Behind these walls

„BANZAI!” – Japanische Kampfkunst

* Ein japanischer Farbholzschnitt von Utagawa Kuniyoshi (1847)

 

Zu sehen ist ein Samurai, der mit seinem Schwert eine Laterne zerschlägt. Das Blatt stammt von Utagawa Kuniyoshi (1798 – 1861) und gehört zu einer Serie von Farbholzschnitten mit dem Titel Seichu gishi den – auf Deutsch Erzählungen von der wahren Loyalität treuer Samurai.

 

Seichu gishi den erzählt eine der bekanntesten Heldengeschichten Japans. Sie handelt von 47 Kriegern, die versuchten, den Tod ihres Herren zu rächen. Es gelang ihnen schließlich auch, aber nur um den Preis ihres eigenen Lebens. Diese wahre Begebenheit, die sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts ereignete, zählt zu den populärsten Stoffen in der japanischen Kunst.
 

 

Das Bild zeigt ein Blatt aus der 1847 entstandenen Holzschnittserie Seichu gishi den des japanischen Künstlers Utagawa Kuniyoshi.
Es hat die Signatur 2 L.jap. K 173.

Bildrechte
Diesen Einblattfarbholzschnitt von Utagawa Kuniyoshi stellt die Bayerische Staatsbibliothek in den Digitalen Sammlungen unter der Lizenz CC-BY-NC-SA 4.0 zum freien Download zur Verfügung.

 

Und was bedeutet eigentlich „万歳 banzai”?
Banzai (japanisch, wörtlich „zehntausend Jahre”) hatte viele, auch kämpferisch-kriegerische Bedeutungen. In Japan bedeutet es heute hauptsächlich einfach „Hurra!” oder „Er/Sie lebe hoch!”

„BANZAI!” – Japanische Kampfkunst. Ein japanischer Farbholzschnitt von Utagawa Kuniyoshi (1847) | © BSB

„Ab in den Süden!” – Apian wies den Weg

* Ausschnitt mit dem Chiemsee aus den 24 Bairischen Landtafeln von Philipp Apian (1568)

 

Im 16. Jahrhundert war die Auswahl an Landkarten in Bayern sehr bescheiden. Das änderte Herzog Albrecht V. Er engagierte 1554 den jungen Mathematikprofessor Philipp Apian: Dieser sollte sein Herzogtum vermessen – und mit diesem Werk unvergessen bleiben.

 

Sieben Sommer lang – die Winter ließ das Vermessungsteam aus – reiste Apian zu Fuß und zu Pferde mit seinen Begleitern durch Bayern und setzte systematisch Vermessungspunkte. Er notierte, welche Orte, Brücken und Flüsse, Gehöfte, Seen und Burgen sie vorfanden. 1563 war das Werk vollendet: Apian hatte eine etwa 5 x 5 Meter große Karte vom Herzogtum Bayern in einem detailfreundlichen Maßstab erstellt, 1 Zentimeter auf der Karte entsprachen 450 Metern. Apian ging bei den Illustrationen seiner Karten übrigens über rein kartografisch notwendige Informationen hinaus: Auf ihnen sind auch Tiere wie Gamsböcke oder auch Fischerboote sowie historische Ereignisse (zum Beispiel Schlachten) zu sehen.

 

Das Bild zeigt Blatt 19 aus den Bairischen Landtafeln von Philipp Apian (Signatur Hbks/F 15).
Die Karte erschien 1568 und hat eine Gesamtgröße von 156 x 159 cm.

 

Auf Grundlage der „Großen Karte”, einem Einzelstück, das dem Herzog gewidmet und in der herzoglichen Bibliothek der Münchner Residenz untergebracht war, ließ Apian fünf Jahre später quasi eine „Taschenbuch-Ausgabe” der „Großen Karte” erstellen. Er verkleinerte die Große Karte von Bayern, teilte sie in 24 Bairische Landtafeln auf und ließ Holzschnitte von diesen fertigen. Hier sieht man den Chiemsee, Teil der Landtafel 19. Deren Maßstab war übrigens gröber: 1 Zentimeter auf der Karte entsprachen nun fast 1 500 Metern. Der Vorteil aber war: Diese kleineren Karten konnten durch die angefertigten Holzschnitte vervielfältigt und als handlichere Exemplare verkauft werden. Über 200 Jahre lang galten die Bairischen Landtafeln als offizielles Kartenwerk in Bayern. Auch Napoleon nutzte sie bei seinen Kriegszügen um 1800 für den Einmarsch in Bayern.

