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Goldkoran
Goldkoran, Cod.arab. 1112
Cod.arab. 1112
183 Blätter, Papier, Irak oder Iran, 11. Jahrhundert
 
Die Einzigartigkeit des Goldkorans liegt in der durchgehenden Grundierung des Papiers mit Muschelgold, einer aus Goldstaub und Gummiarabikum als Bindemittel hergestellten Farbe. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts wechselte man bei der Herstellung von Koranhandschriften vom Pergament zum Papier, vom Quer- zum Hochformat und vom Kufi-Duktus zur Kursivschrift. Die Einführung dieser Schrift ermöglichte die Anfertigung von Handschriften in einer leicht zu handhabenden Größe. Der gezeigte Goldkoran ist in schwarzem Naskhi, einer im 10. Jahrhundert von Ibn Mukla (gestorben 940) in exakten Proportionen festgelegten arabischen Kursivschrift geschrieben. Ihre Maßeinheit ist das Alif, der erste Buchstabe im arabischen Alphabet, nach dem sich die Größe aller anderen Buchstaben ausrichtet. Der gezeigte Korantext stammt aus der Hand des berühmten Kalligraphen Ibn al-Bawwab. Darauf weisen verschiedene Kriterien hin: die Anlage der ersten Doppelseite, die leichte Linksneigung der vertikalen Buchstaben und der dichte, aber dennoch sehr klare Schriftduktus.
 
 
Fächer: Geographie, Ethik, Geschichte, Religionslehre
 
Literatur:
  • Das Buch im Orient. Handschriften und kostbare Drucke aus zwei Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 1982.
  • Thesaurus librorum. 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 1983.
  • Schrift-Sücke, Informationsträger aus fünf Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2000.
  • Die Wunder der Schöpfung. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 2010.