Auszeichnungen

Hohe Ehrung für Dr. Claudia Fabian – und für die Bayerische Staatsbibliothek: Verleihung der Karl-Preusker-Medaille 2017

Der Dachverband der Bibliotheksverbände, Bibliothek & Information Deutschland (BID) e. V., verleiht die Karl-Preusker-Medaille 2017 an die Leitende Bibliotheksdirektorin Dr. Claudia Fabian, Leiterin der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek. Die Bundesvereinigung würdigt damit Fabians herausragende Verdienste für die Erschließung, Erforschung und Sichtbarmachung des schriftlichen Kulturguts vom Mittelalter bis in die neueste Zeit.

In ihrer Begründung hebt die Jury hervor, dass Claudia Fabian nicht nur die wissenschaftliche Erschließung und Erforschung des schriftlichen Kulturerbes der Bayerischen Staatsbibliothek und seine sach- und zeit­gemäße Vermittlung und Vernetzung in nationalen und internationalen bibliothekarischen Kontexten verfolgt. Sie bringt dieses Erbe auch durch exzellent konzi­pierte Ausstellungen der Öffentlichkeit näher. Heraus­ragende Beispiele aus den letz­ten Jahren sind die Ausstellungen „Pracht auf Pergament“ (2012/13) und „Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Neuzeit“ (2016/17).

Dr. Claudia Fabian wird die Karl-Preusker-Medaille am 29. September 2017 in der Bayerischen Staatsbibliothek entgegen­nehmen. Die Laudatio wird Prof. Dr. Werner Suerbaum, emeritierter Professor für Lateinische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, halten.

Zu den Persönlich­kei­ten, die bisher mit der Medaille ausge­zeichnet wur­den, gehören unter ande­rem Bundespräsident a. D. Horst Köhler, Ranga Yogeshwar und Paul Raabe.

Quelle und weitere Informationen zur Karl-Preusker-Medaille und zur diesjährigen Preisträgerin auf der Website von:
Bibliothek & Information Deutschland > Aktuelles | 25. Juli 2017

Berliner Digital-Humanities-Preis 2015 – 2. Preis für das Projekt „1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War“

Zum ersten Mal verlieh der Interdisziplinäre Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b) den Berliner Digital-Humanities-Preis. Ausgezeichnet wurden herausragende und innovative DH-Projekte aus dem Raum Berlin. Die Jury bewertete den innovativen Charakter, die konsistente Nutzung von Standards und Normdaten sowie besondere Anstrengungen, die eine nachhaltige Verfügbarkeit der Projektergebnisse gewährleisten.

Der Gewinner des mit 600 Euro dotierten zweiten Preises ist das Projekt „1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War“ von Oliver Janz (Freie Universität Berlin), Nicolas Apostolopoulos (Freie Universität Berlin) und Klaus Ceynowa (Bayerische Staatsbibliothek).

In der Begründung der Jury heißt es: „Das Projekt hat es geschafft, neue Maßstäbe zu setzen. Trotz ihres großen und immer noch wachsenden Umfangs wirkt die Online-Enzyklopädie übersichtlich und lädt zum Verweilen und Erforschen ein. 1914-1918-online gelingt es dadurch, ein vielfältiges Publikum auch jenseits der Wissenschaft anzusprechen.“

Quelle und vollständige Pressemitteilung: BBAW/PM-12/2015 | 16. Juni 2015
1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War
Interdisziplinärer Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b)

1. Preis des „Public Brain Award 2013“ für die App „Bayern in historischen Karten“

„Eine hervorragende und einmalige Verbindung von aktueller Technologie mit historischem Kartenmaterial. Die Bedienung ist sehr einfach und intuitiv. Sie bringt Bayerische Geschichte mit viel Freude nahe. Hier sieht man Bayern in mehreren zeitlichen Dimensionen. Herzliche Gratulation!“ Mit diesen Worten überreichte Finanzstaatssekretär Johannes Hintersberger den 1. Preis des „Public Brain Award“ an die Bayerische Staatsbibliothek für die App „Bayern in historischen Karten“. Den Machern gab Hintersberger bei der feierlichen Preisverleihung in der BMW-Welt in München ein „Weiter so!“ mit auf den Weg.

