Schnellzugriff


Bereichsmenü

Fragmente
Wolfram von Eschenbach: Parzival, Cgm 9342
Fragmente
 
Fragmente sind Teile von Handschriften, die nachträglich (mit dem Aufkommen des Buchdruckes) für die Bindung von Büchern verwendet wurden. Aus diesen Büchern wurden sie häufig ausgelöst und gesondert aufbewahrt. Die Bedeutung der Fragmente besteht in ihrem hohen Quellenwert. Jedes von ihnen ist der letzte Zeuge eines sonst nicht mehr existierenden Buches und ergänzt damit unsere überlieferungsgeschichtlich bedingte lückenhafte Kenntnis von der Literaturproduktion in Spätantike und Mittelalter. In der Bayerischen Staatsbibliothek werden Fragmente schon seit Anfang des 19. Jh. gezielt gesammelt. Die Sammlung umfasst ca. 2800 lateinische und ca. 400 deutsche Fragmente, deren zeitliche Erstreckung vom 5. bis zum 15. Jh. reicht. Sie werden in modernen Katalogen für die Forschung erschlossen.
Besonders herausragende Stücke sind – um nur die neueren Erwerbungen bzw. Entdeckungen zu nennen – Fragmente des altsächsischen  Heliand aus der Zeit um 850 (Cgm 8840) und des Parzival Wolframs von Eschenbach aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (Cgm 9342) sowie ein Bruckstück aus der sogenannten Althochdeutschen Predigtsammlung (Cgm 5248(3,XII).
 
Zu den Katalogen der lateinischen Fragmente