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Otfrid von Weißenburg: Evangelienharmonie
Cgm 14, fol 41v
Cgm 14
Pergament, 125 Blätter, Anfang des 10. Jahrunderts
 
„Otfridus Uuizanburgensis monachus“, Otfrid, Mönch von Weißenburg (im Elsass), nennt sich der Verfasser dieses Werkes. Eine Datierung der Handschrift ergibt sich u.a. aus der Widmung an den Erzbischof Liutbert von Mainz (863 – 889) und an zwei Mönche als ehemalige Studienfreunde aus St. Gallen.
Beim Text handelt es sich um eine „harmonisierende“ Zusammenschau von Stellen aller vier Evangelien zu einer Erzählung des Lebens Jesu in südrheinfränkischer Sprache. Das formale Vorbild ist die lateinische Hymnendichtung. Neu in der deutschen Dichtung ist der Endreim. Die Ablösung des aus dem Germanischen überkommenen Stabreims ist die besondere Leistung Otfrids. Er gilt auch als einer der ersten bekannten Autoren der deutschen Sprache.
Das vorliegende Bild stammt aus einer Abschrift in karolingischer Minuskel aus Freising. In einem Nachwort erfahren wir, dass Bischof Waldo von Freising (884– 906) den Auftrag erteilte. Die gezeigte Seite weist auf Matthäus 6, 24 ff. hin: Nemo potest duobus dominis servire. (Ni mag man thaz túan nihéin Thaz thiono hérerén zuein).  
 
Fächer: Deutsch, Geschichte, Religionslehre
 
Literatur:
  • Die deutschen Pergament-Handschriften Nr. 1-200 der Staatsbibliothek in München, beschrieben von Erich Petzet. München 1920;
  • Deutsche Literatur des Mittelalters. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003