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Babylonischer Talmud
Cod.hebr. 95
Cod.hebr. 95
Pergament, 537 Blätter, Frankreich 1342
Holzdeckeleinband 19. Jahrhundert
Provenienz: Augustinerchorherrenstift Polling
 
Der nach der Bibel wichtigste Text des Judentums ist der „Talmud“. Er besteht aus der Mischna, den schriftlich niedergelegten Unterweisungen der jüdischen Gesetzeslehrer zur Thora (die Fünf Bücher Mose), und der Gemara, der kommentierenden Literatur zu der in späteren Zeiten nicht mehr verstandenen Mischna. Etwa im 6./7. Jahrhundert erfolgte die Endredaktion des Babylonischen Talmuds.
 
Die christliche Feindschaft gegenüber dem talmudischen Schrifttum führte im Mittealter immer wieder zur Vernichtung und Verbrennung von Talmudhandschriften. Das in der Bayerischen Staatsbibliothek vorhandene Exemplar ist daher der einzige nahezu vollständig erhaltene Talmud überhaupt und stellt daher das Spitzenstück der hebräischen Handschriften dar. Den beiden Kolophonen (Angaben zu Titel, Ort und Erscheinungsdatum) nach zu schließen, wurde die Handschrift wahrscheinlich in Frankreich 1342 abgeschlossen. Bis gegen 1772 war das Werk im Besitz der jüdischen Familie Ulma, die in Pfersee bei Augsburg wohnte.
 
 
Fächer: Geschichte, Religionslehre
 
Literatur:
  • Thesaurus librorum. 425 Jahre Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. Wiesbaden 1983;
  • Lebendiges Büchererbe. Säkularisation, Mediatisierung und die Bayerische Staatsbibliothek. Ausstellungskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek. München 2003