Der Wettbewerb „Apps für Bayern“ ist ein Projekt der Vodafone GmbH unter der Schirmherrschaft des Freistaates Bayern. Er fördert das Erstellen und Erdenken von Apps. Bei diesem Wettbewerb werden die besten mobilen Applikationen (Kurzform: Apps) mit bayerischem Bezug, die von den Wettbewerbsteilnehmern entwickelt werden, durch eine Jury prämiert. Der „Public Brain Award“ stehe, so Hintersberger, für das enorme Potential, das das öffentlich zugängliche Wissen biete: „Dem Einfallsreichtum für zukunftsweisende Entwicklungstrends und greifbare Mehrwerte sollen keine Grenzen gesetzt sein. Wir brauchen neue Ansätze, damit öffentliche Apps schneller und einfacher gefunden werden können und damit in eine breitere Nutzung kommen. Dies fördere den Ausbau und die Akzeptanz von E-Government.“

Quelle: Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung | 24. Oktober 2013
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Der AZ-Stern des Jahres 2012 in der Kategorie „Ausstellung“ geht an „Pracht auf Pergament“

Mit 72 höchstrangigen Handschriften aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek und drei herausragenden Exponaten der Staatsbibliothek Bamberg präsentierte die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung einen breiten Überblick auf die frühesten und wertvollsten Zeugnisse deutscher Buchmalerei von der karolingischen über die ottonische Kunst bis zur Romanik. Diese 75 Codices zählen zu den größten kulturellen und künstlerischen Leistungen ihrer Epochen. Die Prachtbände der ottonischen Zeit sind der weltweit einmalige Schwerpunkt im reichen Handschriftenfundus der Bayerischen Staatsbibliothek. Aufgrund ihrer besonderen Fragilität und ihres hohen Werts verlassen diese Werke praktisch nie ihre Tresore. Diese Ausstellung bot die einzigartige Gelegenheit, über 1000 Jahre alte prachtvolle Dokumente unseres kulturellen Erbes im Original zu entdecken.

„Eigentlich müsste man dauernd die Luft anhalten – so kostbar sind die Bücher, die hier für wenige Wochen ans Licht dürfen. Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung ist zur mittelalterlichen Schatzkammer mutiert: 72 Handschriften aus der Zeit von 780 bis 1180 leuchten im Halbdunkel: Evangeliare, Perikopen- und Gebetsbücher, virtuos illuminiert, geschmückt mit Gold und Purpur. Normalerweise liegen die fragilen Prachtbände in den Tresoren der Bayerischen und der Bamberger Staatsbibliothek. Eine so große Auswahl in dieser Qualität an einem Ort versammelt zu haben, ist eine Sensation – ermöglicht durch die famose Zusammenarbeit zweier durchaus unterschiedlicher Häuser und den Kuratoren Roger Diederen (Hypo-Kunsthalle) sowie Claudia Fabian und Béatrice Hernad (Stabi).“

Quelle: Website der Abendzeitung

Der AZ-Stern des Jahres 2012 in der Kategorie „Ausstellung“ ging an „Pracht auf Pergament“.

E-Government-Preis 2012 für das Online-Portal „Bayern.Recht“

Dem von der Bayerischen Staatskanzlei verantworteten Online-Angebot „Bayern.Recht“ wurde am 21. November 2012 der dritte Preis des „Bayerischen E-Government-Löwen 2012“ verliehen. Ein wichtiger Bestandteil dieses zentralen Rechtsportals des Freistaats Bayern, die „Verkündungsplattform Bayern“, wird unter maßgeblicher Beteiligung der Bayerischen Staatsbibliothek erstellt und betrieben.

Der 2012 zum dritten Mal durchgeführte bayerische E-Government-Wettbewerb stand unter dem Motto: „Vorsprung durch E-Government für Wirtschaft, Kommunen und Verwaltung“. Aus den Einsendungen der staatlichen und kommunalen Behörden wählte eine Fachjury hochrangiger Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung drei innovative und zukunftsweisende Lösungen aus.

