Ruodlieb
Clm 19486
Pergament, 18 lose Doppelblätter und 1 Streifen
Tegernsee, letztes Drittel des 11. Jahrhunderts
Tegernsee, letztes Drittel des 11. Jahrhunderts
Der nach seinem Helden benannte lateinische Versroman, „ein nach Lebensnähe und anschaulicher Darstellung in seiner Zeit einzigartiges Werk“ (H. Unger), schildert vor dem Hintergrund eines christlichen Ethos das Abenteuerleben des Ritters Ruodlieb von seinem Auszug in ein fremdes Land bis zur Heimkehr zu seiner Mutter und ist wahrscheinlich im Kloster Tegernsee entstanden. Er ist auf 18 Doppelblättern nur fragmentarisch erhalten, von den ca. 4000 Versen sind noch 2306 ganz oder teilweise überliefert. Bei der Handschrift, die in der Zeit zwischen 1803 und 1840 von den Bibliothekaren Docen und Schmeller gefunden wurde, handelt es sich wahrscheinlich um das Autograph des Dichters. Dies lässt sich aus Korrekturen und Änderungen im Text zeigen.
Das einfache, „billige“ Pergament zeigt teilweise noch Spuren einer früheren Verwendung. Das Buch wurde im 15. Jahrhundert zerstückelt und als Bindegut verwendet, die Doppelblätter wurden in der Regel als Spiegel innen auf die Holzdeckel der Einbände geklebt.
Fächer: Deutsch, Geschichte
Literatur:
- Halm, Karl (Hsg.): Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Regiae Monacensis. Bd. IV. Catalogus codicum latinorum. Teil III: Clm 15121-21313. München 1878;
- 400 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 1958;
- Zwölf Jahrhunderte Literatur in Bayern. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 1975;
- Schrift-Stücke. Informationsträger aus fünf Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. München 2000;
- Lebendiges Büchererbe. Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003



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