Freddy Litten

Verzeichnis der Mikroformen zur Geschichte in der Bayerischen Staatsbibliothek

Einleitung

"Historisches"

1991 erschien mein erstes Teilverzeichnis mikroverfilmter Archivalien in der BSB: "Britische und US-amerikanische Aktenpublikationen zur Geschichte Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert -- Ein Führer zu Mikroform-Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek" (Arbeiten aus dem Osteuropa-Institut München, Nr. 147). Von 1994 bis 1997 folgten vier weitere Teilverzeichnisse in den "Mitteilungen des Osteuropa-Instituts München" (Nr. 1 zu Ostasien, einschließlich der Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin; Nr. 9 erneut zu Osteuropa; Nr. 17 zu den beiden Weltkriegen; und Nr. 21 zu Westeuropa), bis schließlich mit Stand Ende Mai 1998 das "Gesamtverzeichnis der ausländischen mikroverfilmten Archivalien in der Bayerischen Staatsbibliothek München" in der gleichen Reihe (Nr. 36) veröffentlicht werden konnte. Dieses vom Layout her an sich nur für den Druck vorgesehene Verzeichnis wurde vom Osteuropa-Institut München auch ins Internet gestellt, wobei allerdings ein guter Teil der Übersichtlichkeit notgedrungen verloren ging. Die Neuerwerbungen der folgenden knapp drei Jahre auf diesem Sektor wurden in 7 Updates erfaßt, die nur im Internet auf dem Server der Bayerischen Staatsbibliothek zur Verfügung standen.
Im April 2001 entschied ich mich, die bisherigen Updates mit dem alten "Gesamtverzeichnis" zu verschmelzen und dabei im wesentlichen die Darstellungsweise zu nutzen, die sich meines Erachtens bei den Updates bewährt hatte.
Alle Haupteinträge sind seitdem in einer Datei (https://www.bsb-muenchen.de/mikro/litten.htm) versammelt, längere Untereinträge und umfangreichere Signaturinformationen in mit den Haupteinträgen verknüpfte "Unterdateien" ausgelagert und die wichtigen Änderungen auf einer eigenen Seite (https://www.bsb-muenchen.de/mikro/littenup.htm) protokolliert.
Da ohnehin von Anfang an nicht ausschließlich Verfilmungen von Archivalien und anderen unveröffentlichten Dokumenten aufgenommen worden waren, fand mit dem 30. Juni 2004 eine Namensänderung in "Verzeichnis der Mikroformen zur Geschichte in der Bayerischen Staatsbibliothek" (VMG-BSB) statt. In diesem Zusammenhang wurden auch ältere Verfilmungen von Druckwerksammlungen (ausgenommen die wirklich großen und allgemeinen wie die "Early English Books") sowie Verfilmungen deutscher Archivalien nachträglich aufgenommen. Eine Druckfassung des VMG-BSB ist nicht vorgesehen.

