Über die Sammlung

Überblick

Die Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek gehört zu den umfangreichsten und bedeutendsten überhaupt: Gut 41 000 abendländische und 18 000 orientalische bzw. asiatische Handschriften, etwa 70 000 Musik-Handschriften, rund 1 100 Nachlässe und über 36 000 Autographen sichern der Bayerischen Staatsbibliothek einen Platz in der Spitzengruppe der Bibliotheken der Welt.

Zeitliche Spanne

Zeitlich umspannen die handschriftlichen Materialien mehr als vier Jahrtausende: von der babylonischen Keilschrifttafel aus dem 21. vorchristlichen Jahrhundert über antike Papyri und Ostraka hin zu mittelalterlichen Pergamenthandschriften in Kodex-Form und spätmittelalterlichen und (früh)neuzeitlichen Handschriften auf Papier, die bis in die Gegenwart reichen. Der Bestand an mittelalterlichen Codices beträgt etwa 17 000 , wobei der prozentuale Anteil bei den lateinischen Handschriften (inklusive der Fragmente) insgesamt am höchsten ist.

Geographischer Umfang

Geographisch umfassen die abendländischen Handschriften nahezu sämtliche Länder Mittel-, West, Süd- und Nordeuropas sowie Osteuropa. Der Schwerpunkt liegt auf dem süddeutsch-bayerischen Bereich, in dem ein Großteil der lateinisch- und deutschsprachigen Texte entstanden bzw. abgeschrieben worden ist. Zahlenmäßig überwiegt das Lateinische als die Wissenschafts- und Kirchensprache des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die Texte der Nachlässe und Autographen sind überwiegend deutschsprachig, darüber hinaus ist auch eine Vielfalt anderer europäischer und außereuropäischer Sprachen vertreten.

Inhaltliche Schwerpunkte

Inhaltliche Schwerpunkte liegen im Bereich der Theologie (Bibel, Bibelexegese, liturgische Texte, Predigten und Gebetbücher) und der klassischen Bildungsfächer (den „sieben freien Künsten“) sowie dem Recht und der Literatur (Dichtung genauso wie Prosa). Der thematische Reichtum des Bestands spiegelt somit mehr als ein Jahrtausend europäische Geistesgeschichte wider. Seit der Frühen Neuzeit vergrößert sich die thematische Vielfalt ungemein. Bei den Nachlässen und Autographen sind alle Bereiche der Wissenschaften und der Künste vertreten.

Geschichtliche Entwicklung

Gründungsbestand

Die Anfänge der Handschriftensammlung gehen über 450 Jahre bis 1558, dem Gründungsjahr der herzoglichen Hofbibliothek, zurück. Damals erwarb Herzog Albrecht V. die Privatbibliothek und den Nachlass des österreichischen Kanzlers, Diplomaten und polyglotten Orientalisten Johann Albrecht Widmannstetter (1506 – 1557), mit der die für damalige Zeit beachtliche Anzahl von rund 200 Handschriften in hebräischer, arabischer und syrischer Sprache in die Bibliothek gelangten. Bereits wenige Jahre später, 1571, erfolgte durch Ankauf der Bibliothek Johann Jakob Fuggers (1516 – 1575), eines der größten Büchersammlers des 16. Jahrhunderts, eine bedeutsame Bestandserweiterung, insbesondere aufgrund der darin enthaltenen Sammlung des Nürnberger Arztes und Humanisten Hartmann Schedel (1440 – 1514) einschließlich der darin enthaltenen Nachlässe. 1589 kam der Nachlass des Kartografen Philipp Apian (1531 – 1589) hinzu.  

