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Nachlässe und Autographen
Autograph von August Graf von Platen
Die heute fast 1000 Namen verzeichnende Nachlasssammlung hat ihren Ursprung im Gründungsjahr 1558 mit der Erwerbung des handschriftlichen Nachlasses des Orientalisten Johann Albrecht Widmanstetter. Rund 200 Nachlässe kamen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts hinzu, so z.B. mit der Überführung der Mannheimer Hofbibliothek die Gelehrtenbriefe des 16./17. Jahrhunderts in der Sammlung Camerarius. Im Gefolge von Romantik und Positivismus begann dann die Blütezeit des Nachlasssammelns. Sie setzt sich in verstärktem Maße durch kontinuierliche Erwerbungen in der Gegenwart fort und präsentiert ihre Bestände regelmäßig durch  Ausstellungen
 
Der Bestand umfasst alle Gebiete des künstlerischen, wissenschaftlichen und öffentlichen Lebens. Die im Laufe eines Menschenlebens gewachsenen Nachlässe sowie - ihnen organisatorisch gleichgestellt - die gezielt auf eine Person hin angelegten und systematisch durch Käufe gemehrten Sammlungen stammen von Dichtern, bildenden Künstlern, Architekten, Komponisten, von Gelehrten aller geisteswissenschaftlichen und einer Vielzahl naturwissenschaftlicher Disziplinen, sowie von bayerischen Königen und Staatsmännern. Besonders hervorgehoben seien Aventinus, Alban Berg, Wolfgang Fortner, Karl von Frisch, Oskar Maria Graf, Leo von Klenze, Alfred Kubin, Orlando di Lasso, Justus von Liebig, Ludwig I. und Ludwig II. von Bayern, Hans von Marées, Max von Pettenkofer, Max Scheler, Karl Spitzweg, Adalbert Stifter, Richard Strauss, Paul Ludwig Troost und Richard Wagner. Eine gute Übersicht über den bis 1970 erworbenen Bestand bietet das Verzeichnis von  Karl Dachs.
 
Die Bayerische Staatsbibliothek betrachtet es als vorrangige Aufgabe, das kulturelle und öffentliche Leben Bayerns zu dokumentieren. Etwa ein Viertel des Bestandes aber geht über diesen regionalen Rahmen hinaus und umfasst Materialien anderer deutscher Dichter und Gelehrter - genannt seien Johann Heinrich Voß und Immanuel Kant - ebenso wie die Nachlässe der italienischen Humanisten Petrus Victorius und Angelus Politianus oder französischer Persönlichkeiten des 17. bis 19. Jahrhunderts.
 
Ergänzt wird der Nachlassbestand durch eine 1858 gegründete, derzeit rund 35.000 Stücke umfassende Sammlung von Einzelautographen, die dasselbe breite Erwerbungsspektrum in zeitlicher, räumlicher und fachlicher Hinsicht aufweist.