Die chinesische Sammlung zählt zurzeit ca. 100 – 120 000 Titel in ca. 215 000 Bänden. Die Bestände aus China haben unter den Ostasiatika die längste Tradition. Ein Exlibris Herzog Maximilians I. von Bayern aus dem Jahr 1618 ziert als ältester Bestandsvermerk den abendländischen Einband des chinesischen Haushaltslexikons "Qunshu boji". In der Folgezeit gelangten im 17. und 18. Jahrhundert nur wenige ostasiatische Bücher in die Bibliothek, zumeist Dankgeschenke für die Förderung der Jesuitenmission. Durch drei Sammelkäufe gelang es bis Mitte des 19. Jahrhunderts, einen der größten chinesischen Bestände im Westen aufzubauen. Zu den etwa 3.500 chinesischen Bänden, die Karl Friedrich Neumann 1830/31 in Kanton ausgewählt hatte, kamen 1851 rund 2.700 Bände von Onorato Martucci hinzu. Die 1858 angekaufte orientalische Bibliothek Etienne Quatremères schließlich enthielt auch 2.000 chinesische und mandschurische Werke. Im 20. Jahrhundert sind zwei Aktivitäten bemerkenswert. 1929 erwarb Georg Reismüller bei einer Kaufreise im Auftrag der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft rund 18.500 chinesische Bücher. Die 1953 angekaufte Bibliothek von Carl Hentze enthält vor allem Schriften zur Frühgeschichte, Archäologie und Kunst Chinas.
Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt die größte Sammlung chinesischer Drucke vor 1911 in Deutschland. Rund 100 Titel fallen in die Dynastien Song bis Ming (10.-17.Jh.). Der älteste in der Bayerischen Staatsbibliothek vorhandene chinesische Druck, das "Baoqieyin tuoluonijing", stammt aus dem Jahr 975. Viele Großwerke sind als Nachdruck in Deutschland nur in der Bayerischen Staatsbibliothek beschafft worden, wie die Kopien von 4.000 Titeln der "Peiping-Rare-Books" auf 969 Mikrofilmrollen oder die Nachdrucke rund um das Siku quanshu.

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