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Gründungsgeschichte des Klosters Waldsassen
Clm 1091, fol. 8r
Clm 1091
Pergament, 62 Blatt
Waldsassen, 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts
 
Der Holzdeckelband mit Lederüberzug ist „ ein Stück Strandgut der Säkularisation“. Die Sammelhandschrift mit Texten zur Geschichte von Waldsassen wurde von dem Bibliothekar Andreas Schmeller entdeckt und für die Bibliothek um 6 Louisdors erworben. Er vermerkt unter dem 6. August 1842 in seinem Tagebuch, er habe die Handschrift „ aus den Klauen eines Regenspurger Beiseiteschaffers von Klosterbüchern“ angekauft.
 
Dieser Band ist der wertvollste der sechs noch heute nachweisbaren Waldsassener Bände. Er bietet auch eine von Abt Johann III. verfasste Mirakelsammlung, eine Chronik der Äbte, ein Traditions- und Salbuch und ein Lehensregister. Der Gründungsbericht ist gereimt und beruht auf einer lateinischen Prosafassung. Die Verse 537 – 540 sprechen von Vogtfreiheit und Reichsunmittelbarkeit: „Daz reich sein voyt wesen schol / Dez mag ez geniezzen wol. / Furstleiche recht di schol es han / Da niemant ez mog gechrenchen an.“
 
Fächer: Geschichte, Religionslehre
 
Literatur:
  • Schrift-Stücke. Informationsträger aus fünf Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. München 2000;
  • Lebendiges Büchererbe. Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003;
  • Katalog der lateinischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München. Die Handschriften aus Augsburger Bibliotheken. Bd.1: Stadtbibliothek (Clm 3501-3661), neu beschrieben von Erwin Rauner mit einer Einleitung von Brigitte Gullath. Wiesbaden 2007