Herodot: Historiae
Pap.graec.mon. 89
[Fayyûm] Papyrus, Fragment, 1./2. Jahrhundert
Die Erfahrungen weiter Reisen nach Asien, Afrika und Europa sind in das bekannte Geschichtswerk des Herodot (um 484–425) eingegangen. Die neun im 2. Jahrhundert nach Chr. nach den Musen benannten Bücher behandeln die Auseinandersetzungen zwischen den Persern und den Griechen bis zum Jahre 479 v. Chr. Die moderne Forschung sieht in seinem Werk den Übergang von den Logographen zu Thukydides und damit den eigentlichen Anfang der griechischen Historiographie. Obwohl das Werk mit anekdotischen Elementen durchsetzt ist, konnte durch neuere Forschung gezeigt werden, dass Herodot vielfach sachlich genau berichtet. Von großem Wert sind die Exkurse über Ägypten, Phönizien, Mesopotamien und Skythien, Länder, die er teilweise selbst bereiste.
Das Papyrusfragment bietet einen kurzen Abschnitt aus der romanhaft erzählten Geschichte des Perserkönigs Kyros. Es handelt sich um 21 Zeilen einer ziemlich intakten Kolumne in einer nach links geneigten Buchschrift mit leicht kursiven Elementen. Diese Daten zeigen, dass der Papyrus rund 800 Jahre vor dem Beginn der mittelalterlichen Handschriftenüberlieferung liegt. Er bietet mehrere von dieser abweichende Lesarten und ist gegenüber der mittelalterlichen Tradition der bessere Text.
Fächer: Geschichte, Griechisch, Latein
Literatur:
- Schrift-Stücke. Informationsträger aus fünf Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. München 2000



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