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Virtuelle Ausstellung: Konstruierte Sprachen (12)
Der 4. Esperanto-Weltkongress in Dresden (16.-22. August 1908)
Organisiert wurde dieser Kongress vom Kvaro por la Kvara [Vierer-Ausschuss für den Vierten], einem aus folgenden Mitgliedern bestehenden Team:
  • dem Hamburger Arzt Dr. med. Eduard Mybs (1858-1923), Vorsitzender der Deutschen Esperanto-Gesellschaft (gegr. 1906, ab 1909 Deutscher Esperanto-Bund)
  • Dr. Albert Schramm (1880-1937), Vorsitzender der Gesellschaft Esperanto Dresden, Leiter des 1908 eröffneten Sächsischen Esperanto-Instituts zu Dresden, ab 1913 Direktor des Deutschen Buchgewerbe- und Schriftmuseums in Leipzig
  • Dr. jur. Heinrich Gustav Arnhold (1885-1935), Teilhaber des Dresdner Bankhauses Gebr. Arnhold, einer der führenden deutschen Privatbanken, ab 1912 Schatzmeister des Deutschen Esperanto-Bundes
  • Marie Hankel (1844-1929), Vorsitzende der Damenabteilung der Gesellschaft Esperanto Dresden, Autorin des Gedichtbands Sableroj [Sandkörner]


Eduard Mybs u. Albert Schramm (1. Reihe, 3. v. l. und 4. v. l.) mit Dresdener Esperanto sprechenden Polizisten.
Bayerische Staatsbibliothek München


Neben der Eröffnungs- und Schlussveranstaltung fanden drei Hauptversammlungen sowie 42 Sitzungen von einzelnen Berufs- und Interessengruppen statt wie z.B. von Kaufleuten, Ärzten, Juristen, Theologen und Bibelübersetzern, Lehrern, Polizisten, Pazifisten, Freimaurern, Sozialisten, Vegetariern und Schachspielern.

Zum Begleitprogramm gehörten eine Ausstellung, ein Gartenfest, Dampferfahrten auf der Elbe, ein Kostümball und eine Aufführung der Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) in der Übersetzung von L. Zamenhof.

Der Kongress wurde in der zeitgenössischen Presse als Beweis bewertet, dass Esperanto als Kongress- und Literatursprache tauge.

Bis zum Ersten Weltkrieg war Dresden nach London und Paris die wichtigste Stadt für die Esperanto-Bewegung.

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