Rudolf von Ems: Weltchronik
Cgm 8345 (Fragmente in Cgm 5249)
268 Blätter, Südwestdeutschland Ende des 13. Jahrhunderts
Cgm 8345 ist die älteste, vollständig erhaltene Handschrift von mehr als 100 Textzeugen der Weltchronik. Sie wurde von mehreren Händen in einfacher Schrift gegen Ende des 13. Jahrhunderts geschrieben. Abfassungsort ist wohl Freiburg im Breisgau.
Rudolf stellt nach dem Alten Testament und der Historia scholastica des Petrus Comestor die Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zu Salomo und wichtige Ereignisse der Geschichte des Altertums dar. Angefügt ist schließlich ein Hymnus auf den Stauferkönig Konrad IV. (1250 – 1254), den Auftraggeber.
Die Bildausstattung des Codex – lavierte Federzeichnungen agiler kleiner Figuren – nimmt eine Sonderstellung ein: Als einzige unter den bebilderten Weltchroniken enthält sie als Randzeichnungen die profanen Bilder des Lobes der Rheinstädte und der Geschlechterfolge der Staufer.
Die Bayerische Staatsbibliothek erwarb den Codex 1974 bei einem New Yorker Antiquariat, nach dem Erwerb von Cgm 6406, einer anderen Handschrift mit dem Text der Weltchronik, im Jahre 1909.
Fächer: Deutsch, Geschichte, Kunstgeschichte
Literatur:
- Deutsche Weltchroniken des Mittelalters. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Schatzkammer. München 1996: Deutsche Literatur des Mittelalters. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003;
- Lebendiges Büchererbe. Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003;
- Die deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München: Die mittelalterlichen Fragmente Cgm 5249-5250, beschrieben von Karin Schneider mit vier Beschreibungen von Elisabeth Wunderle. Wiesbaden 2005



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