Mit der Verleihung des Preises durch den IT-Beauftragten der Staatsregierung, Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, wird unter anderem der Beitrag der Bayerischen Staatsbibliothek zu Aufbau und Betrieb der „Verkündungsplattform Bayern“ gewürdigt.

Die am 22. Januar 2009 in der Bayerischen Staatskanzlei eröffnete „Verkündungsplattform Bayern“ wurde unter Federführung der Bayerischen Staatskanzlei konzipiert und von der Abteilung Bestandsentwicklung und Erschließung 2 der Bayerischen Staatsbibliothek seit 2008 realisiert. Dabei ist das Zentrum für Elektronisches Publizieren für die Herstellung der digitalen Amtsblätter im PDF/A-Format zuständig, während das Münchener Digitalisierungszentrum die Bereitstellung, Erschließung und langfristige Archivierung der Amtsblätter sowie des Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatts übernimmt.

Die Preisverleihung zeigt, dass moderne und leistungsfähige Bibliotheken ihre umfangreichen Kompetenzen im Bereich der Digitalisierung und des elektronischen Publizierens auch für die Verwaltungsmodernisierung und für die Effizienzsteigerung beim Betrieb bürgernaher Informationsdienste fruchtbar machen können.

Datenbank Bayern.Recht
Verkündungsplattform Bayern

Public Brain Award 2012 – Sonderpreis für die App „Ludwig II.“

Neue zukunftsweisende Applikationen für Bayern! Mit dem „Public Brain Award 2012“ zeichnete der IT-Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, als Schirmherr im Rahmen des Wettbewerbs „Apps für Bayern“ neue Anwenderprogramme im E-Government-Bereich mit bayerischem Bezug aus.

„Den Einfallsreichtum für zukunftsweisende Entwicklungstrends und greifbare Mehrwerte nutzen! Der ‚Public Brain Award‘ steht für das enorme Potential, das das öffentlich zugängliche Wissen bietet, wobei uns hier natürlich der bayerische Bezug besonders am Herzen lag und liegt. Deshalb sei zusammen mit Vodafone der Wettbewerb ‚Apps für Bayern‘ ins Leben gerufen worden“, betonte Pschierer.

Einen Sonderpreis erhielt die „König-Ludwig-II-App“, die von der Bayerischen Staatsbibliothek für Smartphones entwickelt wurde. Sie ermöglicht multimedial auf den Spuren des Märchenkönigs zu „wandeln“ und sich Fotos, Klingeltöne und „Kini-Events“ herunterzuladen.

Quelle: StMF, Pressemitteilung Nr. 210 | 16. OKtober 2012
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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zeichnet auf der CeBit 2012 Verbundkatalog B3Kat aus

Die Bayerische Staatsbibliothek, der Bibliotheksverbund Bayern und der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg haben beim ersten deutschen Progammierwettbewerb „Apps für Deutschland“ für ihr Katalogangebot „B3Kat“, der als Linked Open Data veröffentlicht wurde, den 2. Preis in der Kategorie Daten erhalten. Die Preisverleihung erfolgte am 6. März 2012 durch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich auf der CeBit in Hannover.

Der Wettbewerb „Apps für Deutschland“ ist ein gemeinsames Projekt von Verwaltung und Netzgemeinschaft und fördert Open-Data-Vorhaben in Deutschland. Bei dem Wettbewerb werden die besten Internetapplikationen oder mobilen Applikationen (Kurzform: Apps), die basierend auf offenen Daten der öffentlichen Hand (Open Data) von den Wettbewerbsteilnehmern entwickelt werden, durch eine Jury prämiert.

„Geteiltes Wissen ist vervielfachtes Wissen”, stellte Daniel Dietrich von der Open Knowledge Foundation Deutschland den Vorteil offener Daten dar und ergänzte: „Besonders erfreulich war die Einreichung der Bibliotheksverbünde von Bayern, Berlin und Brandenburg ... Sie zeigt, dass Länder- oder Behördengrenzen für Open Data kein Hindernis sind, wenn der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger im Vordergrund steht.”

