Dritte Qualifikationsebene (vormals gehobener Bibliotheksdienst)

Weitere Informationen zum Berufsbild


„Berufsfelder und Studiengänge an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern“
Broschüre

Das Bibliotheksportal enthält eine Website zum Thema „Beruf, Berufsbild, Berufswege“.
Beruf, Berufsbild, Berufswege

Informationen der Bundesagentur für Arbeit

Einen schönen Überblick über das Bibliothekswesen gibt die frei im Internet zugängliche 4. Auflage von
„Portale zu Vergangenheit und Zukunft – Bibliotheken in Deutschland“ (2011) von Jürgen Seefeldt und Ludger Syré.
Portale zu Vergangenheit und Zukunft  (PDF)

Zulassung, Ausbildung und Prüfung werden geregelt durch die „Fachverordnung über den fachlichen Schwerpunkt Bibliothekswesen (FachV-Bibl)“ vom 1. September 2015.
Fachverordnung  (PDF)

Der Flyer der Bibliotheksakademie Bayern fasst die wichtigsten Informationen zum Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement zusammen.
Flyer  (PDF)

Berufsbild

Als Bibliothekar*in B.A. (bis 01.10.2014 als Diplombibliothekar*in) erwartet Sie ein breites Einsatzfeld an Hochschul- und Universitätsbibliotheken, an regionalen Staatlichen Bibliotheken oder an der Bayerischen Staatsbibliothek: So erwerben Sie die unterschiedlichsten Medien in vielen verschiedenen Sprachen und bereiten diese so auf, dass Ihre Kunden die gewünschten Medien im Katalog, in dem sich häufig mehrere Millionen Titel befinden, schnell wiederfinden. Mit bibliotheksbezogenen IT-Anwendungen sind Sie bestens vertraut und Ihre Expertise auf dem Gebiet der Informationstechnologie (Datenbankensysteme, IT-Anwendungen, Recherchestrategien etc.) sehr gefragt.
Medienvielfalt und Tätigkeitsvielfalt zeichnen Ihren zukünftigen Beruf aus: Sie sind die kompetente Ansprechperson für verschiedene Zielgruppen (Wissenschaftler*innen, Schüler*innen, Studierende und wissenschaftlich interessierte Bürger*innen und andere Interessierte) bei allen bibliothekarischen Fragestellungen und helfen beispielsweise bei kniffligen Literaturrecherchen. Ihren Kund*innen vermitteln Sie in Führungen und Schulungen, wie die Dienstleistungen der Bibliothek am besten zu nutzen sind. Außerdem verfolgen Sie technologische und mediensoziologisch relevante Entwicklungen und stimmen Ihre Serviceangebote darauf ab.

Der Beruf Bibliothekar*in an wissenschaftlichen Bibliotheken umfasst u. a. folgende Tätigkeiten (unvollständige Aufzählung):

  • Literaturerschließung für elektronische Kataloge und Katalogverbünde, d. h. Formalerschließung, besonders in schwierigen Fällen, und Sacherschließung mit Ausnahme der Fälle, die spezielle fachwissenschaftliche Kenntnisse erfordern
  • Literaturauswahl in kleineren wissenschaftlichen Bibliotheken, z. B. in Fachhochschulbibliotheken, Regionalbibliotheken, Spezialbibliotheken, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit Fachwissenschaftler*innen
  • Literaturinformation durch Online-Recherchen in Datenbanken
  • Erstellen von Bibliographien und Informationsmaterialien
  • Ermittlung und Beschaffung von Literatur aus externen Beständen durch Fernleihe oder Dokumentlieferung
  • Aufgaben im Bereich der Informationstechnologie (IT) und Systemadministration
  • Abhalten von Schulungen zur Literatursuche (Informationskompetenzschulungen)
  • Beratung im Umgang mit „alten“ und „neuen“ Publikationsformen und Medien
  • Leitungsaufgaben, u. a. die Leitung von Arbeitsgruppen und Dienststellen in großen Bibliotheken (z. B. im Bereich der Medienerwerbung, Formalerschließung, Auskunft und Schulungen, Lesesäle) und Leitung von kleineren und mittleren Bibliotheken, z. B. von Spezialbibliotheken, Fachhochschulbibliotheken, Regionalbibliotheken
  • Öffentlichkeitsarbeit, wie z. B. Organisation von Führungen, Erstellung von Werbematerialien
  • Aufgaben in der Aus- und Fortbildung

Voraussetzungen

Ihr Profil

  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Bereitschaft zur Dienstleistung
  • Fähigkeit zur Teamarbeit
  • Interesse an Informationstechnologie
  • breite Allgemeinbildung
  • Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit

Ihre Bewerbung

Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, sollten Sie u. a.

