Passah-Haggada
Cod.hebr. 200
Pergament, 36 Blätter,
Pappband, roter Überzug mit Golddekor
Bayern, letztes Viertel des 15. Jahrhundert,
Provenienz: Benediktinerkloster Tegernsee
Pappband, roter Überzug mit Golddekor
Bayern, letztes Viertel des 15. Jahrhundert,
Provenienz: Benediktinerkloster Tegernsee
Die „Passah–Haggada“ enthält die Texte, die am ersten, in der Diaspora auch am zweiten Abend des Passahfestes bei der Familienfeier zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten (Exodus) gelesen und gesungen werden. Die hier abgebildete Handschrift ist ein gutes Beispiel für die jüdische Buchkunst des ausgehenden Mittelalters in Bayern.
Der Haggada sind eine lateinische Inhaltsangabe und Erläuterungen vorangestellt. Das Original dieser Texte befindet sich in einer anderen Handschrift des Klosters Tegernsee. Darin werden die üblichen Beschuldigungen gegen die Juden wiederholt: Ermordung von Christenkindern (Ritualmord) bei der Herstellung der für das Passahfest bestimmten Mazzen. Der Verfasser beruft sich auf die beim Ritualmordprozess von Trient (1475–1476) durch Folter erzwungenen Geständnisse.
Die Illustration zum Text zeigt die Fronarbeit der Israeliten in Ägypten (Vgl. Ex. c.5)
Fächer: Geschichte, Kunst, Religionslehre
Literatur:
- Die hebraeischen Handschriften der K. Hof- und Staatsbibliothek in München. München, beschrieben von Moritz Steinschneider, 2., großenteils umgearbeitete und erweiterte Auflage. München 1895;
- Lebendiges Büchererbe. Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003



NACH OBEN
DRUCKVERSION