Der Wettbewerb „Apps für Deutschland“ ist eine Initiative von Government 2.0 Netzwerk Deutschland, Opendata Network und Open Knowledge Foundation Deutschland.

Bundesverdienstkreuz 2011 für Dr. Rolf Griebel

Rolf Griebel erhält die Auszeichnung für seine Verdienste um die Bayerische Staatsbibliothek. „Unter Ihrer Führung wurde die Spitzenstellung der Bayerischen Staatsbibliothek unter den wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland konsequent ausgebaut. Sie entwickelten sie zu einem modernen und serviceorientierten Dienstleistungszentrum, das sich einen weithin anerkannten Ruf als internationale Forschungsbibliothek erworben hat“, so Staatsminister Heubisch in seiner Laudatio für Rolf Griebel. Hervorgehoben wurde in der Laudatio unter anderem die Bedeutung der Bibliothek bei nationalen und europäischen Digitalisierungsprojekten.

Geboren am 15. September 1949 in Ansbach, war Griebel nach einem Studium in Geschichte, Germanistik und Sozialwissenschaften und dem Bibliotheksreferendariat zunächst an den Universitätsbibliotheken in Bamberg und Erlangen-Nürnberg tätig. 1994 wechselte Griebel an die Bayerische Staatsbibliothek, wo er 2000 das Amt des Stellvertreters des Generaldirektors der Bayerischen Staatsbibliothek übernahm. 2004 wurde er zum Generaldirektor ernannt. Dr. Rolf Griebel ist in zahlreiche Fachgremien auf nationaler und internationaler Ebene berufen worden.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird verliehen für politische, wirtschaftliche, soziale und geistige Leistungen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, zum Beispiel auch aus dem Bereich Kultur und Wissenschaft.

Nibelungenlied-Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek 2009 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen

Das Nibelungenlied gilt als herausragendes Beispiel der europäischen Heldenepik. Es beruht auf älteren mündlichen Traditionen und wurde um oder kurz nach dem Jahr 1200 von einem unbekannten Dichter am Hof des Passauer Bischofs Wolfger von Erla niedergeschrieben.

In zwei Teilen wird zunächst die Geschichte von Siegfrieds Tod, dann die vom Untergang der Burgunden erzählt. Die strophische Dichtung in 39 Aventiuren bildet einen gewichtigen Bestandteil der deutschsprachigen Literatur der Jahrzehnte vor 1200, der so genannten klassischen Zeit des Mittelhochdeutschen.

Es handelt sich um ein Kulturdenkmal höchster Güte.

„Die Aufnahme des Nibelungenlieds in das Weltdokumentenerbe der UNESCO ‚Memory of the World‘ unterstreicht die Weltgeltung der Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek. Es ist damit seit 2004 bereits das dritte Mal, dass herausragende Kulturdenkmäler im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek die höchste UNESCO-Auszeichnung erfahren haben“, so Dr. Rolf Griebel, [2009] Generaldirektor der Bibliothek.

Die Nibelungenlied-Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek (Cgm 34) wird mit 135 Bildern vollständig im Internet gezeigt:
Das Nibelungenlied und die Klage (Leithandschrift A). S. l., vor 1280  (Cgm 34)

Deutsche UNESCO-Kommission: Das Nibelungenlied

„Information in erster Linie“ – Die Bayerische Staatsbibliothek ist die Bibliothek des Jahres 2008

Aus der Pressemitteilung:

Der Preis „Bibliothek des Jahres“ des Deutschen Bibliotheksverbandes und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius wird in diesem Jahr zum neunten Mal verliehen. Die Auszeichnung 2008 geht an die Bayerische Staatsbibliothek in München. Sie erhält den mit 30.000 Euro ausgestatteten einzigen nationalen Bibliothekspreis.

