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Deutsche Handschriften
Wolfram von Eschenbach: Willehalm, Cgm 193,III, fol. 1v
Deutsche Handschriften
 
Das Fach der Codices germanici monacenses (Cgm) umfasst mehr als 10.500 Handschriften vom 9. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Nach dem Fonds der lateinischen Handschriften stellt es den zweitgrößten Bestand dar.
 
Die ca. 1450 mittelalterlichen Handschriften überliefern einen bedeutenden Ausschnitt aus dem Spektrum der Literatur dieser Zeit: Einen Schwerpunkt bilden die althochdeutschen Texte. Als ein herausragende Beispiel sei die Evangelienharmonie Otfrieds von Weißenburg genannt (Cgm 14, geschrieben Anfang des 10. Jahrhunderts in Freising). Ein bedeutendes Werk aus dem altniederdeutschen bzw. altsächsischen Sprachbereich ist die in Stabreimen verfaßte Bibeldichtung  Heliand (Cgm 25, geschrieben Mitte des 9. Jahrhunderts in Corvey). Wichtige Texte aus dieser Zeit finden sich öfter in lateinischen Handschriften als Nachträge u.ä., so z.B. das Wessobrunner Gebet (Clm 22053) und das Muspili (Clm 14098). Der andere Schwerpunkt liegt auf der mittelhochdeutschen höfischen Epik. Genannt seien hier Handschriften des Parzival (Cgm 19, um 1240-1250) und des  Willehalm (Cgm 193,III, um 1270-1275) Wolframs von Eschenbach sowie des Tristan (Cgm 51, um 1240-1250) Gottfrieds von Straßburgs. Berühmt sind auch die Handschrift A des Nibelungenliedes (Cgm 34, letztes Viertel 13. Jahrhundert) und die aus dem 15. Jahrhundert stammende  Ottheinrich-Bibel (Cgm 8010).
 
Unter den neuzeitlichen Handschriften finden sich Autographen bekannter Persönlichkeiten wie Martin Luther (Ermahnung zum Frieden, April 1525; Cgm 4101), Adalbert Stifter (Der Nachsommer, Cgm 8072) und Richard Wagner (Die hohe Braut, Entwurf für ein Opernlibretto; Cgm 9366 a/b).
 
Autographen und Teile aus Nachlässen sind manchmal unter Cgm-Signaturen aufgestellt, tragen i.d.R. jedoch die Bezeichnungen „Ana“, „Autogr.“ oder „Fasc.germ.“.