Vor 1803 gelangten auch zahlreiche Bücher aus dem Besitz des Petrus Victorius (Piero Vettori, 1499 – 1585) in die alte herzogliche, ab 1623 kurfürstliche Hofbibliothek. Bei den lateinischen Handschriften (Codices latini monacenses – Clm) nehmen diese den Signaturenbereich Clm 733 – 825 ein (= Vict. 4 und 19 a bis 169), bei den italienischen belegen sie die Signaturen Cod.ital. 148 – 251, darunter u. a. die folgenden wertvollen Stücke:

  • Notitia dignitatum  (Clm 794)
  • Marcus Tullius Cicero: Laelius de amicitia  (Clm 821)

Im Jahre 1773 erfolgte durch Papst Clemens XIV. die Aufhebung des Jesuitenordens mit der bestandsgeschichtlichen Konsequenz, dass auch die Bibliothek des Münchner Jesuitenkollegs in die Hofbibliothek integriert wurde. Die lateinischen Handschriften etwa finden sich auch heute noch als gesammelter Block im Signaturenbereich Clm 851 – 900.

Säkularisation und Mediatisierung

Hatte die Münchner Hofbibliothek in den ersten zweieinhalb Jahrhunderten ihres Bestehens rund 1 500 Handschriften gesammelt, so wurde sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch die Säkularisation von zahlreichen Klöstern und Hochstiften sowie der Mediatisierung einiger freier Reichsstädte aus praktisch allen Teilen und Regionen des damaligen Bayerns – allerdings mit deutlichem Schwerpunkt auf Altbayern – zur größten Handschriftensammlung im deutschen Sprachraum und einer der größten in Europa. Ihr Bestand war, auch im Konnex mit der Verbringung der kurpfälzischen Bibliothek von Mannheim nach München, auf das Fünfzehnfache emporgeschnellt – eine Bestandserweiterung, die in der Geschichte der Bibliothek einmalig war. Sie sei exemplarisch anhand einiger Spitzenstücke – im Zusammenhang mit ihrer vormaligen Bibliotheksheimat – veranschaulicht.

So stammen etwa

Bei den Nachlässen erfuhr besonders die Astronomiegeschichte wertvollen Zuwachs mit den Quellen zu Prosper Goldhover und Bonifazius Sadler.

Die Vereinigung von Münchner und Mannheimer Hofbibliothek

Ein weiterer, zeitgleich mit der Säkularisation stattfindender Zustrom an schriftlichem Kulturgut stellte die Überführung der kurpfälzischen Hofbibliothek des Kurfürsten Karl Theodor (1742 – 1799) mit 100 000 Bänden von Mannheim nach München dar (1803/1804). Nach den Verlusten im Dreißigjährigen Krieg wurde der Bestand der Mannheimer Palatina komplett neu aufgebaut. Insbesondere in Westeuropa wurden gezielt Handschriften erworben, woraus sich die Schwerpunkte im Bereich der französischen, spanischen bzw. katalanischen und italienischen Handschriften (darunter eine ganze Reihe illuminierter Stundenbücher) erklären. Zu den bekanntesten bzw. bedeutendsten Stücken der ehemaligen Mannheimer Hofbibliothek zählen:

Im Bereich der Nachlässe war ein wichtiger Zugewinn aus der Mannheimer Hofbibliothek der Nachlass der Humanistenfamilie Camerarius, die unter anderem umfangreiche medizinhistorische Quellen des 16. und 17. Jahrhunderts enthält.

Beide Ereignisse in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts hatten zudem zur Folge, dass auch der Druckschriftenbestand auf ein Vielfaches angewachsen war, was in den nicht unumstrittenen Verkauf bzw. Tausch von (scheinbaren) Dubletten mündete. In diesem Kontext konnten indessen einige hoch- bzw. höchstrangige Handschriften erworben werden, wie etwa 1810 eine Handschrift des Nibelungenliedes (Cgm 34, später als Leithandschrift A bezeichnet), die mit zwei anderen Textzeugnissen seit 2009 auch zum Weltdokumentenerbe der UNESCO zählt.

