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Vom Text zum Objekt. Ein neuer Ansatz für die Manuskriptforschung

29. Januar 2020, 18:30 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Michael Friedrich, Universität Hamburg
Traditionell dienen in den Philologien Handschriften dazu, die in ihnen enthaltenen Texte zu edieren oder, im besten Fall, mit Hilfe mehrerer von ihnen eine Fassung zu erstellen, die möglichst nahe an den „Urtext” kommt. Der Vortrag wird neuere Ansätze skizzieren und zeigen, welche Perspektiven sie für fächer- und kulturübergreifende Grundlagenforschung bieten.

Prof. Dr. Michael Friedrich | © Michael Friedrich

Prof. Dr. Michael Friedrich | © Michael Friedrich

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Traditionell dienen in den Philologien Handschriften dazu, die in ihnen enthaltenen Texte zu edieren oder, im besten Fall, mit Hilfe mehrerer von ihnen eine Fassung zu erstellen, die möglichst nahe an den „Urtext” kommt. Dieser Ansatz, der einen Autor sowie eine am „Original” interessierte Überlieferung voraussetzt, ist seit den 1980er Jahren von den mediävistischen Literaturwissenschaften kritisiert worden, die sich häufig mit anonymen Texten und einer großen Bandbreite von Variationen beschäftigen. Auch der Ruf nach einer „neuen” oder gar „materialistischen” Philologie geht freilich noch vom Text aus.

Neuere Ansätze wie sie der weltweit einzigartige „Sonderforschungsbereich Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa” und das Exzellenzcluster „Understanding Written Artefacts” der Universität Hamburg verfolgen, gehen einen Schritt weiter und setzen am materiellen Objekt an. Der Vortrag wird diese Entwicklungen skizzieren und zeigen, welche Perspektiven sie für fächer- und kulturübergreifende Grundlagenforschung bieten.

Programm

Begrüßung:  Dr. Dorothea Sommer
Stellvertretende Generaldirektorin der Bayerischen Staatsbibliothek

Vortrag:  Prof. Dr. Michael Friedrich
Professor für Sprache und Literatur Chinas
Sprecher Exzellencluster „Understanding Written Artefacts”
Direktor „Centre for the Study of Manuscript Cultures”

Moderation:  Prof. i. R. Dr. Jens-Uwe Hartmann
Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Indologie und Tibetologie

Informationen im Überblick

Termin29. Januar 2020, 18:30 Uhr
OrtBayerische Staatsbibliothek, Friedrich-von-Gärtner-Saal, 1. OG
Ludwigstr. 16, 80539 München
VerkehrsverbindungU3/U6, Bus 58/68/153/154, Haltestelle Universität
Bus 100/153, Haltestelle Von-der-Tann-Straße
AnmeldungAnmeldung bis 22. Januar 2020 erbeten unter
veranstaltungen@bsb-muenchen.de oder telefonisch +49 89 28638-2115

Reservierte Plätze müssen bis spätestens 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn eingenommen werden.

Mit der Teilnahme erklären Sie sich einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Bayerischen Staatsbibliothek verwendet werden.
EintrittDer Eintritt ist frei.
FlyerEinladung zum Download  (PDF, 265 KB)
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