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Bestände

Der historische Grundstock der Musikabteilung geht zurück auf die Musikalien der Hofbibliothek und der Bayerischen Hofkapelle, die im 16. Jahrhundert europäischen Rang besaß. Es ist sehr ungewöhnlich, dass die bayerischen Herzöge schon damals gezielt musikalische Quellen für ihre Hofbibliothek sammelten, unabhängig vom Aufführungsmaterial, das die Hofkapelle benötigte. Auf diese Weise wurden die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Bayerische Staatsbibliothek heute die reichsten Bestände aus diesem Jahrhundert besitzt.

Im 17. und 18. Jahrhundert wuchsen die Musikalien der Hofkapelle jedoch wesentlich stärker als diejenigen der Hofbibliothek. Kern dieser Kapellbestände sind die insgesamt 75 erhaltenen Chorbuch-Manuskripte im Folio-Format: eine im In- und Ausland einzigartige Sammlung, die 1523 unter Ludwig Senfl begonnen wurde und unter Orlando di Lasso ihren Gipfel erreichte. Hiervon zu unterscheiden sind die kostbaren Handschriften, die zum persönlichen Besitz der bayerischen Herzöge und Kurfürsten gehörten.
 
 
 
Die Musikabteilung besitzt auch einen beträchtlichen, bislang relativ unbekannten Fundus an kommerziellen Mikroverfilmungen von Beständen anderer Bibliotheken (siehe  Mikroformen zur Musikwissenschaft).