Johann Andreas Schmeller (1785 – 1852) | © BSB/Bildarchiv
Johann Andreas Schmeller (1785 – 1852) | © BSB/Bildarchiv

Ordnung der Handschriften bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

Die heute gebräuchlichen Signaturen der Handschriften gehen weitgehend auf den von 1829 bis 1852 an der Hof- und Staatsbibliothek tätigen Bibliothekar Johann Andreas Schmeller (1785 – 1852) zurück. Ihm war die Aufgabe zugefallen, die in Folge der Säkularisation der Klöster, Mediatisierung der Reichsstädte und Verbringung der Mannheimer Hofbibliothek in München zu Beginn des 19. Jahrhunderts versammelte gewaltige Handschriftenmasse zu ordnen und zu erschließen. Er versuchte – soweit dies 30 Jahre nach der Hauptwelle der Säkularisation und der Vereinigung mit der Mannheimer Hofbibliothek noch möglich war – für die lateinischen Handschriften die Bestände der ehemaligen Klosterbibliotheken aus ihren historischen Katalogen zu rekonstruieren und stellte die Handschriften dann in einer Nummernreihe als Codices latini monacenses („Clm“) nach dem Alphabet der Provenienzen auf. Auch für Handschriften in anderen Sprachen wurden eigene Fächer eingerichtet (so z. B. „Cgm“ = Codices germanici monacenses für die deutschen und „Cod.graec.“ für die griechischen Handschriften).

Allerdings gelang es Schmeller nicht, dieses Verfahren komplett auf den Bestand der lateinischen Handschriften anzuwenden. Die Codices latini der alten Hofbibliothek behielten die von Ignaz Hardt 1806 eingeführten und von Schmeller fortgesetzten Nummern 1 – 698 bzw. 701 – 947 a (später fortgeführt bis 967) bei. Die Nummern 1001 – 2500 wurden für die bayerischen Handschriften der Hofbibliothek bestimmt. Diese – bereits vor Schmeller, nämlich ab 1812 als Codices bavarici 1 – 1329 bezeichnet – wurden zu Codices latini durch Hinzufügung der Zahl 1000, so dass also Cod.bavar. 1 zum Clm 1001 und Cod.bavar. 1329 zum Clm 2329 wurde. Die Nummern 2330 – 2500 blieben unbesetzt. Die Bavarici latini blieben also nach wie vor zusammen und erhielten bei ihren Herkunftsorten nur einen Rückweis. Als Codices incertae bzw. diversae originis wurden unter dem Zeichen der Unbekannten (ZZ) mehrere tausend Handschriften eingereiht, deren Herkunft Schmeller nicht mehr hatte feststellen können (Clm 23001 – 26297).

Der Bereich von Clm 2501 bis 22502 enthält also die seit 1802/03 säkularisierten bzw. mediatisierten Bestände in alphabetischer Folge: Cod. Ab. (Karmeliterbibliothek Abensberg) 1 wurde zu Clm 2501, Cod. Ab. 25 – die letzte Abensberger Handschrift – wurde Clm 2525. Schmeller richtete seine Nummernfolge so ein, dass wenigstens die letzte Ziffer der Latinus-Signatur mit der entsprechenden Ziffer der ehemaligen „Kloster-Signatur“ übereinstimmte, was er durch Lücken in der neuen Zahlenfolge erreichte. So fängt die auf Abensberg im Alphabet folgende Bibliothek Aldersbach nicht mit 2526 an, sondern mit 2531. Bei kleineren Bibliotheken wurde in Zehnerschritten neu begonnen, bei größeren Sammlungen fing Schmeller gern mit einer runden Zahl an, z. B. bei St. Emmeram mit Nr. 14000, obwohl die letzte vorausgehende Handschrift vom Regensburger Stift Niedermünster die Nr. 13601 trägt.