  • Sie möchten in die Karte vom Chiemsee und seiner Umgebung hineinzoomen oder sie downloaden?
  • Apian schuf auch andere Werke, wie zum Beispiel einen Erdglobus.
    Er ist in 3D gescannt und kann im Kulturportal bavarikon von allen Seiten betrachtet werden.
    Probieren Sie es mal aus!
„Ab in den Süden!” – Apian wies den Weg. Ausschnitt mit dem Chiemsee aus den 24 Bairischen Landtafeln von Philipp Apian (1568) | © BSB

„Boom!“ – Ritter, Pferde und Turniere

* Aus dem Turnierbuch von Ludwig von Eyb dem Jüngeren (um 1525)

 

Zu sehen ist die Szenerie eines „Kolbenturniers” mit zwei konkurrierenden Ritter-Parteien. Jeder Ritter trägt einen speziellen Kolbenturnier-Helm mit Gittervisier, das einen guten Rundumblick ermöglichen sollte. Um die auf dem Bild zu sehenden auffälligen Helmziere geht das öffentlich ausgetragene Spektakel: Das Ziel beim Kolbenturnier ist nämlich, dem Gegner mit einem hölzernen stumpfen Schwert, dem Streitkolben, die Helmzier abzuschlagen.

 

Das Bild zeigt Blatt 14r aus dem Turnierbuch von Ludwig von Eyb dem Jüngeren zum Hartenstein (Signatur Cgm 961). Die Handschrift erschien um 1525 in Süddeutschland in deutscher Sprache (Ostschwäbisch) und hat einen Umfang von 136 Blättern. Die Maße des Buches betragen 29,5 cm x 21 – 22 cm.

 

Sie möchten in das Bild hineinzoomen oder es downloaden?
Sie möchten das ganze Turnierbuch durchblättern?

 

Bildrechte-Angaben
Die gesamte Handschrift stellt die Bayerische Staatsbibliothek in den Digitalen Sammlungen unter der Lizenz CC-BY-NC-SA 4.0 zum freien Download zur Verfügung.

 

Sie möchten mehr zum Themenkomplex „Die Welt der letzten Ritter” erfahren?

 

Virtuelle Ausstellung Bilderwelten der Bayerischen Staatsbibliothek von 2016/2017

 

Dazugehöriger Ausstellungskatalog online (insbesondere Seiten 143 – 161)

 

Artikel im Historischen Lexikon Bayerns zum Thema „Turniere (Mittelalter/Frühe Neuzeit)” (mit weiterführenden Literaturhinweisen)

„Boom!“ – Ritter, Pferde und Turniere. Aus dem Turnierbuch von Ludwig von Eyb dem Jüngeren (um 1525) | © BSB

Wussten Sie, dass hinter diesen Mauern …

… ein Bestand von inzwischen über drei Millionen Objekten, Werken und Medien virtuell auf Sie wartet? Sie können diese Digitalisate von überall auf der Welt, jederzeit und kostenlos in den Online-Angeboten der Bayerischen Staatsbibliothek einsehen.

 

Mit unserer Kampagne Behind these walls möchten wir Sie neugierig machen auf: mittelalterliche Handschriften, Karten aus Bayern und der Welt, ikonische Fotografien und viele andere Kulturschätze, die in unseren Magazinen versteckt sind.

 

Alle zwei Wochen stellen wir Ihnen ein ausgewähltes Werk vor, das entweder schon digitalisiert ist oder es in absehbarer Zeit sein wird.

 

Sie wollen hinter diese Mauern schauen? Dann nutzen Sie dafür entweder unsere Digitalen Sammlungen oder unser Bildarchiv.

 

Digitale Sammlungen
Anklicken und los geht’s! Für den Start empfehlen wir unsere Highlights wie z. B. die Gutenbergbibel oder die Apian-Karten, die auf der Startseite etwas unterhalb anwählbar sind.

 

Bildarchiv
Vom Münchner Marienplatz, dem Hamburger Hafen über den 14. Dalai Lama bis hin zu Loriot – all diese Motive finden Sie im Bildarchiv!

Behind these walls | © BSB

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