Die Bayerische Staatsbibliothek in München wird als „Bibliothek des Jahres 2008“ ausgezeichnet, weil sie in der Vielfalt ihrer Funktionen als internationale Forschungsbibliothek mit Landes- und Archivfunktion und als Teil der „Virtuellen Nationalbibliothek“ auf allen Gebieten innovative Leistungen erbringt und dabei den Bibliotheksnutzer in den Mittelpunkt stellt. Durch die Entwicklung von digitalen internetbasierten Diensten für Forschung, Lehre, Studium und Bildung sowie die Integration von klassischen Bibliotheksleistungen in neue webbasierte Arbeitsumgebungen stellt sie sich 450 Jahre nach ihrer Gründung überzeugend den Herausforderungen der modernen Wissensgesellschaft.

In diesem Jahr wählte die Jury die Siegerin aus elf ausgezeichneten Bibliotheken unterschiedlichster Größe und Aufgabenstellung aus, die wegen ihrer hervorragenden Leistungen von den Landesverbänden und Sektionen des Deutschen Bibliotheksverbandes für die engere Auswahl nominiert wurden.

Vollständige Pressemitteilung

Bundesverdienstkreuz 2007 für Dr. Hermann Leskien

In einer Feierstunde am 4. Oktober 2007 in München ist Dr. Hermann Leskien, von 1999 bis 2004 Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet worden. Dr. Thomas Goppel, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, überreichte Leskien das von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Bundesverdienstkreuz.

Im Jahr 1992 war Leskien zum Direktor der Bayerischen Staatsbibliothek ernannt worden. Eine grundlegende Ausweitung seiner Tätigkeit und Verantwortung brachte 1999 die Integration der Aufgaben der Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Bibliotheken. Leskien initiierte in seiner Amtszeit die umfassende Neuausrichtung der Bayerischen Staatsbibliothek, die sich unter seiner Ägide zu einem modernen innovativen Dienstleistungsunternehmen für Wissenschaft und Forschung wie Lehre und Studium wandelte. Er hat sich dabei konsequent dafür eingesetzt, dass das Potential der Informationstechnik nicht nur für die Automatisierung der bibliothekarischen Prozesse, sondern auch für die Optimierung des Dienstleistungsangebots ausgeschöpft wird.

Seine hohe Anerkennung in der Fachwelt spiegelt sich unter anderem darin wider, dass ihm der Vorsitz des Bibliotheksausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie des Beirats der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übertragen wurde. Die Auszeichnung krönt das erfolgreiche Wirken und den jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz von Hermann Leskien für das bayerische und deutsche Bibliothekswesen.

Quelle: Bibliotheksforum Bayern 2 (2008) 1  (PDF, 56 KB)

Corvinen-Handschriften 2005 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen

Die Bibliothek des Mathias Corvinus umfasste ursprünglich mehr als 2 000 Bände – meist in Italien angefertigte, prächtig verzierte Handschriften. Untergebracht im Palast von Buda, wurde die damals nach der Vaticana zweitgrößte Renaissance-Bibliothek nach dem Tod des Königs im Jahr 1490 und der Eroberung Budas 1541 durch die Türken in alle Welt zerstreut.

Heute sind noch 232 „Corvinen“ in 49 Bibliotheken in 16 Ländern nachgewiesen. Charakteristisch für die Bibliotheca Corviniana sind die meist prachtvollen Illuminierungen der Handschriften mit eingezeichnetem Wappen des Königs, die mit Gold gezierten Ledereinbände und die Samt- und Seideneinbände.

Fünf der acht Corvinen der Bayerischen Staatsbibliothek besitzen noch den Original-Einband. Nach München gelangten sie über die 1571 für die Hofbibliothek erworbene Büchersammlung Johann Jakob Fuggers, durch Schenkung an Herzog Albrecht V. oder im Zuge der Mediatisierung Anfang des 19. Jahrhunderts.

