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Qalamos – das neue deutschlandweite Portal für Handschriften aus asiatischen und afrikanischen Schrifttraditionen geht live!

Am 28. Juni 2022 startet Qalamos, das Portal für Handschriften aus asiatischen und afrikanischen Schrifttraditionen. Erstmalig sind nun die Metadaten und Digitalisate von Handschriften aus diesem Bereich aus mehr als 20 deutschen Institutionen in einem gemeinsamen Portal zugänglich.

Mit Qalamos steht der Wissenschaft und der interessierten Öffentlichkeit eine neue Infrastruktur zur Verfügung, die einen direkten Zugang zu Metadaten und Digitalisaten aller orientalischen Handschriftensammlungen in Deutschland ermöglicht. Insgesamt werden derzeit ca. 135 000 Handschriftendatensätze zu mehr als 120 000 physischen Objekten aus asiatischen und afrikanischen Schrifttraditionen in mehr als 160 Sprachen und 80 Schriften präsentiert. Damit hat die mühsame Suche verschiedener Abschriften eines Werkes in gedruckten Katalogen oder sehr disparaten Datenbanken ein Ende. Auf einen Blick ist zu sehen, wie viele Abschriften von einer Handschrift existieren. Ebenso sind die einzelnen Teile eines Werkes rasch zu finden, wenn diese über verschiedene Institutionen verteilt sind. Darüber hinaus bietet das neue Portal die Möglichkeit, miteinander in Beziehung stehende Texte, wie beispielsweise Werk und Kommentar oder Übersetzung, ausfindig zu machen.

Angestrebt ist der möglichst vollständige Nachweis der in deutschen Gedächtnisinstitutionen (Bibliotheken, Museen etc.) bewahrten orientalischen Bestände und ihrer Digitalisate – aber auch Offenheit für internationale Kooperation. In Qalamos werden heute schon Sammlungen aus Indonesien, Mauretanien und dem Jemen präsentiert, die aus Forschungskooperationen mit deutschen Einrichtungen hervorgegangen sind.

Am 28. Juni 2022 wird der Launch von Qalamos mit einer Abendveranstaltung an der Staatsbibliothek zu Berlin gefeiert. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf dem Blog der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB-Blog).
SBB-Blog

Das Portal wird im Rahmen des DFG-Projekts „Orient-Digital” (Laufzeit 2020 – 2023) entwickelt. Projektpartner sind die Staatsbibliothek zu Berlin, die Bayerische Staatsbibliothek in München, die Forschungsbibliothek Gotha und das Universitätsrechenzentrum Leipzig. Aktuell stehen die Sprachgruppen Arabisch, Persisch und Osmanisch-Türkisch im Mittelpunkt. In einer geplanten zweiten Projektphase werden südasiatische Sprachgruppen den Schwerpunkt bilden.
„Qalamos” kommt aus dem Altgriechischen und ist ein Begriff, der abgewandelt in vielen Sprachen – vom Arabischen bis zum Altäthiopischen über das Swahili bis zum Sanskrit – Schreibrohr bedeutet. Er steht für die Vielfalt aber auch die Verbundenheit der Schriftkulturen. Im Portal werden über 1500 Jahre unschätzbares Schrift- und Kulturerbe der Menschheit bewahrt, erforscht und für eine gemeinsame Zukunft nutzbar gemacht.

Qalamos ist eine MyCoRe-Anwendung des Universitätsrechenzentrums der Universität Leipzig. Die Gesamtverantwortung liegt bei der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

www.qalamos.net

Informationen zum DFG-Projekt „Orient-Digital”:
https://www.bsb-muenchen.de/ueber-uns/projekte/orient-digital/

Informationen zu den Sammlungen der Orient- und Asienabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek:
https://www.bsb-muenchen.de/sammlungen/asien/
https://www.bsb-muenchen.de/sammlungen/orient/

Pressemitteilung zum Download
Pressemitteilung  (PDF, 104 KB)

Ansprechpartner

Dr. Thomas Tabery
Orient- und Asienabteilung
Telefon  +49 89 28638-2656
tabery@bsb-muenchen.de

Peter Schnitzlein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon  +49 89 28638-2429
presse@bsb-muenchen.de

Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstr. 16, 80539 München

 

Über die Bayerische Staatsbibliothek und ihre Orient- und Asienabteilung
Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist mit 36,8 Millionen Medieneinheiten die größte wissenschaftliche Universalbibliothek Deutschlands und eine der international bedeutendsten Forschungsbibliotheken. Mit 2,77 Millionen digitalisierten Werken verfügt die Bayerische Staatsbibliothek über den größten digitalen Datenbestand aller deutschen Bibliotheken. Die Bibliothek bietet vielfältige Dienste im Bereich innovativer digitaler Nutzungsszenarien an.
Mit 600 000 originalsprachigen Druckwerken und 20 300 Handschriften zählt die Orient- und Asienabteilung zu den international namhaften Sammlungen mit umfangreichen und bedeutenden Beständen aus allen Teilen des Orients und Asiens. Sie betreut die Regionen Nordafrika, den Vorderen und den Mittleren Orient, Zentral-, Süd-, Südost- und Ostasien und ist in sechs Fachreferate gegliedert.

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