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Blockbücher (Xylographa)
Blockbuch
Anders als die mit beweglichen Metall-Lettern gedruckten Inkunabeln sind Blockbücher Drucke des 15. Jahrhunderts, die im Holzschnittverfahren hergestellt wurden. Es handelt sich um illustrierte Bücher relativ geringen Umfangs, die eine Übergangsform zwischen der illuminierten Handschrift und dem illustrierten gedruckten Buch darstellen. Bis heute werfen Blockbücher für die buchgeschichtliche, kunsthistorische und philologische Forschung zahlreiche Fragen auf, z.B. im Hinblick auf die Datierung der einzelnen Drucke, ihren regionalen Ursprung sowie ihre Einordnung in handschriftliche und druckgraphische Bild- und Texttraditionen. Die wissenschaftliche Bearbeitung der Blockbücher wird jedoch durch ihren sehr problematischen konservatorischen Zustand erheblich erschwert. Da die Papierblätter vielfach durch Farbfraß geschädigt sind, können die Bücher Forschern nur noch ausnahmsweise für die Einsichtnahme zur Verfügung gestellt werden.
 
Blockbücher gehören zum seltensten und damit wertvollsten Sammlungsgut von Bibliotheken. Weltweit sind nurmehr etwa 100 Ausgaben von 33 verschiedenen Werken in etwa 600 Exemplaren nachweisbar. Die Bayerische Staatsbibliothek verwahrt einen Bestand von 49 Blockbüchern (einschließlich Fragmenten) und zählt damit zu einer der großen Sammlungen weltweit. Die Bibliothèque nationale de France in Paris besitzt ebenfalls 49 Exemplare, die British Library in London 40 Exemplare. In bayerischen Sammlungen sind insgesamt (einschließlich des Bestands der BSB) etwa 90 Blockbücher vorhanden.
 
Da für die meisten Blockbücher in Bayern noch keine exakten Beschreibungen publiziert wurden, werden seit 2009 in einem von der  Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten  Projekt die Bestände von 14 bayerischen Sammlungen (Bibliotheken sowie Museen und Bestände in staatlichem, kirchlichem und privatem Besitz) in digitalen Aufnahmen zugänglich gemacht und bearbeitet.