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Handschriftenerschließungszentrum

Handschriften sind keine "musealen" Bibliotheksbestände, sondern unikales, originales und lebendiges Quellenmaterial für zahlreiche Wissenschaftsdisziplinen. Ihre Erschließung nach modernem Standard ist deshalb eine vorrangige Aufgabe und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit erheblichen Mitteln gefördert.
 
Die Erschließungsarbeit in Deutschland wird größtenteils in Handschriftenerschließungszentren geleistet (Standorte: Berlin, Frankfurt a.M., Kassel, Leipzig, München, Stuttgart, Wolfenbüttel). Diese Organisationsform setzt auf die Optimierung der Arbeitsbedingungen, wie sie nur an einer größeren Bibliothek mit traditionsreichen Altbeständen möglich ist. Dem Bearbeiter steht hier die nötige Quellen- und Forschungsliteratur zur Verfügung, er genießt den Rückhalt einer eingespielten Handschriftenabteilung und profitiert vom kollegialen Austausch mit anderen Bearbeitern.
 
Das Handschriftenerschließungsszentrum an der Bayerischen Staatsbibliothek ist entsprechend dem historisch bedingten Reichtum an Handschriften in den bayerischen Bibliotheken das größte. Seit Einrichtung einer ersten Planstelle (1967) und dem ersten DFG-Projekt (1974) ist sein Aufgabenbereich kontinuierlich gewachsen. Zahlreiche Kataloge verschiedener Bibliotheken, von Handschriften des Mittelalters wie der Neuzeit und in verschiedenen Sprachen sind entstanden und haben den Stand der Erschließung für Bayern und darüber hinaus entscheidend verbessert. Für die Erfassung von Fragmenten, die Beschreibung illuminierter Handschriften und die Katalogisierung griechischer Handschriften hat das Münchner Zentrum die Vorreiterrolle übernommen.
 
Die langjährige Arbeit des Münchener Handschriftenerschließungszentrums dokumentiert der Ausstellungskatalog  'Auf den Spuren des Mittelalters'.