Zielsetzungen

Ziel des "VMG-BSB" ist es, alle verfilmten ungedruckten Materialien, also neben "echten" Archivalien auch Findmittel und z.B. Verfilmungen ungedruckter Studien für die amerikanische Regierung, zu verzeichnen. Darüber hinaus sollen auch möglichst vollständig Verfilmungen von thematischen Sammlungen von Druckwerken (Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Flugschriften) aufgenommen werden, soweit sie vor allem für die Geschichts- und Politikforschung interessant erscheinen. Nicht aufgenommen werden Verfilmungen einzelner Werke (vor allem Dissertationen) oder einzelner Zeitschriften und Zeitungen, etwa im Rahmen von Schutzverfilmungen, da dies den Rahmen des Verzeichnisses sprengen würde.
Die Existenz dieser Verfilmungen bekannt zu machen und einen Überblick darüber zu verschaffen, ist eine Aufgabe des "VMG-BSB". Die andere ist es, bei der Benutzung zu helfen. Letzteres geschieht vor allem durch die Angabe der nötigen Signaturen, auch etwaiger Findmittel ("Guides"); aber auch in Einzelfällen durch nähere Aufschlüsselungen der Inhalte, Signaturübersichten, Konkordanzen. etc. Eine Katalogrecherche wird dadurch normalerweise überflüssig sein. Der Idealfall sieht folgendermaßen aus: Man sucht im "VMG-BSB" die gewünschte Verfilmung samt dazugehörigem Guide, bestellt den Guide mit der angegebenen Signatur, sucht sich im Guide die Filmrollen bzw. Mikrofiches heraus, die die gewünschten Dokumente enthalten, und bestellt sie wiederum über die im "VMG-BSB" aufgeführte Signatur.
Um es aber deutlich zu sagen: Das "VMG-BSB" kann und soll nicht die Guides zu den einzelnen Verfilmungen ersetzen. Es soll helfen, einen Überblick über die einschlägigen Materialien zu erhalten und den Zugriff darauf in der BSB erleichtern.

Aufbau des "VMG-BSB"

Das "VMG-BSB" ist, getreu derzeitiger Archivpraxis, dem Provenienzprinzip folgend aufgebaut, d.h. die Materialien werden nach ihrer Herkunft, nicht nach ihrem Betreff verzeichnet. (Durch die verstärkte Aufnahme von Verfilmungen von Druckwerken wird dieses Vorgehen an die Grenze der Belastbarkeit geführt. Als Sonderkategorie wurde daher der Punkt "Biographische Nachschlagewerke" eingeführt.)
Die oberste Einteilungsstufe sind die Länder, in denen sich die Materialien zum Zeitpunkt der Verfilmung befanden. (Die Akten des polnischen Außenministeriums 1918-1940 (Eintrag Nr. 120) waren beispielsweise Bestandteil der amerikanischen National Archives, als sie verfilmt wurden, und sind daher unter "Vereinigte Staaten von Amerika" zu finden.) Die Länder sind nach deutschen Namen alphabetisch sortiert. Die Reihenfolge der einzelnen Repositorien innerhalb der Länder ist zwar nicht völlig willkürlich, in der Praxis ist es jedoch wesentlich einfacher, im Inhaltsverzeichnis nachzusehen oder die Browsersuchfunktion einzusetzen, als sich die Regeln zu merken. Unterhalb der Ebene der Repositorien gibt es verschiedene Anordnungen: nach vorgegebenen Nummern von Record Groups oder Fonds, chronologisch oder alphabetisch nach dem behandelten Land. Auch hier helfen Inhaltsverzeichnis, Unterverzeichnisse oder Browsersuchfunktion.
Mit Eintrag Nr. 310 endete das alte "Gesamtverzeichnis", mittlerweile sind jedoch neue Haupteinträge hinzugekommen, die Nummern ab 311 erhalten. Die Haupteinträge selbst sind ebenfalls nach ihrer Provenienz eingeordnet; am Ende der Hauptdatei findet man jedoch eine Übersicht dieser neu hinzugekommenen Nummern mit entsprechenden Verknüpfungen.
Das Schlagwortregister ist in einer Unterdatei ausgelagert.

