Johannes Hartlieb: Chiromantia
Xylogr. 35
Papier, Augsburg nach 1480
Die Abhandlung über die Handlesekunst wurde im Jahre 1448 am Münchener Hof von Johann Hartlieb verfasst. Hartlieb wirkte als Leibarzt von Herzog Albrecht III. und verfasste die Chiromantie für dessen Frau Anna von Braunschweig. Auf die Einleitung folgen 44 im Holzschnittverfahren hergestellte Abbildungsseiten, bei denen der Text in das Bild integriert ist. Die Bilder zeigen jeweils eine linke (Frauen-) und eine rechte (Männer-)Hand mit Linien und anderen Markierungen. Diese werden in beigefügten Schriftbändern in deutscher Sprache erklärt. Der Betrachter konnte also den Zusammenhang von körperlichen Zeichen und ihrer Bedeutung für das menschliche Schicksal erkennen. Er konnte auch die eigene Hand neben die gedruckte halten und so Vergleiche anstellen. Das Werk ist nur in einem einzigen Druck – im vorliegendem Fall einem Blockbuch – erhalten.
Fächer: Biologie, Geschichte
Literatur:
- Schrift-Stücke. Informationsträger aus fünf Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. München 2000



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