Heliand
Cgm 25
Pergament, 76 Blätter, Corvey um 850
Der Heliand, d.h. Heiland, ist ein etwa 6000 Stabreim-Langzeilen umfassendes Epos, das um 830/840 entstanden ist. Es schildert das Leben Jesu nach den vier Evangelientexten und weiteren legendenhaften Quellen.
Es handelt sich hier um eines der wenigen erhaltenen Werke in altsächsischer Sprache, dem Vorläufer des Niederdeutschen. Genauer Entstehungsort und Dichter konnten bisher nicht ermittelt werden. Der Heliand – diesen Titel erhielt das Werk erst im 19. Jahrhundert – gilt als eines der schönsten deutschen Epen des Mittelalters; er vereint germanische Dichtungstradition (Stabreim) und Inhalte der christlichen Glaubenslehre, ohne gelehrte Exegese zu treiben. Das Buch wendet sich an christliche Laien und wurde – darauf deuten Gebrauchsspuren im Text hin – ursprünglich zu Lesungen im Kirchenjahr verwendet. Über dem Text befinden sich an verschiedenen Stellen Akzente und Neumen (Noten ohne Notenlinien).
Die Handschrift ist beschädigt, z.T. fehlen ganze Blätter. Der erhaltene Text, der ein weiteres Mal nur noch in der British Library vorhanden ist, beginnt mit der Geburt des Johannes und endet mit dem Gang der Jünger nach Emmaus.
Es handelt sich hier um eines der wenigen erhaltenen Werke in altsächsischer Sprache, dem Vorläufer des Niederdeutschen. Genauer Entstehungsort und Dichter konnten bisher nicht ermittelt werden. Der Heliand – diesen Titel erhielt das Werk erst im 19. Jahrhundert – gilt als eines der schönsten deutschen Epen des Mittelalters; er vereint germanische Dichtungstradition (Stabreim) und Inhalte der christlichen Glaubenslehre, ohne gelehrte Exegese zu treiben. Das Buch wendet sich an christliche Laien und wurde – darauf deuten Gebrauchsspuren im Text hin – ursprünglich zu Lesungen im Kirchenjahr verwendet. Über dem Text befinden sich an verschiedenen Stellen Akzente und Neumen (Noten ohne Notenlinien).
Die Handschrift ist beschädigt, z.T. fehlen ganze Blätter. Der erhaltene Text, der ein weiteres Mal nur noch in der British Library vorhanden ist, beginnt mit der Geburt des Johannes und endet mit dem Gang der Jünger nach Emmaus.
Der Cgm 25 enthält als unikaler Textzeuge noch ein Stück aus der „Himmelfahrt Christi“. – Im Mittelalter gelangte das Werk in die Dombibliothek Bamberg, dort wurde es 1611 neu gebunden und kam dann 1803 im Zuge der Säkularisation in die Hofbibliothek nach München.
Fächer: Deutsch, Religionslehre
Literatur:
- Die deutschen Pergament-Handschriften Nr. 1-200 der Staatsbibliothek in München, beschrieben von Erich Petzet. München 1920;
- 400 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 1958;
- Deutsche Literatur des Mittelalters. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003;
- Lebendiges Büchererbe. Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003



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