Terenz: Komödien
Clm 28585
Pergament, 119 Blätter, 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
Die kleine italienische Renaissancehandschrift enthält die sechs bekannten, zum Teil auf griechische Vorbilder zurückgehenden Komödien des römischen Dramatikers, über dessen Leben wir durch Sueton unterrichtet sind. Schon in der Antike selbst hat er sich einen Stammplatz im schulischen Kanon erworben. Die vielen Kommentare aus der römischen Kaiserzeit, der Spätantike – Augustinus hat ihn zur Lektüre empfohlen -, die Verwendung der Stücke im mittelalterlichen Schulbetrieb, die Rezeption in sechs Dramen bei Roswitha von Gandersheim, schließlich die Vorbildfunktion für Ariost und Molière zeigen seine große Bedeutung. Unter den humanistischen Autoren brachte ihm Petrarca besondere Wertschätzung entgegen.
Die hier gezeigte bibliophile Ausführung ist in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vielleicht in Florenz entstanden. Darauf weisen die venezianischen Stilmerkmale des Einbands hin. Das Bändchen ist mit besonderer Sorgfalt gearbeitet. Das Pergament ist von feiner und heller Qualität, die Schrift ist eine ebenmäßige humanistische Buchkursive. In den Szenenanfängen stehen Goldinitialen auf farbigem Grund mit zarten Zierlinien. Zu Beginn der einzelnen Komödien tritt farbig unterlegtes Rankenwerk hinzu.
Fächer: Griechisch, Latein
Literatur:
- Katalog der lateinischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München: Clm 28461-28615, beschrieben von Dieter Kudorfer. Wiesbaden 1991;
- 400 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 1958



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