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Japanische Sammlung

Die Bibliothek besitzt derzeit 45.000 japanische Titel in ca. 80.000 Bänden, obwohl die Erwerbung erst nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte. Auch hier spielten Sammelkäufe eine besondere Rolle. Aus dem Besitz eines Bamberger Apothekers in Yokohama gelangten einige Dutzend meijizeitliche Drucke (1868-1905), Fotographien und Spielkarten in die Sammlung. 1972 konnten erstmals 190 Drucke der Vor-Meiji-Zeit aus Holland gekauft werden. Gefördert vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, kamen ab 1986 weitere 709 Altjaponica in 2.654 Bänden aus einer exzellenten japanischen Gelehrtenbibliothek hinzu. In jüngster Zeit wurde die Sammlung durch mehrere hundert wertvolle Farbholzschnitte aus Privatbesitz ergänzt.
 
Die Stärke der altjapanischen Sammlung liegt in ihrer Ausgewogenheit, was auch seltene Genres wie Landvermessung, Landwirtschaft, Volkswirtschaft, Bogenschießen, Geburtshilfe oder Tiermedizin mit gut erhaltenen und vollständigen Exemplaren der Edo-Periode belegen. Im übrigen sind die Sachgebiete Buddhismus, Philosophie, Geschichte, Haiku, Kanshi und Waka, Kalligraphie, Landeskunde, Frauenfragen, Humanmedizin, Botanik und Lehrbücher besonders stark vertreten. Ein Exemplar des ältesten japanischen Druckes überhaupt (vor 770), eine buddhistische Rolle mit einer Beschwörungsformel (Dharani) befindet sich in einer geschnitzten Holzpagode. Das einzige in Deutschland überlieferte Exemplar eines frühen Jesuitendruckes ist der "Giya do Pekadoru" (Nagasaki, 1599). Aus der reich und anspruchsvoll bebilderten edozeitlichen Buchproduktion ragen besonders 44 Malerbücher heraus, die Gemälde berühmter Künstler in virtuosen Farbholzschnitten wiedergeben. Die umfangreichste Gruppe, rund zweihundert in Japan gedruckte chinesische Werke, belegt die sorgfältige Überlieferung dieser Quellen. Ein großer Teil ist noch in der späten Mingzeit bzw. der frühen Qingzeit (17. Jh.) erschienen; manche der Titel sind heute in China nicht mehr nachweisbar, wie der frühe Letterndruck "Lidai junchen tuxiang" (1610) mit großen Porträts prominenter Chinesen.