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Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges
Cod.graec. 430, fol. 54r
Cod.graec. 430
Pergament, 267 Blätter, Byzanz 10./11. Jahrhundert
 
In seiner historischen Monographie schildert Thukydides den Verlauf des Peloponnesischen Krieges (431 – 404) als ein geschichtliches Ereignis von großer Tragweite. Durch seine Art der objektivierenden Darstellung, wie sie etwa in der Zitierung der großen Rede des Perikles oder beider Seiten der Gegner sichtbar wird, lässt er die Motive des politischen Handelns erkennen und wurde so zum Maßstab für die historische Forschung. Eine unmetaphysische, religionsferne Sicht der Geschichte beherrscht sein Denken und nur selten lässt der Historiker seine persönliche Meinung deutlich werden. Die analytische Unterscheidung zwischen Anlass und Ursache ist von ihm als Grundkategorie in die Geschichtswissenschaft eingeführt worden.
 
Die Handschrift stammt aus einem byzantinischen Skriptorium und ist mit zahlreichen Randscholien ausgestattet. Notizen auf den Vor- und Nachsatzblättern legen es nahe, dass sie über eine 1300 verstorbene Nichte des Kaisers Michael VIII. Palaiologos, Theodora Raoulaina, zu Mönch Maximos Planudes (ca. 1255 – 1305) kam und dort in seiner Schule benutzt wurde.
 
Fächer: Geschichte, Griechisch, Latein
 
Literatur:
  • Thesaurus librorum. 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 1983