Schnellzugriff


Bereichsmenü

Virtuelle Ausstellung: Konstruierte Sprachen (1)
Sprachprojekte im 17. Jahrhundert
Die Begegnungen mit außereuropäischen Kulturen im Rahmen von Missionierungs- und Kolonialisierungsbestrebungen, die Beschäftigung mit Hieroglyphen und chinesischen Schriftzeichen sowie die Entwicklung des neuzeitlichen Wissenschaftsverständnisses führten im 17. Jahrhundert in Europa zu Neukonstruktionen von Sprachen für die internationale Verständigung.

Ein praxisorientierter Lösungsversuch war die Entwicklung von Schriftsprachen, die es Absendern und Empfängern von Botschaften ermöglichen sollten, auf der Basis des Lateins ohne die Kenntnis der jeweiligen Muttersprache miteinander zu kommunizieren.

Weitreichender war der zweite Ansatz, bei dem zugleich mit der Konzeption einer auch für das Mündliche geeigneten Sprache die Wahrnehmung, Kategorisierung und philosophische Auseinandersetzung mit der Welt rational geordnet und damit optimiert werden sollte.


Athanasius Kircher: Hoc novum inventum linguarum omnium
ad unam reductarum […]. Rom 1660, Bl./Fol. 15 r°.
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Cod. Guelf. 3.5 Aug. 4°