Gelehrte Journale und Zeitungen als Netzwerke des Wissens im Zeitalter der Aufklärung

FörderungUnion der deutschen Akademien der Wissenschaften
Projektdauer01.07.2011 – 30.06.2025
ProjektpartnerAkademie der Wissenschaften zu Göttingen (Projektleitung)
Bayerische Staatsbibliothek
Universitätsbibliothek Leipzig
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
KontaktArbeitsstellenbetreuerin und Ansprechpartnerin:
Dr. Claudia Fabian

Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter der Arbeitsstelle München:
Dr. Maja Eilhammer, Gertrud Friedl, Veronika Hausler, M. A., Dr. Antonie Magen, Sylvia Memmleb, M. A.


„Was ist Aufklärung?“ – Nicht zufällig wurde die vielleicht berühmteste Frage des Jahrhunderts 1784 in einer Monatsschrift ausgeschrieben, denn Zeitungen und Zeitschriften waren längst „die Vorratskammern des menschlichen Verstandes“ geworden. Die Periodika fungierten als „Schlüsselmedien“ auch für den Wissenschaftsbetrieb des 18. Jahrhunderts. Sie institutionalisierten eine neue Form gelehrter Netzwerke und machten das öffentlich, was Gelehrte zuvor jahrhundertelang nur intern ausgetauscht hatten. Sie gaben Nachricht von Entdeckungen, Experimenten und neuesten Debatten. Ihre Bedeutung für die Welt der Wissenschaften war aber noch viel weitreichender: Mit Buchanzeigen und dem sich etablierenden Rezensionswesen waren die gelehrten Journale und Zeitungen unverzichtbare Regulative, die für Überblick und Orientierung im Meer des Gedruckten sorgten.

Hinreichend erschlossen ist die breite Tradition gelehrter Blätter des 18. Jahrhunderts allerdings noch nicht. Dies gilt sowohl für die Inhalte als auch für die konkrete mediale und kommunikative Leistung einzelner Periodika. Hier setzt das vorliegende Projekt – eine Kooperation der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Universitätsbibliothek Leipzig – an. Ein Datenbankportal wird Artikel, Rezensionen und gelehrte Nachrichten aus rund 128 Zeitschriften des 18. Jahrhunderts verfügbar und detailliert recherchierbar machen. Für Fragen einer allgemeinen „Wissenstopographie“ und Wissensvernetzung des 18. Jahrhunderts ist das Projekt ebenso bedeutend wie für die Rezeptionsgeschichte einzelner Werke sowie die Entwicklung der sich spezialisierenden Disziplinen.

Die Erschließungskontingente der Arbeitsstellen orientieren sich einerseits an geographischen und konfessionellen Gesichtspunkten, andererseits an Kriterien lokaler Verfügbarkeit. Bayern nahm in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verstärkt die Produktion von Zeitschriften und Zeitungen auf. Mit der Erschließung bayerischer gelehrter Journale und Zeitungen durch die Münchner Arbeitsstelle des Projekts wird Bayerns Bedeutung für das Pressewesen der katholischen Spätaufklärung angemessen berücksichtigt.

Website des Projekts
Website des Projekts auf der Akademie-Website

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