Aufbau der Einträge

Jeder Haupteintrag beginnt mit der laufenen Nummer (kursiv und, in der Hauptdatei, fett). Diese Nummern dienen außerdem der Identifizierung im Schlagwortregister. Es folgen der Titel der Verfilmung (nicht unbedingt in Übereinstimmung mit der bibliothekarischen Ansetzung), gegebenenfalls eine genauere Provenienzbestimmung in eckigen Klammern, die Zahl der Filmrollen bzw. Mikrofiches und der Verlag. Bei NARA- und einigen SR-Publikationen findet man in runden Klammern auch die sog. M- oder T-Nummer, die eine solche Verfilmung eindeutig identifiziert. (Ein Register dieser Nummern liegt in einer eigenen Unterdatei.) Anmerkungen von mir sind generell in eckigen Klammern zu finden.
Im Haupteintrag oder in der dazugehörigen Unterdatei findet man dann die Signatur(en) der Verfilmung; kursiv gehaltene Teile (rn oder Jahr) ersetzt man bei der Bestellung durch die gewünschte(n) Ziffer(n). Falls nötig ist in eckigen Klammern angegeben, aus welchem Intervall die Rollennummern zu entnehmen sind.
Vor allem in den Unterdateien sind die Signaturen teilweise in größere Übersichten verpackt. Diese mögen auf den ersten Blick befremdlich wirken, sind jedoch vor allem dazu gedacht, in Verbindung mit den zum Originalbestand gehörigen Findmitteln den Zugriff auf einzelne Filmrollen oder Kästen zu erleichtern. Gelegentlich scheinen in diesen Übersichten Unstimmigkeiten auf, doch kann man üblicherweise davon ausgehen, daß dies so auf den Filmschachteln bzw. Mikrofiches angegeben ist. (Einzelne Fehler meinerseits sind natürlich bei der Menge an Zahlen nicht auszuschließen.)
Üblicherweise folgen auf die Signaturangaben der Verfilmung die Angaben zum Umfang des dazugehörigen Guides und seine Signatur. Seit einiger Zeit werden Guides, nicht nur Zweitexemplare, im Lesesaal der BSB an der Info 2 aufgestellt, um ihre Benutzung zu erleichtern. Diese Exemplare sind ohne Signatur, dafür als "Hbl" (Handbibliothek Lesesaal), im "VMG-BSB" angegeben. Ihre Hbl-Signatur besteht aus einem "G" (für Guide) und der Eintragsnummer im "VMG-BSB". "G 64" steht also z.B. für das, in diesem Fall, Zweitexemplar des Guides zu Eintrag Nr. 64 (The Sonnino Papers 1914-1919).

Bestellung von Mikroformen

Das "VMG-BSB" soll dem Benutzer die direkte Bestellung über den "Magazinbestellung"-Menüpunkt ohne vorherige Recherche im OPAC ermöglichen. (Vgl. den Hilfetext der BSB.) Teilweise sind die hier aufgeführten Verfilmungen auch noch gar nicht im OPAC erfaßt. Außerdem ermöglicht diese Art der Bestellung die Eingabe von Zusatzspezifikationen wie "Kasten 5", die bei einer Bestellung im Anschluß an eine Recherche im OPAC nicht möglich wären. Allerdings heißt dies nicht, daß die Bestellungen deshalb immer problemlos über die Bühne gehen: Mikroformen sind eben manchmal problematisch.
Bei den Mikroformen sind nur Ausleihe in den Lesesaal und Fernleihe möglich. Für die Fernleihe gilt weiterhin im wesentlichen die Bestellung über den roten Fernleihschein, mit dem durchaus bis zu 10 oder 20 Filmrollen bzw. maximal 50 Mikrofiches bestellt werden können. Die Fernleihe von Guides kann innerhalb des Bayerischen Verbunds auch über Internet angestoßen werden; s. dazu den entsprechenden Hilfetext im Gateway Bayern. Festzuhalten ist, daß man unbedingt zuerst den jeweiligen Guide bestellen bzw. konsultieren sollte; außerdem ist es ratsam nachzuprüfen, ob sich die Verfilmung nicht vielleicht sogar an einer nähergelegenen Bibliothek findet. (Die Churchill-Verfilmung Nr. 311 gibt es beispielsweise auch in der SUB Göttingen.)

