Publius Ovidius Naso: Metamorphoseon libri XV
Clm 927
Pergament, 216 Blätter, Florenz 15. Jahrhundert
Ovid, schon zu Lebzeiten ein trotz seiner Verbannung in Rom hochgeschätzter Dichter, sammelte und verarbeitete in seinen Metamorphosen etwa 250 Verwandlungssagen aus der Welt der griechischen und römischen Götter und Heroen und umspannte einen Zeitraum von der Erschaffung der Welt bis zur Vergöttlichung Caesars. Im Mittelalter war er neben Vergil ein viel gelesener Autor. Die vielen Abschriften, die in der Zeit der Renaissance geschaffen wurden, zeigen seine reiche literarische Wirkungsgeschichte, die ihrerseits zu großen Anregungen im ikono-graphischen Kulturbereich führte.
Zum Buchschmuck: Die Titel sowie die Überschriften zu allen fünfzehn Büchern sind in goldener Majuskel ausgeführt. Der Text selbst beginnt jeweils mit einer Blattgoldinitiale in einem Rankengeflecht. Die Handschrift wurde Albrecht V. von dem ungarischen Gelehrten Johannes Sambucus geschenkt, der als Hofarzt in Wien in kaiserlichen Diensten stand. Herzog Albrecht ließ in den Jahren zwischen 1581 und 1589 zwischen Antiquarium und Schwabinger Gasse den Neuen Gartenbau errichten, der mit Motiven aus den Metamorphosen geschmückt war.
Der Text von Blatt 1r (Beginn des Proömiums): „PUBLII OVIDII NASONIS METAMOPHOSEOS LIBER PRIMUS. IN NOVA fert animus mutatas dice(re) formas“.
Fächer: Deutsch, Latein
Literatur:
- Halm, Karl (Hsg.): Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Regiae Monacensis. Bd. III. Catalogus codicum latinorum. Teil I: Clm 1-2329. München 1892;
- Kulturkosmos der Renaissance. Die Gründung der Bayerischen Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 2008



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