Ottheinrich-Bibel
Cgm 8010
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Die Ottheinrich-Bibel wird in unserer "Digitalen Bibliothek" auch als Flash-Animation angeboten!
Fächer: Deutsch, Geschichte, Kunst, Religionslehre
Pergament, Regensburg (?), Neuburg 1430 – 1530/31
Die Ottheinrich-Bibel, das erste illustrierte Neue Testament in deutscher Sprache, wurde von Herzog Ludwig VII. von Oberbayern - Ingolstadt nach 1430 in Auftrag gegeben. In ihrer Bedeutung ist sie nur mit der Wenzelsbibel, einer heute in Wien aufbewahrten Übersetzung des Alten Testaments, vergleichbar, die Ludwig bei einem Aufenthalt in Prag 1395 gesehen haben kann. Sie gilt als eine der bedeutendsten Neuerwerbungen der Bayerischen Staatsbibliothek seit der Säkularisation.
Blatt 69r zeigt die Kreuzigung Jesu. Maria steht mit Johannes links unter dem Kreuz, Maria Magdalena kniet vor dem Gekreuzigten. Im Hintergrund ist eine idealisierte Ansicht von Jerusalem zu sehen. Von rechts nähert sich der römische Hauptmann auf einem weißen Pferd. Der Maler Mathis Gerung aus Lauingen übernahm ein Holzschnittmotiv von Lucas Cranach d. Ä., verzichtete aber auf die in der Maleranweisung geforderte Szene, in der das Schreiben der INRI-Tafel gezeigt werden sollte.
Im zweiten Bild beobachten „die Könige der Erde“ und „Kaufleute“ den Untergang der brennenden Stadt Babylon (Offb 18,9-24 und 19,11-21). Über der Stadt schwebt ein Engel und wirft einen Mühlstein als Symbol für die Stadt ins Meer. Rechts oben erscheint der Reiter „Der Treue und Wahrhaftige, dessen Augen wie Feuerflammen sind und aus dessen Mund ein Schwert kommt“. Rechts unten: das Tier mit den falschen Propheten.
Mathis Gerung hat hier zwei Bilder von Hans Burgkmair zu Luthers Neuem Testament verarbeitet.
Im zweiten Bild beobachten „die Könige der Erde“ und „Kaufleute“ den Untergang der brennenden Stadt Babylon (Offb 18,9-24 und 19,11-21). Über der Stadt schwebt ein Engel und wirft einen Mühlstein als Symbol für die Stadt ins Meer. Rechts oben erscheint der Reiter „Der Treue und Wahrhaftige, dessen Augen wie Feuerflammen sind und aus dessen Mund ein Schwert kommt“. Rechts unten: das Tier mit den falschen Propheten.
Mathis Gerung hat hier zwei Bilder von Hans Burgkmair zu Luthers Neuem Testament verarbeitet.
1950 konnten drei der acht Teilbände, in die die Bibel im 19. Jahrhundert zerlegt worden war, von der Bayerischen Staatsbibliothek angekauft werden. Die übrigen fünf Bände wurden 2007 mit freundlicher Unterstützung des Herzoglich Sachsen Coburg und Gotha’schen Hauses aus den Sammlungen der Herzog von Sachsen Coburg und Gotha’schen Stiftung für Kunst und Wissenschaft erworben. Den Einband überließ die Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha der Bayerischen Staatsbibliothek als Dauerleihgabe.
Der Ankauf wäre nicht möglich gewesen ohne den erheblichen Einsatz des Freistaats Bayern und eine breite, engagierte Finanzierungskoalition. Zu ihr gehören der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Stiftung Propter Homines, die Freiberger Stiftung sowie die Erzdiözese München und Freising und das Bibelhaus Erlebnismuseum Frankfurt.
Die Ottheinrich-Bibel wird in unserer "Digitalen Bibliothek" auch als Flash-Animation angeboten!
Fächer: Deutsch, Geschichte, Kunst, Religionslehre
Literatur:
- Bayerische Staatsbibliothek. Erwerbungen aus drei Jahrzehnten. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 1978;
- Thesaurus librorum. 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 1983;
- Die Ottheinrich-Bibel. Kommentar zur Faksimile-Ausgabe der Handschrift Cgm 8010/1.2 der Bayerischen Staatsbibliothek München. Mit Beiträgen von Brigitte Gullath, Jeffrey Hamburger, Karin Schneider und Robert Suckale. Luzern 2002;
- Die Ottheinrich-Bibel. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Luzern 2008



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