Erster Index der katholischen Kirche
Rar. 1630
Papier, Rom 1559
Seit dem Konzil von Nicäa (325) wurden immer wieder von Päpsten, Bischöfen und Synoden gegen einzelne Autoren oder auch Werke Bücherverbote ausgesprochen. Häufig waren damit Einzug und Vernichtung des verurteilten Schrifttums und die Androhung von Kirchenstrafen für deren Herstellung, Verbreitung und den Besitz verbunden.
Die durch die Erfindung des Buchdrucks geschaffene Schnelligkeit der Bücherproduktion schuf eine neue Situation: die schnelle Massenproduktion erforderte die Anlage eines zusammenfassenden Verzeichnisses der verbotenen Bücher: den Index (Index librorum prohibitorum). Die erste Ausgabe erschien unter Papst Paul IV. im Jahre 1559. In den folgenden Jahrhunderten wurde dieser Index fortlaufend erweitert und aktualisiert. Erst 1967 wurde er außer Kraft gesetzt. Die vorliegende Ausgabe enthält in drei alphabetischen Verzeichnissen etwa 140 Autoren, ferner über 300 Titel anonymer verbotener Bücher. Im Anschluss daran sind über 40 ohne Druckerlaubnis hergestellte Bibeln und 61 Druckereien, die häretische Bücher edierten, verzeichnet.
Fächer: Geschichte, Religionslehre
Literatur:
- Schrift-Stücke. Informationsträger aus fünf Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. München 2000



NACH OBEN
DRUCKVERSION