Provenienz-Übersicht nach der Aufstellung Schmellers  (PDF, 84 KB)

Die Clm-Nummerierung findet sich in den gedruckten Katalogen von Karl Halm an erster Stelle, die von Schmeller vergebene Provenienzsignatur in Klammern dahinter, z. B. Clm 18150 (= Teg. 150). Diese – nur interimistisch gedachten – Signaturen in einer gesonderten Konkordanz nachzuweisen, ist nach wie vor sinnvoll, da sie in der älteren Literatur sowie in den Quellenausgaben der Monumenta Germaniae historica (MGH) bis weit ins späte 19. Jahrhundert hinein Verwendung fanden.

Signaturenkonkordanz  (PDF, 50 KB)

Im Bereich der deutschsprachigen Handschriften stellen die Signaturen Cgm 1 – 5154 den Altbestand und die Neuerwerbungen aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts – also der Zeit Schmellers – dar. Im Gegensatz zu den lateinischen Handschriften wurden die deutschen nicht nach Provenienzgruppen, sondern nach formalen oder inhaltlichen Prinzipien in durchgehender Reihe aufgestellt. So umfassen die ersten 200 Nummern ausschließlich Pergament-Handschriften, die Signaturen Cgm 201 – 1499 den Anfang des 19. Jahrhunderts vorhandenen Bestand, darunter – überwiegend als Säkularisationsgut – viele mittelalterliche Handschriften. Der Bereich von Cgm 1501 – 3587 beinhaltet den Teil der deutschsprachigen Codices bavarici (ehemals Cod.bav. 1501 – 3587), der Bestand ab Cgm 3601 bis 5154 bildet die nach Formaten aufgestellten Reste des Altbestandes und Neuerwerbungen unter Schmeller, ab Cgm 5155 erscheinen die späteren Neuerwerbungen in fortlaufender Folge.

Übersicht über das ehemalige Fach der Codices bavarici (Cod.bav.)

Das weitere 19. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg

Schmellers Register der lateinischen Handschriftensignaturen reichte von Clm 1 bis 26297. Mit Clm 26298 begann die Reihe der nach der Säkularisation erworbenen Handschriften, von denen zu Schmellers Zeit die wenigsten bereits in der Bibliothek gewesen sein dürften. Sie wurden in der Reihenfolge, wie man sie erwarb, aufgestellt. Zu den ersten Neuerwerbungen gehörte unter anderem 1858 – genau 300 Jahre nach der Gründung der Bibliothek – der Ankauf der berühmten Bücher- und Handschriftensammlung des französischen Orientalisten Etienne-Marc Quatremère (1782 – 1857). Hierdurch gelang eine spektakuläre Erwerbung, die den Rang der Orientalia-Sammlung auf eine ganz neue Grundlage stellte. Quatremères Büchersammlung umfasste ursprünglich 250 abendländische (u. a. Clm 26301 – 26340, Cod.ital. 482 – 486 und 500 sowie Cod.hisp. 97 – 107) und 1 250 orientalische Handschriften, hierunter sehr wertvolle illustrierte islamische Preziosen (Cod.arab., Cod.pers., Cod.turc.).

Beispiele für bedeutende Werke aus der Bibliothek Quatremère

Weitere Bestandsmehrungen erfolgten durch die reichhaltige Schenkung des Mineralogen und Geheimen Rats Karl Maria Ehrenbert von Moll (Clm 26400 – 26543 und Cgm 6047 – 6174) und 1876 durch Überführung der bis dahin in der Stadtbibliothek Regensburg verwahrten Handschriften (Clm 26600 – 26959).

Der 1858 bzw. seit den späten 1860er/frühen 1870er Jahren erreichte Bestand an abendländischen Handschriften wurde in gedruckten Katalogen – weitgehend auf der Basis der Arbeiten Schmellers – dokumentiert.