Danksagung

Die BSB hat nicht nur durch eine befristete Anstellung die Arbeit am alten "Gesamtverzeichnis" ermöglicht, sondern auch seitdem die Erstellung der Updates finanziell unterstützt. Dafür gebührt mein Dank der Leitung der BSB. Aber es waren auch wieder die Mitarbeiter der BSB allgemein, deren Hilfsbereitschaft die Arbeit erleichterte, wobei ich erneut Frau Kriegl (Magazin), Frau Dr. Moravetz-Kuhlmann (Erwerbung) und Frau Treffert (Katalog) hervorheben möchte.

München, September 2013
Freddy Litten

Abkürzungen

Die zahlreichen Abkürzungen in den Fond- und Opistiteln in 69 (Archives of the Soviet Communist Party and Soviet State) können hier nicht aufgelöst werden. Es wird auf den dazugehörigen Guide verwiesen. In den Einträgen müssen kursiv gesetzte Abkürzungen oder Begriffe bei der Bestellung durch die gewünschte(n) Ziffer(n) ersetzt werden.

ACRPP Verlag (Paris/Frankreich)
AIR Royal Air Force (PRO lettercode/fond)
BBC British Broadcasting Corporation
Bn Bandnummer
BSB Bayerische Staatsbibliothek
CAB Cabinet Office (PRO lettercode/fond)
C-H. Chadwyck-Healey; Verlag (London)
CIA Central Intelligence Agency
CINCPAC Commander-in-Chief Pacific
CIS Congressional Information Service; Verlag (Bethesda/Maryland)
C.I.S. Community of Independent States
CO (British) Colonial Office
CR no. Chadwyck-Healey's Reel Number (in 71)
DEFE Defense (PRO lettercode/fond)
DF Decimal File (Unterteilung der Akten in NA: RG 59)
F Mikrofiche Nr.
FEC Far East Command
FM Findmittel
FO (British) Foreign Office
G2 Nachrichtendienst in der US Army
GHQ General Headquarters
GVAMA-BSB Gesamtverzeichnis der ausländischen mikroverfilmten Archivalien in der Bayerischen Staatsbibliothek
Hbl Handbibliothek Lesesaal
Hbor Handbibliothek Orient-Lesesaal = 3O-Lesesaal
Hbost Handbibliothek Osteuropa-Lesesaal = 3O-Lesesaal
HMSO Her Majesty's Stationery Office
HS SOE-Akten (PRO lettercode/fond)
IDC Verlag (Leiden/Niederlande)
INF Ministry of Information (PRO lettercode/fond)
Inv.nr. Inventory Number
KTO Verlag (Millwood/New York)
LC Library of Congress
M-Nummer identifiziert vollständige Verfilmung eines Bestands in den NA
NA National Archives (Washington/DC)
NARA National Archives and Records Administration, als Verlag
NIDS National Inventory of Documentary Sources
nr Nummer
NSC National Security Council
OPAC Online Public Access Catalogue
OPNAV Office of the Chief of Naval Operations
OSS Office of Strategic Services
POW Prisoner of War
PREM Prime Minister's Office (PRO lettercode/fond)
PRO Public Record Office (Kew/Großbritannien)
PSM Primary Source Microfilm bzw. Media
PSR Partija Socialistov-Revoljucionerov
RG Record Group (in NA)
rn reel number (Rollennummer)
RP Research Publications, jetzt Primary Source Media; Verlag (Reading/Großbritannien)
SANACC State-Army-Navy-Air Force Coordinating Committee
SCAP Supreme Commander Allied Powers
Sign. Signatur
SP State Papers (PRO lettercode/fond)
SR Scholarly Resources; Verlag (Wilmington/Delaware)
SWNCC State-War-Navy Coordinating Committee
SWPA South-West Pacific Area
T-Nummer identifiziert Teilverfilmung eines Bestands in den NA
UCLA University of California at Los Angeles
UMI Verlag (Ann Arbor/Michigan)
UPA Verlag (Frederick/MD)
VMG-BSB Verzeichnis der Mikroformen zur Geschichte in der Bayerischen Staatsbibliothek
WO War Office (PRO lettercode/fond)

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