Afrikanische Handschriften

Psalter | © BSB/Cod.aethiop. 89
Psalter | © BSB/Cod.aethiop. 89

Überblick

Die frühesten Erwerbungen an afrikanischen Handschriften reichen bis ins Jahr 1571 zurück (u. a. Cod.aethiop. 1). Seitdem wird der Bestand kontinuierlich ergänzt und ausgebaut. Er umfasst insgesamt vier Sprachen: Äthiopisch, Koptisch, Punisch bzw. Karthagisch und die Vai-Sprache. Die Klassifizierung der beiden erstgenannten als afrikanisch ist indessen dahingehend zu relativieren, dass die Regionen Äthiopien und Ägypten gleichermaßen auch dem Vorderen Orient zugerechnet werden können.

Übersicht der digitalisierten Handschriften

Übersicht nach Sprachen

Äthiopische Handschriften – Cod.aethiop.

Den größten Anteil bilden die äthiopischen Handschriften (Codices aethiopici) mit 174 Bänden. Dabei handelt es sich überwiegend um Pergament-Handschriften, die v. a. Psalter und andere religiöse Texte enthalten. Aber auch eine Sammlung an äthiopischen Zauberrollen ist erwähnenswert. Der Bestand stammt u. a. aus der Sammlung des Johannes Roth, umfasst aber beispielsweise auch die von Anhard‘sche Sammlung aus dem Besitz des Orientalisten Ernst Trumpp (1828 – 1885).

Zu den Spitzenstücken gehören:
 ♦   Äthiopischer Psalter  (Cod.aethiop. 1)
Psalter  (Cod.aethiop. 89)

Weiterführende Informationen

Handschrift in Vai-Sprache von Doalu Bukara | © BSB/Cod.aethiop. 89
Handschrift in Vai-Sprache von Doalu Bukara | © BSB/Cod.aethiop. 89
Psalter | © BSB/Cod.aethiop. 89
Psalter | © BSB/Cod.aethiop. 89
Psalter | © BSB/Cod.aethiop. 89
Psalter | © BSB/Cod.aethiop. 89
 

Koptische Handschriften – Cod.copt.

Unter der Signatur Codices coptici werden 23 koptische Bände und Fragmente aufbewahrt. Darunter befinden sich sehr frühe Pergamentfragmente biblischer Texte, die wohl meist aus dem 5. Jahrhundert stammen.

Weiterführende Informationen

Punische Handschriften – Cod.pun.

Der Bestand an Codices punici beinhaltet im 19. Jahrhundert gefertigte Abschriften und Abklatsche punischer Texte, die aus dem im heutigen Tunesien gelegenen Karthago stammen und über die Sammlung des Orientalisten Étienne Quatremère nach München gelangten.

Codex Vai

Diese Handschrift stellt unter den afrikanischen etwas Singuläres dar, konstituiert sie doch ein eigenes Fach, das künftig vermutlich auch nicht mehr weiter wachsen dürfte: Es handelt sich hierbei um eine in der Vai-Sprache, einer kleinen regionalen Stammessprache, abgefasste Handschrift. Sie wurde von Doalu Bukara geschrieben, dem Erfinder der Vai-Schrift. Das Vai-Ländchen liegt an der Westküste Afrikas, südlich von Sierra Leone.

Cod.Vai 1

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