Somit stellt das lateinische Supplement ab Clm 27270 bzw. das deutschsprachige Supplement ab Cgm 5155 die Neuerwerbungen dieser Zeit dar, bei denen es sich indessen nicht nur um Käufe, sondern auch um eine größere Anzahl an Ablieferungen von bzw. Tauschaktionen mit bayerischen Behörden handelte. Dies waren insbesondere:

  • Das Königlich Bayerische Reichsarchiv bzw. spätere Bayerische Hauptstaatsarchiv (1874 – 1926)
  • Die Provinzialbibliothek Neuburg (1909)
  • Das Statistische Landesamt (1913)
  • Das Bayerische Nationalmuseum (1923)

Neben ganzen, recht umfangreichen Sammlungen wie der Montgelas-Statistik (Cgm 6844 – 6862 c = 439 Bände) und den Physikatsberichten (Cgm 6874 = 222 Bände) gelangten auf diese Weise auch eine ganze Reihe mittelalterlicher Fragmente sowie die folgenden herausragenden Handschriften in die Bayerische Staatsbibliothek:

  • Flämisches Stundenbuch aus dem frühen 16. Jahrhundert  (Clm 28345)
  • Lateinisches Stundenbuch aus dem frühen 16. Jahrhundert  (Clm 28346)

Übersicht über Landesbeschreibungen und Statistiken

Eine nicht unerhebliche Bestandsvermehrung bedeutete zudem die Abgabe von etwa 600 handgezeichneten (Militär-)Karten durch bayerische Armee-Bibliotheken sowie insbesondere der Wehrkreisbücherei VII, München, an die Bayerische Staatsbibliothek, die zuerst als Karten unter der Signatur Mappae (Mapp.) inventarisiert und 2006 schließlich zu den Codices iconographici (Cod.icon. 180) umgestellt wurden.

Bestandsmindernd wirkten sich die im Gegenzug erfolgenden Abgaben an das Reichsarchiv/Bayerische Hauptstaatsarchiv und das Wilhelmsgymnasium München (Clm 2011 – 2093, nun im Staatsarchiv München) aus. Diese ehemals vorhandenen Handschriften sind im OPACplus/BSB-Katalog bereits weitgehend nachgewiesen und mit dem Suchbegriff „Abgabe“ im Konnex mit der Sucheinschränkung (Facette) „Handschrift“ recherchierbar.

Von den Verlusten des Zweiten Weltkriegs – die Bibliothek wurde bei Bombenangriffen fast vollständig zerstört – waren der Handschriften- und Inkunabel-Bestand zum Glück dank rechtzeitiger Auslagerungen kaum betroffen.

Nachkriegszeit

Aufgrund des zerstörten Südflügels des Bibliotheksgebäudes war die Handschriftensammlung bis zu dessen Wiederinbetriebnahme im Jahr 1970 behelfsmäßig in der Arcisstraße untergebracht. In dieser Zeit konnte der Bestand weiterhin sinnvoll um Handschriften, die für die Geschichte und das Kulturleben Bayerns von Bedeutung sind, ergänzt werden. Eine der größeren Erwerbungen in der frühen Nachkriegszeit waren 3 Bände der Ottheinrich-Bibel im Jahr 1950.

Insgesamt konnten allein in den drei Nachkriegsjahrzehnten (1948 – 1978) rund 4 000 Handschriften – mit einem deutlichen Schwerpunkt auf den deutschsprachigen – neu erworben werden.

Daneben erfolgte in den Nachkriegsjahrzehnten ein(e) erneute(r) verwaltungsinterne(r) Abgabe durch bzw. Austausch mit anderen bayerischen Behörden wie dem Hauptstaatsarchiv (1956), dem Nationalmuseum (1959), den Staatsgemäldesammlungen (1962) und dem Nationaltheater (1975). So wurde etwa mit dem Hauptstaatsarchiv der Leuchtenberg-Nachlass gegen den Teil-Nachlass von Franz Graf von Pocci (nun unter der BSB-Signatur Pocciana) getauscht. Insbesondere die Zuweisung von insgesamt 97 Handschriften durch das Nationalmuseum und die Staatsgemäldesammlungen (zum Teil als Dauerleihgabe) bereicherte den Bestand nachhaltig. Als Beispiele hierfür seien genannt:

