Bavarica in den Alten Drucken

Ars et modus contemplativae vitae (Blockbuch, Ausschnitt). Nürnberg, 1473 | © BSB/Xylogr. 38
Ars et modus contemplativae vitae (Blockbuch, Ausschnitt). Nürnberg, 1473 | © BSB/Xylogr. 38

Allgemeines

Der Großteil der Bavarica im 16. und 17. Jahrhundert sind Drucke. Die meisten Drucke sind im OPACplus/BSB-Katalog erschlossen, zusätzlich gibt es Spezialkataloge wie den Inkunabel-Katalog für Drucke von 1450 – 1500.

BSB-Ink online

Weiterführende Informationen zur Sammlung „Historische Drucke“

Totenrotelsammlungen

Als „Totenroteln“ bezeichnete man im Mittelalter Pergamentrollen, die von Kloster zu Kloster getragen wurden, um über verstorbene Mitbrüder zu informieren. Ab dem späten 16. Jahrhundert ging man dazu über, Daten und Informationen zu Verstorbenen auf gedruckten Blättern an die Klöster zu verschicken. Diese legten entsprechende Blättersammlungen an. Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt 15 Bände (Res/2 Bavar. 980) mit etwa 2 900 Totenroteln aus den Klöstern Attel, Tegernsee, Indersdorf, Dietramszell und Dießen. Der zeitliche Schwerpunkt der Totenrotelsammlung ist das 18. Jahrhundert.

Totenrotelsammlung des Benediktinerklosters Ensdorf im Bestand der Provinzialbibliothek Amberg
Totenrotelsammlung des ehemaligen Benediktinerklosters St. Emmeram

Sammlung von zoologischen Einblattdrucken vornehmlich aus dem 17. Jahrhundert, Flugschriften und Kleinschrifttum aus dem Besitz der Zoologin Ingrid Faust | © BSB/Res/Slg.Faust
Fünf Elefanten (Ende 16. Jahrhundert): Sammlung von zoologischen Einblattdrucken vornehmlich aus dem 17. Jahrhundert, Flugschriften und Kleinschrifttum aus dem Besitz der Zoologin Ingrid Faust | © BSB/Res/Slg.Faust
Handwerkskundschaften der Sammlung Stopp | © BSB/Slg.Stopp D 358.1.1 e
Handwerkskundschaften der Sammlung Stopp: In der Sammlung sind die Arbeitsattestate von wandernden Handwerkergesellen aus den Jahren 1760 – 1810 enthalten. „Wir Vorgeher, Geschworne und andere Meister des Handwerks derer [Gürtler] in des Heiligen Reichs Stadt Nördlingen, bescheinigen hiemit, ...“ Nicht nach 1786 | © BSB/Slg.Stopp D 358.1.1 e

Einblattdrucke der Frühen Neuzeit

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt eine bedeutende Sammlung von Einblattdrucken aus der Frühen Neuzeit. Die Einblattdrucke sind mittlerweile sämtlich im OPACplus/BSB-Katalog erschlossen, digitalisiert und mit Beschreibungstexten versehen.

Die Sammlung enthält auch wichtige Bavarica-Bestände:

  • Aus der Sammlung des Richters Franz Joseph von Kloeckel in 200 Bänden rund 1 850 bayerische Verordnungsblätter des 16. bis 18. Jahrhunderts (Kloeckeliana).
  • Handwerkskundschaften der Sammlung Stopp (Slg.Stopp): In der Sammlung sind die Arbeitsattestate von wandernden Handwerkergesellen aus den Jahren 1760 – 1810 enthalten.
  • Sammlung von zoologischen Einblattdrucken vornehmlich aus dem 17. Jahrhundert, Flugschriften und Kleinschrifttum aus dem Besitz der Zoologin Ingrid Faust (Res/Slg.Faust).

Repertorium der Einblattdrucke, Einblattkalender und Spielkarten der Bayerischen Staatsbibliothek München  (Cbm Cat. 274 a)
Digitale Sammlungen – Einblattdrucke

Ars et modus contemplativae vitae (Blockbuch). Nürnberg, 1473 | © BSB/Xylogr. 38
Ars et modus contemplativae vitae (Blockbuch). Nürnberg, 1473 | © BSB/Xylogr. 38

Blockbücher aus bayerischen Sammlungen

In Bayern sind überproportional viele Blockbücher erhalten geblieben. Das liegt zum einen daran, dass viele in dieser Region hergestellt wurden, zum anderen an der im Vergleich zu protestantischen Gegenden sehr spät erfolgten Säkularisation von Kirchengut. Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen Bestand von 49 Blockbüchern (einschließlich Fragmenten) und zählt damit zu einer der größten Sammlungen weltweit.

Sämtliche Blockbücher aus bayerischen Sammlungen wurden in einem DFG-Projekt erschlossen, digitalisiert und beschrieben.

Blockbücher aus bayerischen Sammlungen

Einbandsammlung

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt eine reiche Sammlung von Bucheinbänden des 15. und 16. Jahrhunderts. Die meisten Einbände entstanden in bayerischen Buchbinderwerkstätten, z. B. bei Ambrosius Keller in Augsburg, bei Anton Schweller in München oder bei Aloys Attenkofer in Ingolstadt. Sie gehörten zum Besitz der bayerischen Klosterbibliotheken, deren Bestand durch die Säkularisation an die Hofbibliothek verbracht wurde.

Die Sammlung umfasst etwa 4 150 Blätter mit über 7 600 Durchreibungen von Leitstempeln spätgotischer Einbände sowie zahlreiche weitere Durchreibungen oft ganzer Einbände. Die Sammlung ist in der Einbanddatenbank erschlossen.

Einbanddatenbank

Klosterexlibris Benediktinerabtei St. Jakob, Benediktbeuern
Klosterexlibris Benediktinerabtei St. Jakob, Benediktbeuern
Klosterexlibris Augustinerchorherrenstift St. Sixtus, (Herren)Chiemsee
Klosterexlibris Augustinerchorherrenstift St. Sixtus, (Herren)Chiemsee
Klosterexlibris St. Ulrich und Afra
Klosterexlibris St. Ulrich und Afra
 

Exlibris-Sammlung

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt mit etwa 40 000 Stück die drittgrößte Exlibris-Sammlung in Deutschland. Sie enthält neben aus Bibliotheksbeständen ausgelösten Exlibris mehrere Privatsammlungen, vor allem die umfangreiche Sammlung des Arztes und Exlibris-Spezialisten Josef Klüber (1873 – 1936). Die Sammlung umfasst auch etwa 600 Exlibris bayerischer Klöster. Die Klosterexlibris sind in digitalisierter Form zugänglich. Die Exlibris-Sammlung ist nach Vorprovenienzen geordnet und zum großen Teil in einem Kartenkatalog erschlossen, der im Lesesaal Handschriften und Alte Drucke benutzt werden kann.

Übersicht der digitalisierten Klosterexlibris

Top