ des Bibliotheksangebots (spezialisierte Titel, ggf. nur jeweils aktuelle Ausgabe verfügbar)
  5. catastrophic failure:  Es kommt zu massiven, aber vorübergehenden Störungen in der Verfügbarkeit, z. B. durch eine Naturkatastrophe.

Wichtige bestehende Systeme zur Gewährung des dauerhaften Zugriffs auf digitale Verlagspublikationen sind Portico und LOCKSS. Während Portico ein Dienst ist, der digitale Publikationen im Auftrag von Verlagen zentral archiviert und Bibliotheken, die eine entsprechende jährliche Gebühr zahlen, den Zugang im Störungsfall darauf ermöglicht, ist LOCKSS eine in Stanford entwickelte Software zum Einsammeln und Speichern von Inhalten von Verlagswebseiten in einem Netzwerk verteilter Server. Das sogenannte Private LOCKSS Networks (PLN) bietet Institutionen die Möglichkeit, eigenverantwortlich mit Hilfe dieser Software Inhalte in einem Netzwerk zu speichern und damit gegen Zugriffsverlust zu sichern.

Portico:  http://www.portico.org
LOCKSS:  https://www.lockss.org

Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Portico und LOCKSS schlägt das Projekt NatHosting als Lösung eine zweigleisige Strategie vor:

  1. Zum einen soll mit Portico ein Konsortialvertrag verhandelt werden, dem interessierte Bibliotheken beitreten können. Auf diese Weise lassen sich insbesondere die elektronischen Zeitschriften und ein Teil der E-Books größerer und mittelgroßer Verlage abdecken.
  2. Zum anderen soll der Aufbau eines nationalen Private LOCKSS Networks (PLN) erfolgen, das die nicht durch Portico abgedeckten Inhalte mit Schwerpunkt auf kleinere („long-tail“) Verlage sichert. Ergänzt werden soll dies durch die Schaffung einer rechnergestützten Rechteverwaltung sowie die Einrichtung einer Hosting-Agentur mit Koordinationsaufgaben für das nationale Hosting.

Dieses Konzept wurde von den Projektpartnern im Januar 2016 der DFG vorgelegt. Projektpartner sind neben der Bayerischen Staatsbibliothek das FIZ Karlsruhe, die Universitätsbibliothek Frankfurt, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Humboldt-Universität zu Berlin und die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg. Das ebenfalls von der DFG geförderte Folgeprojekt „NatHosting II“ widmet sich der Umsetzung des erarbeiteten Konzepts und startet am 1. April 2018.

Weitere Informationen:
http://www.nathosting.de

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