„Durch die Aufnahme in das UNESCO Memory of the World Register wird die Bedeutung der Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek einmal mehr gewürdigt. Die Eintragung in das Register unterstreicht nicht nur den Wert der Handschriften, sondern ist für uns auch Ansporn und Verpflichtung, die ‚Corvinen‘ als kulturelles Erbe der Menschheit zu bewahren. Die Bibliotheca Corviniana mag zwar zerstreut sein, als Teil des Memory-of-the-World-Programms erwacht sie jedoch gewissermaßen virtuell zu neuem Leben“, so Dr. Klaus Ceynowa, [2005] Stellvertreter des Generaldirektors der Bayerischen Staatsbibliothek.

Münchner Corvinen – Handschriften im UNESCO-Weltdokumentenerbe  (in den Digitalen Sammlungen)
Deutsche UNESCO-Kommission: Renaissance-Bibliothek des Königs Mathias Corvinus

Illuminierte Handschriften von der Klosterinsel Reichenau 2003 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen

„Memory of the World – Gedächtnis der Menschheit“ wurde 1992 von der UNESCO ins Leben gerufen. Ziel dieses Programms ist, historisch und kulturell bedeutsame Dokumente weltweit zugänglich zu machen und vor Vergessen oder Zerstörung zu bewahren.

Das Register des Weltdokumentenerbes umfasst 348 Dokumente aus aller Welt, darunter seit Ende 2003 zehn illuminierte Handschriften von der Klosterinsel Reichenau im Bodensee. Die Codices repräsentieren in herausragender Weise die ottonische Buchmalerei Deutschlands. Sie wurden wegen ihrer Stellung im Skriptorium, ihrer künstlerischen Neuerungen im Buchschmuck und den Darstellungsthemen der Miniaturen und ihrer Aussagekraft für die religiöse, politische und kulturgeschichtliche Situation ihrer Zeit ausgewählt. Sie stehen auch vertretend für jede weitere ottonische Handschrift der Reichenau.

Die Benediktinerabtei Reichenau besaß im 10. und 11. Jahrhundert die wohl größte und einflussreichste europäische Malschule. In ihrer Hauptblütezeit zwischen etwa 970 und 1010/20 entstanden dort im Auftrag der höchsten Kreise der damaligen Gesellschaft – Reichsbischöfe, Könige und Kaiser – eine Reihe meist liturgischer Prachthandschriften.

Zu den kostbarsten Werken, die Kaiser Heinrich II. dem Bamberger Dom schenkte, zählen vermutlich die drei Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek.

Das „Evangeliar Ottos III.“ mit Prachteinband und luxuriöser Ausstattung wurde im Auftrag des Kaisers angefertigt. Es weist neben einer doppelseitigen Huldigung der Provinzen an den thronenden Kaiser unter anderem einen chronologisch angelegten Bilderzyklus zum Leben Christi (29 hochformatige ganzseitige Miniaturen auf Goldgrund) auf. Als Hochleistung der Reichenauer Buchmalerei gelten die Darstellungen der vier „visionären“ Evangelisten.
Evangeliar Ottos III.  (Clm 4453)  (vollständig digital verfügbar)

Das „Evangeliar aus dem Bamberger Dom“ zeichnet sich durch ikonographische Besonderheiten aus, zum Beispiel die Darstellung Christi im Lebensbaum, umgeben von den Evangelistensymbolen und den Paradiesflüssen. In den Kanontafeln erscheinen die Tierkreiszeichen – eine ungewöhnliche, für die Malerei der Reichenau einmalige Verbindung.
Evangeliar aus dem Bamberger Dom  (Clm 4454)  (vollständig digital verfügbar)

Das „Perikopenbuch Heinrichs II.“ zeigt neben dem Widmungsbild, der Krönung Heinrichs und seiner Gemahlin Kunigunde durch Christus, einen Zyklus von 23 Miniaturen zum Neuen Testament. Besonders in den zweiseitigen Darstellungen kommen die monumentalen, ausdrucksstarken Figuren zur Geltung.
Perikopenbuch Heinrichs II.  (Clm 4452)  (Einzelbilder digital verfügbar)

Deutsche UNESCO-Kommission: Die Reichenauer Handschriften

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