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Codices Iconographici (CodIcon online)
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„Codices iconographici – d.h. Bilderhandschriften vom 15. bis 20. Jahrhundert mit keinem oder bloß erklärendem Text“ bezeichnen einen Handschriften-Fonds der Bayerischen Staatsbibliothek, der unter J.A. Schmeller im 19. Jh. zusammengestellt und in einem handschriftlichen Repertorium beschrieben wurde, das bis 2002 fortgeschrieben wurde. Jüngere Neuzugänge sind über den OPAC zu ermitteln. Der Bestand umfaßt derzeit gut 1.200 Objekte. Hierbei ist jeder Band mehrteiliger Werke einzeln gezählt.
 
Die Aufstellung ist geordnet nach  den Sachgruppen Architektur, Astronomie, Bildnisse, Botanik, Genealogie, Geographie, Heraldik, Hippologie, Kostüme, Kriegswesen, Siegel, Varii und Zoographie.
 
Solche teils prachtvollen Bilderbücher, wie sie die „Codices iconographici“ darstellen, werden eher in einem Graphik-Kabinett vermutet als in einer Bibliothek. Text ist zwar durchaus enthalten, im Vordergrund steht bei diesen Handschriften, Einzelblättern und Rollen jedoch das Bild, teils ohne ästhetischen Anspruch, vielfach aber auf hohem künstlerischem Niveau. Als kunsthistorisch bedeutend zu nennen sind aus dem 16. Jh. Werke von Hans Burgkmair d.Ä. und d.J., Hans Mielich, Sebastiano Serlio, aus dem 17. Jh. Joachim Sandrart und Simon Vouet, aus dem 18. Jh. August Johann Rösel von Rosenhof, aus dem 19. Jh. Zeichnungskonvolute Münchner Architekten und aus dem 20. Jh. Kinderbuchillustrationen Herbert Pothorns oder das Künstlerbuch von Friedrich Danielis. Den Schwerpunkt bilden die Werke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, die überwiegend aus den Kunstsammlungen der Wittelsbacher in München und Mannheim stammen.
 
Im Rahmen eines  DFG-Projektes wurden die "Codices iconographici" digital erschlossen.
 
CodIcon Online bietet Zugriff auf:
(1) Kurzverzeichnis: Nachweis des Gesamtbestandes im recherchierbar erfassten und laufend aktualisierten alten Repertorium.
 
(2) Katalog: Neukatalogisierung eines Teilbestandes von rund 125 bis zum Jahr 1650 entstandenen Codices iconographici mit den digitalen Bildern der Handschriften, abgeschlossen im Jahr 2009.
 
Als Folge-Projekt, präsentiert  innerhalb von CodIcon Online, wurde im Jahr 2013 der digitale Spezialkatalog zu handschriftliche Werken zur Architektur und Baugeschichte in der Bayerischen Staatsbibliothek  ArchIcon  abgeschlossen. Ausgehend von den unter den Codices iconographici befindlichen jüngeren architektonischen Werken des späten 17.-20. Jahrhunderts erfasst der Katalog den gesamten über verschiedene Fonds der Bibliothek verstreuten Bestand. ArchIcon online beschreibt 223 Objekte. Das sind – teilweise vielbändige – Zeichnungskonvolute, aber auch in Handzeichnung illustrierte architektonische Traktate des 16. bis 20. Jahrhunderts.
Für die älteren Handschriften des späten 16. und 17. Jahrhunderts liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Architekturtheorie in Auseinandersetzung mit der Antike, d.h. den ‚Zehn Büchern über Architektur’ des römischen Architekten Vitruv (1. Jh. vor Chr.). Im Mittelpunkt steht eine nicht vollständige italienische Abschrift dieses Werkes aus dem 16. Jahrhundert mit Illustrationen und einem beigegebenen Brief Raffaels (Cod.ital. 37 a.b.c). Unter den Werken zur Architekturtheorie im 17. Jahrhundert kommt einer Gruppe von französischen Traktaten aus dem Umkreis der von Ludwig XIV. gegründeten Architektur-Akademie in Paris über den sachlichen Dokumentationswert  hinaus eigenständiger künstlerischer Rang zu.
Exemplarisch für die politischen Auseinandersetzungen der Neuzeit ist ein umfänglicher Bestand von Festungsliteratur in Theorie und Darstellung. Das für das 17. und 18. Jahrhundert charakteristische Vorlagenmaterial für die Ausbildung des Architekten und Ingenieurs ist durch Ansichten und Pläne von Zivil- und Militärgebäuden, Antikennachzeichnungen und Spezialsammlungen von Rissen zur Innenausstattung sakraler und profaner Architektur und auch Gartenarchitektur repräsentiert.
Den Schwerpunkt des Materials aus dem 19. und auch 20. Jahrhundert bildet umfangreiches Zeichnungsmaterial zur Blütezeit der Baugeschichte Münchens mit Plansammlungen der bedeutendsten Architekten. Die bearbeiteten Architekten-Nachlässe datieren vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie enthalten u.a.  Reiseskizzen aus Italien von Ferdinand Gregorovius, Anton Hallmann und Leo von Klenze und beispielsweise auch nicht realisierte Entwürfe des Münchner Architekten Eduard Metzger. Der in der Bayerischen Staatsbibliothek lagernde umfangreiche Nachlass des Architekten Paul Ludwig Troost, der ab 1931 für die NSDAP Baupläne fertigte, konnte aus urheberrechtlichen Gründen nicht in den Katalog einbezogen werden, steht aber jedem Forscher auf Anfrage zur Konsultation bereit.
Die Handschriften und Nachlässe sind nach mit CodIcon Online identischem Muster katalogisiert und die enthaltenen Abbildungen ikonographisch erschlossen und in digitalen Bildern – mit Zoomfunktion - präsentiert. Die neu beschriebenen fünf Nachlässe mit Entwurfskonvoluten als auch die zehn Architektennachlässe ohne Zeichnungen - im Katalog knapp beschrieben -  sind mit einem Link versehen, der den Zugang zu den digitalisierten jeweiligen Repertorien eröffnet.
 
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