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Überregionale Bereitstellung und Förderung von Online-Datenbanken im Bereich geisteswissenschaftlicher Sondersammelgebiete
Projektbeschreibung
 
Seit August 2003 betreibt die Bayerische Staatsbibliothek ein Projekt, das neue Wege für den Online-Zugang zu Fachdatenbanken aus den Bereichen Musikwissenschaften, Vor- und Frühgeschichte, Altertumswissenschaften, Geschichte und Osteuropa-Studien erproben soll. Das grundlegende Ziel besteht darin, einer größeren Zahl potentieller Interessenten die Online-Nutzung von Datenbanken zu ermöglichen, als dies bislang möglich ist. Im Rahmen einer nationalen Aufgabenteilung betreut die BSB die erwähnten Themengebiete als Sondersammelgebiets-Bibliothek und wird dabei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt. Diese Förderung ist mit der Verpflichtung verbunden, Bücher, Zeitschriften und digitale Ressourcen aus den Sondersammelgebieten für die überregionale Nutzung zugänglich zu machen. Da traditionelle Instrumente wie Fernleihe oder Dokumentlieferung auf den Bereich der Fachdatenbanken nicht angewandt werden können, sind neue Ansätze zur Gewährleistung der überregionalen Informationsversorgung notwendig.
 
Im Rahmen des Pay-per-Use-Projekts soll auch solchen Interessenten der Online-Zugang zu Fachdatenbanken eröffnet werden, die keine eingetragenen Benutzer einer zugangsberechtigten Bibliothek sind, oder deren Bibliothek eine gewünschte Datenbank nicht lizenziert hat. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine Pay-per-Use-Plattform aufgebaut, die individuellen Nutzern gegen Entrichtung eines Entgelts den Zugriff auf die gewünschten Datenbanken ermöglicht. Parallel zum Aufbau der Plattform wurden seit Projektbeginn Verhandlungen mit Anbietern von Online-Datenbanken geführt, um die lizenzrechtlichen Voraussetzungen für die Gewährung einer Pay-per-Use-Zugangsmöglichkeit zu erarbeiten.
 
Die technische Basis der Plattform bildet die Software "Hidden Automatic Navigator" (HAN, ein Produkt der H+H Software GmbH), mit deren Hilfe die Bayerische Staatsbibliothek seit mehreren Jahren ihren registrierten Nutzern den Zugang zu elektronischen Zeitschriften, CD-ROMs und Online-Datenbanken auch von Arbeitsplätzen außerhalb der Räumlichkeiten der Staatsbibliothek ermöglicht.
 
Neben dem bewährten Authentifizierungs- und Protokollierungssystem HAN kommt in der Pay-per-Use-Plattform ein benutzerfreundliches Postpayment-Konzept zum Einsatz. Ein typischer Benutzungsvorgang umfasst die folgenden Schritte: Wenn ein nicht registrierter Nutzer erstmals von einem externen Computer aus auf eine Fachdatenbank zugreifen will, muss er sich zunächst in einer speziellen Pay-per-Use-Benutzerdatenbank eintragen. Jedes Mal, wenn der Nutzer über die Pay-per-Use-Plattform auf eine darin angebotene Datenbank zugreifen will, muss er sich authentifizieren. HAN protokolliert anschließend die anfallenden Nutzungsdaten, berechnet den daraus resultierenden Preis und bereitet diese Daten für die Rechnungsstellung auf. Für die Berechnung des Preises legen die Anbieter eine von den Charakteristika der einzelnen Datenbanken abhängige Abrechnungsbasis fest. Bislang wurde stets ein Preismodell gewählt, bei dem die Benutzer für ein pauschales Entgelt eine mehrstündige Recherchemöglichkeit eingeräumt bekommen. Die BSB hat ein Konto zur Abwicklung der Zahlungsvorgänge eingerichtet und stellt den Pay-per-Use-Nutzern am Ende jedes Monats Rechnungen über die zu zahlenden Entgelte aus. An die Datenbank-Anbieter, die sich am Pay-per-Use-Projekt beteiligen, entrichtet die Staatsbibliothek in regelmäßigen Abständen Lizenzgebühren.
 
Die im Herbst 2004 freigeschaltete Plattform wird sowohl direkt in die Virtuellen Fachbibliotheken der Staatsbibliothek als auch in das "Datenbank-Infosystem" ( DBIS) eingebunden. Im Rahmen von DBIS sind solche Datenbanken, für die ein Pay-per-Use-Zugang offeriert wird, durch ein besonderes Icon (Euro-Zeichen) gekennzeichnet. Der Zugriff über DBIS stellt zunächst den zentralen Zugangsweg zu den Pay-per-Use-Datenbanken dar. Es ist geplant, im Rahmen der virtuellen Fachbibliotheken der BSB weitere Zugangswege einzurichten. Für das geschichtswissenschaftliche Fachportal " Chronicon" steht eine Single-Sign-On-Lösung zur Verfügung, die nach der Registrierung und Anmeldung eines Nutzers beim Fachportal den direkten Zugriff auf die Pay-per-Use-Datenbanken ermöglicht, ohne dass eine zweite Passwort-Eingabe notwendig wäre.