NS-Raubgutforschung

Organisation, Ansprechpartner

Leitung:  Dr. Stephan Kellner

Projektmitarbeiter:
Roland Moosmüller B. A.; studentische Hilfskräfte: Franziska Eschenbach M. A., Elena Velichko B. A.

Telefon:  +49 89 28638-2756
ns-raubgut@bsb-muenchen.de

Ausführliche Informationen

Ausführliche Informationen zur NS-Raubgutforschung an der Bayerischen Staatsbibliothek finden Sie unter:
http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/ns-raubgut

NS-Raubgutforschung an der Bayerischen Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek sucht seit 2003 in ihren Beständen nach NS-Raubgut. Sie orientiert sich damit an der Verpflichtung, die alle öffentlichen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland 1999 in einer gemeinsamen „Erklärung zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“ eingegangen sind. Die Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ermöglicht es nun, ihre Recherchen zum Abschluss zu bringen und Rückgaben durchzuführen.

Gemeinsame Erklärung
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Überprüfung der Bestände

Die Überprüfung der circa 65 000 Bände, die die Bayerische Staatsbibliothek zwischen 1933 und 1945 erwarb, ist inzwischen abgeschlossen. Bei rund einem Prozent der Bücher besteht der Verdacht oder wurde erwiesen, dass es sich um NS-Raubgut handelt. Die Recherchen zu den einzelnen Titeln sind weitestgehend abgeschlossen, noch ausstehende Rückgaben werden laufend vorbereitet. Des Weiteren müssen circa 30 000 Bände durchgesehen werden, die die US-amerikanische Militärregierung der Bayerischen Staatsbibliothek nach 1945 übergab. Sie stammen aus Büchersammlungen von NS-Organisationen und, wie Stichproben ergaben, befindet sich unter ihnen weiteres NS-Raubgut.

Restituiertes NS-Raubgut: Thomas Mann, Izabrana dela, 1935 (serbo-kroatische Übersetzung, mit handschriftlicher Widmung der Übersetzerin Anica Savic Rebac) | © BSB
Restituiertes NS-Raubgut: Thomas Mann, Izabrana dela, 1935 (serbo-kroatische Übersetzung, mit handschriftlicher Widmung der Übersetzerin Anica Savic Rebac) | © BSB
NS-Raubgut: Lina Wagner-Tauber, Jüdische Märchen und Sagen, 1930 (mit handschriftlicher Widmung und Stempel einer NS-Bibliothek) | © BSB
NS-Raubgut: Lina Wagner-Tauber, Jüdische Märchen und Sagen, 1930 (mit handschriftlicher Widmung und Stempel einer NS-Bibliothek) | © BSB
Restituiertes NS-Raubgut: Bücher aus dem Verlag Geca Kon in Belgrad | © Biljana Rakocevic/Serbische Nationalbibliothek
Restituiertes NS-Raubgut: Bücher aus dem Verlag Geca Kon in Belgrad | © Biljana Rakocevic/Serbische Nationalbibliothek
 

Restitution

Die Bayerische Staatsbibliothek möchte aufgefundenes NS-Raubgut so unbürokratisch wie möglich an die rechtmäßigen Besitzer bzw. ihre Erben oder Rechtsnachfolger zurückgeben. Seit 2006 fanden bereits mehrere Restitutionen statt, weitere sind in Vorbereitung. Lässt sich die Herkunft der geraubten Bücher nicht feststellen, sollen die Funde in der Internet-Datenbank „Lost Art“ des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste dokumentiert werden. Darüber hinaus kennzeichnet die Bayerische Staatsbibliothek sämtliche betroffenen Titel entsprechend in ihren eigenen Katalogen. Im OPACplus/BSB-Katalog sind das NS-Raubgut und die Verdachtsfälle recherchierbar mit der Eingabe „BSB-Provenienz: NS-Raubgut“.

Lost Art

OPACplus/BSB-Katalog  (mit Suchanfrage „BSB-Provenienz“)

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