Bavarica in Karten

Philipp Apian, Jost Amman und Wolf Strauß: Bairische Landtaflen. Ingolstadt, 1568 | © BSB
Philipp Apian, Jost Amman und Wolf Strauß: Bairische Landtaflen. Ingolstadt, 1568 | © BSB

Allgemeines

Zahlreiche Kartenblätter aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek dokumentieren die politische, wirtschaftliche und räumliche Entwicklung Bayerns.

Weiterführende Informationen zur Kartensammlung

Besondere historische Karten von Bayern

Die ältesten Karten stammen aus dem 16. Jahrhundert, der Schwerpunkt der Sammlung liegt im 19. Jahrhundert. Karten von Bayern und einzelnen bayerischen Regionen und Orten sind im Signaturenfach „Mapp. XI“ versammelt.

Topographische Karten von Bayern, Württemberg und Baden in chronologischer Ordnung sind ab Mapp. XI,0 eingeordnet, Karten der Regierungsbezirke von Mapp. XI,140 s bis Mapp. XI,393 fl, Stadtpläne ab Mapp. XI,393 fl und Historische Karten von Mapp. XI,588 bis Mapp. XI,601 z. Karten aus aller Welt aus der Bibliothek Montgelas findet man ab der Signatur Mapp. XI,800.

Adrian von Riedl: Strom-Atlas von Baiern. München, 1806 – 1808 (Plan des Tegernsees, Plan des Schliersees) | © BSB
Adrian von Riedl: Strom-Atlas von Baiern. München, 1806 – 1808 (Plan des Tegernsees, Plan des Schliersees) | © BSB
Adrian von Riedl: Strom-Atlas von Baiern. München, 1806 – 1808 (Hängebrücke) | © BSB
Adrian von Riedl: Strom-Atlas von Baiern. München, 1806 – 1808 (Hängebrücke) | © BSB
Adrian von Riedl: Strom-Atlas von Baiern. München, 1806 – 1808 (Isar von Tölz bis München) | © BSB
Adrian von Riedl: Strom-Atlas von Baiern. München, 1806 – 1808 (Isar von Tölz bis München) | © BSB
Philipp Apian, Jost Amman und Wolf Strauß: Bairische Landtaflen. Ingolstadt, 1568 | © BSB
Philipp Apian, Jost Amman und Wolf Strauß: Bairische Landtaflen. Ingolstadt, 1568 | © BSB

„Landtaflen“ Apians

Der Mathematiker und Astronom Philipp Apian aus Ingolstadt fertigte zwischen 1554 und 1563 eine monumentale Karte des Herzogtums Bayern an, die im 18. Jahrhundert verbrannt wurde. Materialien zu der „Großen Karte von Bayern“ finden sich im Nachlass Apians, darunter rund 100 Ansichten von Burgen, Schlössern, Klöstern und Orten sowie von Landschaften aus dem Raum des damaligen Herzogtums Bayern.

Auf der Basis der „Großen Karte“ ließ Apian 1566 Holzschnitte im kleineren Maßstab anfertigen. Diese sogenannten „Bairischen Landtaflen“, aufgeteilt in 24 Holzschnitte, verlegte Apian in seiner eigenen Druckerei. Die Staatsbibliothek besitzt mehrere Ausgaben dieses Druckes.

Weiterführende Informationen

Weitere Zeugnisse der Geschichte der Landvermessung

Adrian von Riedl veröffentlichte zwischen 1796 und 1805 eine Sammlung von rund 60 Straßenkarten, den „Reise-Atlas von Baiern“. Außerdem stammt von ihm der Strom-Atlas zu den bayerischen Gewässern mit 27 großformatigen Karten, welche erstmals präzise die bayerischen Gewässer darstellen.

Zur Besteuerung von Grundbesitz kartographierte und vermaß eine staatliche Kommission von 1808 bis 1853 ganz Bayern. Dabei entstanden 22 000 großformatige Flurkarten, die sogenannte Urkataster-Aufnahme. Die handgezeichneten Originale liegen im Hauptstaatsarchiv, die Lithographiesteine beim Landesamt für Vermessung und Digitalisierung. Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt aber Drucke der späteren Ausgaben. Diese bayerischen Katasterpläne werden ohne Mapp.-Signatur unter den Nummern der Kartenblätter aufbewahrt und sind anhand von Übersichtblättern im Lesesaal Musik, Karten und Bilder zu bestellen.

Von 1812 bis 1867 erschien der „Topographische Atlas vom Königreiche Baiern“ in 112 Einzelblättern. Er war das erste mit modernen und detaillierten Aufnahmeverfahren hergestellte flächendeckende Kartenwerk Bayerns. In späteren Ausgaben wurden die großformatigen Blätter halbiert und mit dem Zusatz „West“ oder „Ost“ gedruckt. 1903 erschien eine Ausgabe in Farbe.

Bayerische Landesbibliothek Online – Schwerpunkt Karten

Lesesaal Musik, Karten und Bilder

Ortsdatenbank

Matthaeus Merian  und Martin Zeiller: Topographia Bavariae das ist Beschreib: vnd Aigentliche Abbildung der Vornembsten Stätt vnd Orth, in Ober vnd Nieder Beyern, Der Obern Pfaltz, Vnd andern, Zum Hochlöblichen Bayrischen Craiße gehörigen, Landschafften. Frankfurt am Main, 1644 | © BSB
Matthaeus Merian <der Ältere> und Martin Zeiller: Topographia Bavariae das ist Beschreib: vnd Aigentliche Abbildung der Vornembsten Stätt vnd Orth, in Ober vnd Nieder Beyern, Der Obern Pfaltz, Vnd andern, Zum Hochlöblichen Bayrischen Craiße gehörigen, Landschafften. Frankfurt am Main, 1644 | © BSB

Wichtige historische Ansichtswerke

Kunst- und architekturgeschichtlich interessante Kupferstiche von Stadtansichten, Klöstern und Schlössern enthält die 1644 von Matthäus Merian und Martin Zeiller gestaltete „Topographia Bavariae“. Für Schwaben ist der Band „Topographia Sueviae“ heranzuziehen, für Franken die „Topographia Franconiae“.

1687 und 1690 erschien in zwei Bänden der „Kurbayerische Atlas“ des Münchner Juristen Anton Wilhelm Ertl. Die Beschreibungen der Städte, Märkte, Stifte, Abteien und Klöster sind mit Kupferstichen des Johann Ulrich Krauß illustriert.

1701 bis 1721 gab Michael Wening im Auftrag des bayerischen Hofes und der bayerischen Landschaft (Landstände) die „Historica Topographica descriptio“ heraus, eine ausführliche Beschreibung des Kurfürstentums Bayern mit Ansichten und Beschreibungen der Städte, Klöster und Schlösser Bayerns. Das Werk erschien in vier Bänden mit 846 Ansichten. Die Kupferplatten befinden sich heute im Besitz des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, die Bayerische Staatsbibliothek besitzt Drucke der Erstausgabe.

Merian Franken 1648  (in der Datenbank „Franconica Online“ der Universität Würzburg)
Kurbayerischer Atlas  (Bavar. 759-1)

Kupferstiche von Michael Wening  (in bavarikon)
Ortsstich von Michael Wening: Bad Kötzting  (in bavarikon)
Ortsstich von Michael Wening: Burg Falkenberg  (in bavarikon)

Weiterführende Informationen

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