Decretum Gratiani
Clm 18050 a
Pergament, 440 Blätter, Italien, Mitte des 14. Jahrhunderts
Das Decretum, das von dem Bologneser Juristen Gratian um 1140 zusammengestellt wurde, umfasst zahlreiche ältere Traditionen des Kirchenrechts aus nahezu einem Jahrtausend und ist die bekannteste Sammlung dieser Art. Sie war vor allem im 13. und 14. Jahrhundert an den Universitäten – Bologna selbst besaß eine der berühmtesten juristischen Fakultäten – in Gebrauch. Den Randkommentar in der vorliegenden Handschrift bildet die „Glossa ordinaria“ des Bartholomäus von Brescia. Der Codex zeichnet sich durch seinen Buchschmuck aus. Der Text ist durch rote und blaue Fleuronnée-Initialen gegliedert, Rankinitialen und kleine Miniaturen heben den Beginn der Causae hervor. Der Stil der Buchmalerei ist französisch.
Die Handschrift war im Jahre 1425 im Besitz eines Angehörigen der Universität Padua namens Guarnerius und wurde im Jahre 1464 von dem Augsburger Archidiakon und Kanoniker Johann Wildsgefert dem Kloster Tegernsee geschenkt.
Fächer: Geschichte, Religionslehre
Literatur:
- Halm, Karl (Hsg.): Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Regiae Monacensis. Bd. IV. Catalogus codicum latinorum. Teil III: Clm 15121-21313. München 1878;
- 400 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 1958;
- Thesaurus librorum. 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 1983;
- Schrift-Stücke. Informationsträger aus fünf Jahrtausenden. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. München 2000



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