  • die deutsche Staatsangehörigkeit, die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder die Staatsangehörigkeit von Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz besitzen,
  • mindestens die unbeschränkte Fachhochschulreife oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand bis spätestens zum Einstellungstermin (1. Oktober eines jeden Jahres) erworben haben,
  • angemessene Kenntnisse in wenigstens zwei Fremdsprachen besitzen,
  • die allgemeinen beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen (z. B. Gewähr der Verfassungstreue, gesundheitliche Eignung, Einhaltung der gesetzlichen Altersgrenze, d. h. am Einstellungstag dürfen Sie gemäß Art. 23 BayBG maximal 44 Jahre alt sein) und
  • das Auswahlverfahren erfolgreich abgeschlossen haben.

Auswahlverfahren

Für die Teilnahme am LPA-Auswahlverfahren bewerben Sie sich online.
Ab Anfang April eines jeden Jahres finden Sie das Online-Formular für den Ausbildungskurs, der im darauf folgenden Jahr beginnt, auf den Seiten des Bayerischen Landespersonalausschusses.
Der Bewerbungsschluss ist in der Regel Anfang Juli, die Auswahlprüfung findet im Oktober statt. Die genauen Termine finden Sie ebenfalls auf der Website des Bayerischen Landespersonalausschusses.

Online-Formular:  Website des Bayerischen Landespersonalausschusses
Termine:  Website des Bayerischen Landespersonalausschusses

Im Auswahlverfahren wird Ihre Qualifikation anhand einer Gesamtnote aus bestimmten Schulfächern und dem Ergebnis einer schriftlichen Auswahlprüfung ermittelt. In der schriftlichen Prüfung werden das Sprachverständnis, die grundlegende Allgemeinbildung, Konzentrationsfähigkeit und das logische, strukturelle, analytische Denkvermögen getestet.
Die Zulassung zur Ausbildung erfolgt nach einer Rangliste, unter Berücksichtigung der im Auswahlverfahren erzielten Noten und nachdem ein Auswahlinterview gemäß Art. 22 Abs. 8 LlbG  erfolgreich absolviert wurde.

Dem Anforderungsprofil des Auswahlinterviews liegen folgende Oberpunkte zugrunde:

Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Konfliktmanagement, Zeitmanagement, Stressbewältigung, Selbstmanagement, Kontaktfähigkeit, Kritikfähigkeit, Kreativität, Interesse.

Darüber hinaus müssen die sonstigen beamtenrechtlichen Einstellungsvoraussetzungen erfüllt sein. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Informationsplattform von Studierenden für Studierende und alle Interessierten

Ausbildung im Detail

Dauer der Ausbildung

38 Monate

Ausbildungsbeginn

Jährlich zum 1. Oktober

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt in einem dualen System und umfasst sechs Semester.
Theoretische Kenntnisse werden in vier Semestern am Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern (München) vermittelt, praktische Fertigkeiten in zwei Praxismodulen an einer der großen wissenschaftlichen Bibliotheken Bayerns (s.a. Bestimmung von Ausbildungsbibliotheken für die Praxismodule des Bachelorstudiengangs Bibliotheks- und Informationsmanagement vom 22. August 2019).
Für die Zeit der theoretischen Ausbildung in München kann i. d. R. eine unentgeltliche Unterkunft im S-Bahn-Bereich zur Verfügung gestellt werden.

Weiterführende Informationen zur praktischen Ausbildung und zum Studium

Beruflicher Status und Verdienst

Zu Beginn der Ausbildung werden Sie in das Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen. Sie erhalten Anwärterbezüge in Höhe von monatlich ca. 1.360 € (Grundbetrag; Stand: Jan. 2020).
Nach der Qualifikationsprüfung ist eine Übernahme als Beamtin/Beamter (Eingangsamt: Bibliotheksinspektor*in) oder als Angestellte/r möglich.

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