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Kolmarer Liederhandschrift
Cgm 4997, fol. 492r
Cgm 4997
854 Blätter, Rheinfranken um 1460
 
Seit dem späten 14. Jahrhundert entstanden in süddeutschen Städten Meistersingergesellschaften. Dort wurden selbstverfasste strophische Lieder meist geistlichen Inhalts in deutscher Sprache nach komplizierten Regeln vorgetragen. Es wurde bewusst die Kunst der älteren Sangspruchdichtung fortgesetzt. Strophenformen und Melodien wurden übernommen und in Codices gesammelt. Eine der umfangreichsten Sammlungen dieser Art ist die Kolmarer Liederhandschrift mit rund 940 Liedern. Das umfangreiche Werk wurde von zwei Schreibern geschrieben, die sich ständig abwechselten.
Der Kolmarer Dichter Jörg Wickram kaufte es 1546 in Schlettstadt und schenkte es ein Jahr später der von ihm gegründeten Schule am Ort. 1857 wurde es von der Bayerischen Staatsbibliothek erworben.
 
Fächer: Geschichte, Musik
 
Literatur:
  • Die deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München: Die mittelalterlichen Handschriften aus Cgm 4001-5247, neu beschrieben von Karin Schneider. Wiesbaden 1996;
  • Deutsche Literatur des Mittelalters. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003;
  • Kulturkosmos der Renaissance. Die Gründung der Bayerischen Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 2008