Auch in der Gegenwart steht zur Profilierung des Bestandes der Erwerb sowohl interessanter Einzelstücke wie auch geschlossener Sammlungen (Nachlässe) im Fokus einer zielgerichteten und breit angelegten Neuerwerbungspolitik. Aufgrund der oftmals hohen Preise bedarf es der Erwerbung im Rahmen von Finanzierungskoalitionen mit Stiftungen wie der Kulturstiftung der Länder oder der Ernst von Siemens Kunststiftung. Beispiele für die Neuerwerbung hochkarätiger Spitzenstücke in den vergangenen Jahren sind:

Literatur

Pracht auf Pergament: Schätze der Buchmalerei von 780 bis 1180. Katalog und Ausstellung: Claudia Fabian ... München: Hirmer, 2012. Bayerische Staatsbibliothek: Ausstellungskataloge. 86.

Kulturkosmos der Renaissance: die Gründung der Bayerischen Staatsbibliothek: Katalog der Ausstellung zum 450-jährigen Jubiläum, 7. März – 1. Juni 2008, und der Schatzkammerausstellung „Musikschätze der Wittelsbacher“, 9. Juni – 6. Juli 2008. Herausgegeben von der Bayerischen Staatsbibliothek; Katalog und Ausstellung: Claudia Fabian ... Wiesbaden: Harrassowitz, 2008. Bayerische Staatsbibliothek: Ausstellungskataloge. 79.

Lebendiges Büchererbe: Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Redaktion: Dieter Kudorfer. München: Bayerische Staatsbibliothek, 2003. Bayerische Staatsbibliothek: Ausstellungskataloge. 74.

Hauke, Hermann: So überstanden die Handschriften den zweiten Weltkrieg. In: Bibliotheksforum Bayern 22 (1994), S. 57-63.

Thesaurus librorum: 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek: Ausstellung München 18. August – 1. Oktober 1983. Ausstellung und Katalogredaktion: Karl Dachs und Elisabeth Klemm. Wiesbaden: Reichert, 1983. Bayerische Staatsbibliothek: Ausstellungskataloge. 28.

Erwerbungen aus drei Jahrzehnten, 1948 – 1978: abendländische und orientalische Handschriften, Inkunabeln und seltene Drucke, Noten und Landkarten: Ausstellung April – Juli 1978. Ausstellung und Katalogredaktion: Karl Dachs ... Wiesbaden: Reichert, 1978. Bayerische Staatsbibliothek: Ausstellungskataloge. 16.

Cimelia Monacensia: wertvolle Handschriften und frühe Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek München. Wiesbaden: Reichert, 1970.

Ruf, Paul: Codices bavarici: Handschriften zur Geschichte Bayerns in der Bayerischen Staatsbibliothek. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 18 (1955), S. 1-39.

Ottheinrich-Bibel:
Die Ottheinrich-Bibel: das erste illustrierte Neue Testament in deutscher Sprache: Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 8010: Begleitbuch zu den Ausstellungen anlässlich der Zusammenführung der Ottheinrich-Bibel im Jahre 2008. Luzern: Faksimile-Verlag, 2008. Bayerische Staatsbibliothek: Ausstellungskataloge. 80.

Salzburger Missale und Furtmeyr-Bibel:
Berthold Furtmeyr in München: illuminierte Prachthandschriften. 2 Bände. Band 1: Die Münchener Furtmeyr-Bibel, Bayerische Staatsbibliothek Cgm 8010 a. Band 2: Das Salzburger Missale, Bayerische Staatsbibliothek Clm 15708 – 15712. Luzern: Quaternio-Verlag, 2011.

Ausgewählte Literatur zu den Nachlässen und Autographen

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