Das Signaturenfach „Bavarica“

Martin Schrettinger führte 1814 das Signaturenfach „Bavarica“ ein (Bildausschnitt aus einem Gemälde, einer Schenkung an die Bayerische Staatsbibliothek) | © BSB/Bildarchiv
Martin Schrettinger führte 1814 das Signaturenfach „Bavarica“ ein (Bildausschnitt aus einem Gemälde, einer Schenkung an die Bayerische Staatsbibliothek) | © BSB/Bildarchiv

Allgemeines

Das Signaturen-Fach „Bavarica“ enthält bayernbezogene Literatur der Erwerbungsjahre bis 1935 und von 1949 bis 1998. Die Bestände sind im OPACplus/BSB-Katalog unter dem Signaturenkürzel „*Bavar.“ recherchierbar.

OPACplus/BSB-Katalog

OPACplus/BSB-Katalog  (mit Voreinstellung digitalisierte Bücher mit Bavar.-Signatur)

Einführung des Signaturenfachs „Bavarica“

1814 führte der ehemalige Benediktiner und Bibliothekar Martin Schrettinger ein neues Ordnungssystem ein, um den Bestandszuwachs durch die Säkularisation zu bewältigen. Es bestand aus 12 Hauptabteilungen (Enzyklopädie, Philologie, Geschichte, Mathematik, Physik, Anthropologie, Philosophie, Ästhetik, Politik, Rechtswissenschaft, Medizin, Theologie), die in 180 Fächer untergliedert waren.

Seit 1814 wurden im Signaturenfach „Bavarica“ alle Bücher ab dem Erscheinungsjahr 1501 aufgestellt, die sich auf Bayern in den jeweiligen Grenzen bezogen.

Weiterführende Informationen

Ausnahmen

Allerdings ordnete man nicht alle Bayern betreffende Publikationen unter „Bavarica“ ein:

Nicht enthalten sind die Publikationen zur Geschichte und Theorie der Musik sowie Landkarten, Globen, Atlanten und kartographische Literatur. Bayernbezogene Publikationen zu Kunst und Kunstgeschichte wurden erst ab 1935 im Fach „Bavarica“ aufgestellt. Umgekehrt ist belletristische Literatur nur bis 1913 unter der Bavar.-Signatur zu finden.

Zeitungen, die in Bayern erschienen, stehen im Fach „Ephemerides politicae“ (Eph.pol.).

Zensierte oder aus rechtlichen Gründen zugangsbeschränkte Bücher wurden in den Remota-Fächern aufgestellt. Remota V umfasst Drucke, die von vornherein nicht uneingeschränkt für die Öffentlichkeit gedacht waren, u. a. das „Landes-Kriminalblatt Bayern“, Fahndungsbücher der Polizei, Bühnenmanuskripte oder Sendemanuskripte des Bayerischen Rundfunks.

Das Numerus-Currens-Prinzip

Als die Bayerische Staatsbibliothek 1936 dazu überging, Neuerwerbungen ohne Rücksicht auf den Inhalt nach dem Eingangsdatum aufzustellen (sog. Numerus Currens-Prinzip), wurde auch das Signaturenfach „Bavarica“ nicht mehr verwendet.

Nach einer Reaktivierung des Faches von 1949 bis 1998 setzte sich dann endgültig das Numerus-Currens-Prinzip durch. Bavarica-Neuzugänge werden heute mit der Angabe des Erwerbsjahres, sogenannten Jahresringen, erfasst.

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