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Französischsprachige Handschriften
Münchner Boccaccio, Cod.gall. 6, fol. 2v
Französischsprachige Handschriften
 
Die Codices gallici (Cod.gall.) 1-982 bilden einen Bestand von gut 1.000 französischsprachigen Handschriften aus dem 14. bis 20. Jahrhundert, darunter ca. 50 mittelalterliche. Zu den bekanntesten Stücken zählen der Münchner Boccaccio (Cod.gall. 6) und der in französischer Sprache geschriebene und mit englischer Buchmalereien reich ausgestattete  Psalter der Königin Isabella von England (Cod.gall. 16), das für Herzog Philipp den Guten von Burgund (1419-1467) hergestellte Gebetbuch (Cod.gall. 40) sowie – um neuzeitliche Beispiele zu nennen – der aus dem 17. Jahrhundert stammende Cod.gall. 36 (De la Vau, Devisen zur Verherrlichung König Ludwigs XIV. – Originalexemplar des Königs) und die Büßerinnen (Vie des saintes pénitentes) von J.-F. Bourgoing de Villefore vom Beginn des 18. Jahrhunderts (Cod.gall. 982).
 
Die Aufstellung folgt in durchgehender Signaturenfolge einer grobsystematischen Gliederung nach Beschreibstoffen und Formaten: zu Beginn der Sammlung befinden sich die Pergamenthandschriften (unter Cod.gall. 1-31 im Folioformat, daraufhin die Quart- und Octavformate), ab der Signatur 51 die Papierhandhandschriften, abermals nach Formaten getrennt. Die Signaturengruppe Cod.gall. 528-545 und 556-574 weist einen Bezug zu Bayern auf; die ehemals als Cod.gall. 584-598 bezeichneten Bände finden sich heute im Bereich der Codices iconographici (Cod.icon.). Im Bereich der Signaturen 621-830 wurde der französischsprachige Handschriftenbestand der Bibliothek des Orientalisten Étienne Quatremère (1782—1857) geschlossen aufgestellt. Ab Cod.gall. 831 stehen weitere Papierhandschriften, zuerst im Folioformat, ab 854 alle Erwerbungen seit dem späten 19. Jahrhundert.
 
Umfangreiche Bestände stammen neben der Bibliothek Quatremères insbesondere aus der Mannheimer Hofbibliothek, darüber hinaus aber auch aus den Münchner und Passauer Hofbibliotheken , aus der Ablieferung des Reichsarchivs (Cod.gall. 858-867) und den Bibliotheken v. Moll (Cod.gall. 873-879), Montgelas, Petrus Victorius (u.a. Cod.gall. 55) und der Klosterbibliothek Polling (u.a. Cod.gall. 24, 61, 230-232, 258, 398).