Sammlung Deutscher Drucke

Sammlung Deutscher Drucke | © BSB
Sammlung Deutscher Drucke | © BSB

Ein weit in Vergangenheit und Zukunft reichendes Vorhaben ist das Programm „Sammlung Deutscher Drucke“. Das Projekt will die erheblichen Lücken verringern, die in deutschen Bibliotheken an früher im deutschen Sprachbereich erschienenen Werken bestehen.

1989 schlossen sich fünf heute für den Zeitraum 1450 bis 1912 zuständige Bibliotheken zur Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke zusammen, um ein koordiniertes Vorgehen bei der Sammlung der ihnen fehlenden Werke des deutschen Sprach- und Kulturraums zu sichern. Die Finanzierung übernahm für fünf Jahre die Volkswagen-Stiftung, seitdem obliegt sie den Unterhaltsträgern. Seit 1995 beteiligt sich auch die Deutsche Nationalbibliothek im Rahmen ihres gesetzlichen Sammelauftrags an der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke.

Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke

Volkswagen-Stiftung

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich das Konzept einer dezentralen, chronologisch gegliederten Sammlung bestens bewährt. Die abgestimmte Erwerbungspolitik der Bibliotheken und die moderne Informations- und Kommunikationstechnik ermöglichen den Aufbau einer virtuellen Nationalbibliothek.

Die beteiligten Bibliotheken sind für folgende Zeitsegmente verantwortlich:

1450 – 1600Bayerische Staatsbibliothek München
1601 – 1700Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
1701 – 1800Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
1801 – 1870 Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
1871 – 1912 Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
1913 ff. Deutsche Nationalbibliothek Leipzig, Frankfurt am Main

Mit der Zuständigkeit für den Zeitraum 1450 bis 1600 (Notendrucke bis 1800) trägt die Bayerische Staatsbibliothek die Verantwortung für den frühesten, längsten und kostspieligsten Zeitraum innerhalb des Projekts. Die Mittel sind deshalb gezielt nach dem Grad der Seltenheit der angebotenen Drucke einzusetzen: Priorität besitzen Titel, die bisher überhaupt nicht oder zumindest in keiner öffentlichen Sammlung nachgewiesen sind, gefolgt von Werken, die in keiner deutschen bzw. bayerischen Bibliothek vorhanden sind. Im Übrigen wird auf eine breite Streuung und einen repräsentativen Querschnitt durch alle Fachgebiete und Literaturgattungen geachtet.

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